Christian Amsler wird nicht Bundesrat: «Das Leben geht weiter»

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Schaffhauser N…

Der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler wurde von der FDP-Fraktion nicht als Nachfolger des abtretenden Johann Schneider-Ammann nominiert.

Hart gekämpft, letztlich doch verloren: Christian Amsler wird nicht Bundesrat der FDP. Das entschied die Partei heute im Bundeshaus in Bern. Das Zweierticket für die Nachfolge des auf Ende Jahr ausscheidenden Johann Schneider-Ammann geht an Karin Keller-Sutter und Hans Wicki. Die Ständeratspräsidentin aus St. Gallen galt von Anfang an als aussichtsreichste Kandidatin auf die Nachfolge. 

Christian Amsler äusserte sich auf Facebook zu seiner Niederlage. Dort gratulierte er seinen Mitkandidaten und zog gleichzeitig seine Kandidatur zurück. «Ich gratuliere meinen beiden Mitbewerbern um das hohe Amt herzlich und nehme den Entscheid unserer Fraktion selbstverständlich sportlich hin. Damit ziehe ich mich entsprechend mit meiner Kandidatur (...) zurück.» Er fände es schade, dass es «nicht gereicht hat aufs begehrte Ticket für die Endausmarchung», aber das Leben gehe weiter.

Ebenso bedaure er, dass «die Kandidatur eines Kandidaten mit sehr viel Exekutiv- und Führungserfahrung nicht zum Durchbruch kam.» Er sei sicher, dass die FDP mehr umfasse als nur «Fragen der Finanzen, der Steuern und der Wirtschaft, wie uns immer wieder vorgeworfen wird. Ich konnte damit aber in der Fraktion offensichtlich zu wenig überzeugen.»

In Zukunft wolle sich die FDP im Kanton nun mit «vollem Einsatz auf die kommenden nationalen Wahlen 2019 fokussieren» um «endlich wieder einen Sitz in Bundesbern zu erzielen.»

Er dankte allen, die ihm bei der «vergangenen sehr anspruchsvollen und zeitintensiven Wochen der Kandidatur unterstützt haben».

Amsler wurde wohl zum Verhängnis, dass er in Bern weniger vernetzt ist als die Konkurrenz. Zwar muss die Bundesversammlung keinen offiziellen Kandidaten wählen. Dass sie sich nicht ans Ticket hält, ist aber unwahrscheinlich. Auf Facebook stellt er klar: «Ich erkläre hiermit auch offiziell, dass ich mit dem Entscheid der Bundeshausfraktion nicht mehr Kandidat für die Bundesratsvakanz bin.» Er wäre «nur als offizieller Kandidat ins Rennen gegangen» .

Keller-Sutter bleibt Favoritin

Hans Wicki dürfte gegen Keller-Sutter einen schweren Stand am 5. Dezember haben. Anders als 2010 kann die gelernte Konferenzdolmetscherin und Pädagogin diesmal auch mit Unterstützung von Mitte-links rechnen. Vor acht Jahren hatte sie als Asyl-Hardlinerin gegolten. In der Zwischenzeit widmete sie sich anderen Themen und machte sich einen Namen als Brückenbauerin, namentlich bei der Reform der Altersvorsorge.

Mit Keller-Sutter würde ausserdem der Anspruch der Frauen auf eine angemessene Vertretung in der Landesregierung erfüllt. Beim Anspruch der Regionen können beide punkten: Die Ostschweiz war schon lange nicht mehr im Bundesrat vertreten, der Kanton Nidwalden stellte noch nie ein Bundesratsmitglied.

In den folgenden Wochen finden nun die Hearings mit den einzelnen Kandidaten in den anderen Fraktionen statt. Die Bundesratswahlen findet dann am 5. Dezember statt. (rd mit Material von sda)

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