Marsbewohner sind nicht nur Fiktion

Autor
Clio Zubler

In wenigen Jahren schon könnten Menschen auf dem Mars landen. Wie das gehen soll, erklärt Annina Stoll in ihrer Maturaarbeit.

Annina Stoll ist vom Weltall fasziniert. In ihrer Maturaarbeit befasst sie sich damit, wie Menschen auf den Mars gelangen können. Bild: Clio Zubler

Abschlussarbeiten 2017 – Teil 9

Der Rote Planet könnte erdähnlich gestaltet werden.

Eine bemannte Mondlandung war für die längste Zeit der Menschheitsgeschichte unvorstellbar. Heute aber sind Menschen sogar auf dem Mars denkbar. Schon in zehn Jahren könnte dies geschehen. Annina Stoll hat sich in ihrer Maturaarbeit mit dem Weg zum Mars beschäftigt. «Ich war schon immer vom Weltall fasziniert», sagt sie. «Ich dachte aber, dass eine bemannte Marslandung nur fiktiv und vielleicht in 100 Jahren möglich ist, wenn überhaupt.» Doch dann ist sie auf das Projekt «Mars One» gestossen. Dessen Ziel ist es, den Mars zu besiedeln und schon 2026 die ersten Menschen auf den Mars zu schicken. «Zuerst wollte ich nur über ‹Mars One› schreiben.» Mittlerweile sei sie aber froh, dass sie sich auch mit der Nasa und weiteren Organisationen auseinandergesetzt und deren Arbeit vorgestellt habe. Denn das private Projekt «Mars One» werde von vielen Experten belächelt, schreibt Stoll in ihrer Abschlussarbeit. Die Organisation befasse sich vor allem mit dem Auswahlverfahren der Astronauten – jeder kann sich bewerben. «Und es bewerben sich viele», sagt die Maturandin. Das Projekt sei aber sehr riskant. «Was macht man mit den Marsbewohnern, wenn der Organisation das Geld ausgeht?»

Vom Start bis zur Landung

Stoll erklärt in ihrer Maturaarbeit viele Aspekte detailliert: «Ich habe mich damit beschäftigt, welchen Weg der Mensch zurücklegen muss, um auf den Mars zu gelangen, welche Raketen dazu benötigt werden und welche Leute sich dafür eignen.» Ihre Informationen hat sie hauptsächlich von den Internetseiten der entsprechenden Organisationen. Fast alle Quellen waren in Englisch. «Das war gut so», meint die Maturandin. So hätte sie die Sätze selbst schreiben müssen und die Gefahr des Übernehmens der Texte sei kleiner gewesen. Bei aller Faszination für das Weltall – selbst möchte die Maturandin nicht auf den Mars fliegen, zumindest nicht in naher Zukunft. «Allein die Reise dauert vier bis sieben Monate, während dieser Zeit ist man schwerelos.» Hinzu komme die ex­treme Strahlenbelastung im All. «Und ich schätze die Freiheit hier auf der Erde, einfach nach draussen zu gehen, wann ich will», erklärt die Schülerin. Das Leben der künftigen Marsbewohner stellt sie sich aber sehr aufregend vor. Und einige Bedingungen seien gar nicht so anders als hier: «Ein Tag auf dem Mars dauert fast gleich lange wie auf der Erde.» Die Schwerkraft entspricht dafür nur einem Drittel derjenigen der Erde. «Am schwierigsten stelle ich mir die Landung auf dem Mars vor», sagt Stoll. Dann stünden die ­Astronauten kurz vor dem Ziel, und ein Fehler wäre besonders fatal.

Zur Person: Annina Stoll

Alter: 18 Jahre

Wohnort: Flurlingen

Nach der Matura: Physikstudium mit Schwerpunkt Astronomie

Titel der Maturaarbeit: Der Weg von der Erde zum Mars

Fachbereich: Physik

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