Fäsenstaub: Bei beschlagenen Scheiben gibt’s jetzt Alarm

Autor
Zeno Geisseler

Gelbe Blinker und Tempo 60: Wenn die Scheiben zu beschlagen drohen, wird der Verkehr im Fäsenstaubtunnel neu automatisch gebremst.

Rund 30 000 Fahrzeuge täglich: der Fäsenstaubtunnel in Schaffhausen. Im Tunnel ist nun ein Alarmsystem gegen beschlagene Scheiben installiert worden. Bild: Michael Kessler

Von einer Sekunde auf die andere kann die Windschutzscheibe im Fäsenstaubtunnel beschlagen. Wenn einer dann vor Schreck auf die Bremse steht und die Fahrer hinten ebenfalls nichts mehr sehen, kracht es. Immer wieder kommt es so zu schweren Unfällen. Rund 30 000 Fahrzeuge durchqueren den zweispurigen, nicht richtungsgetrennten Tunnel jeden Tag.

Vor einem Jahr, im November 2016, begann sich eine Taskforce mit dem Problem zu befassen. Dies, nachdem eine Studie schon im Jahr 2004 vor dem Problem gewarnt hatte (die SN berichteten). Gestern nun hat das Bundesamt für Strassen (Astra) bekannt gegeben, dass dieses Jahr ein neues Messsystem installiert worden ist.

Fehlalarme möglich

Sobald die Messsensorik erkennt, dass die Scheiben beschlagen können, wird ein Alarm an die Polizei gesendet. Gleichzeitig beginnen Ampeln vor und im Tunnel gelb zu blinken, und die Höchstgeschwindigkeit im Tunnel wird von 80 auf 60 km/h reduziert.

Die Anlage ist laut Astra im Frühling installiert worden. Erste Auswertungen zeigen demnach, dass die Trefferquote des Systems hoch ist. «Trotzdem besteht keine hundertprozentige Sicherheit, dass alle Situationen mit Scheibenbeschlag erfasst werden», schreibt das Astra. Möglich sei auch das Gegenteil: ein Alarm, obwohl es gar keine Gefahr von beschlagenen Scheiben gebe. Das Astra betont, dass die Anlage die Fahrzeuglenker nicht von ihrer Verantwortung entbinde. «Für das sichere Führen eines Fahrzeuges sind nach wie vor die Lenkerinnen und Lenker selbst verantwortlich», heisst es in der Mitteilung. Beschlagen die Scheiben, soll man die Scheibenwischer einschalten.

Zweite Röhre geplant

Mittelfristig soll am Fäsenstaub eine zweite Röhre gebaut werden. Dies nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch, weil der heutige Tunnel in etwa zwanzig Jahren totalsaniert werden muss. Monatelang wird der Tunnel vollständig gesperrt sein. Wann eine zweite Fäsenstaubröhre eröffnet werden könnte, ist aber noch unklar.

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