Nach sexistischem Banner: Alle Verdächtigen wieder auf freiem Fuss

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Schaffhauser N…

Vier Personen sind im Zusammenhang mit dem sexistischen Banner, welches beim FCS-Spiel gegen Winterthur gezeigt wurde, verhaftet worden - darunter auch der Sicherheitschef des Vereins.

Das Banner beschäftigt auch die Staatsanwaltschaft und die Polizei. Bild: FB

Eigentlich hätte der FC Schaffhausen heute seinen neuen Investor vorstellen wollen, es kam aber anders: Wegen der Meldung, dass die Kantonspolizei Zürich zusammen mit der Kantonspolizei Schaffhausen und der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland am Freitagmorgen vier Personen im Zusammenhang mit dem sexistischen Banner beim Derby gegen Winterthur verhaftet hatte, wurde eine angesetzte Pressekonferenz kurzfristig abgesagt. In der ursprünglichen Meldung der Polizei Zürich war noch die Rede von drei Personen gewesen. Christian Philipp von der Oberstaatsanwaltschaft Zürich bestätigte jedoch, dass eine vierte Person verhaftet worden sei. «Dies hat sich im Zuge der Befragung durch die Polizei ergeben», so der Staatsanwalt. Mittlerweile sind alle vier Personen wieder auf freiem Fuss, so Philipp.

Als Reaktion auf die Verhaftungen sagte der FC Schaffhausen die anberaumte Pressekonferenz, in der man eigentlich den neuen Investor hatte vorstellen wollen, ab: «Aufgrund der aktuell laufenden polizeilichen Ermittlungen und Festnahmen gegen die fehlbaren Fans des FC Schaffhausen hat sich die Clubleitung entschieden, die heute geplanten Medieninformationen zu verschieben», heisst es in einer Mitteilung des Vereins. Über die Zukunft des FC Schaffhausens würde man zu einem späteren Zeitpunkt informieren.

Sicherheitschef ebenfalls verhaftet

Unter den Verhafteten ist auch der Sicherheitsverantwortliche des FC Schaffhausen. Dies bestätigte Christian Philipp. Zuerst hatte die NZZ darüber berichtet. Der FC Schaffhausen bestätigte den SN auf Anfrage ebenfalls, dass es sich bei einem der Verhafteten um ihren Sicherheitschef handle. Genaue Hintergründe, warum dieser verhaftet worden sei, kenne man aber nicht. Ein weiterer Verhafteter soll auch einer der Männer gewesen sein, die das Banner hochgehalten hatten und mit einem Stadionverbot belegt wurde. 

Laut Staatsanwalt Philipp war eine Haft in allen vier Fällen nötig, da «Kollusionsgefahr zwischen den Tatbeteiligten», also die Gefahr, dass diese sich absprechen könnten, bestand. Daher habe man «eine unbeeinflusste Beweislage zu Beginn der polizeilichen Befragungen angestrebt». Ausserdem sei ein Vergehen untersucht worden, «weshalb eine kurzzeitige Haft auch unter dem Titel Verhältnismässigkeit durchaus gerechtfertigt war».​ Die Verhafteten kommen aus den Kantonen Thurgau und Schaffhausen und sind zwischen 25 und 37 Jahren alt.

Im Zuge der Verhaftungen kam es auch zu Hausdurchsuchungen vor Ort. Diese seien nötig gewesen «um Beweismittel zu sichern», sagte Rebecca Tilen von der Pressestelle der Kantonspolizei Zürich auf Anfrage. Auch Christian Philipp bestätigte die Hausdurchsuchungen, die dazu gedient hätten, dass man unter anderem Hinweise auf die Tatwerkzeuge, aber die «betreffend Kontakte zwischen den Tatverdächtigen» überprüfen kann. Laut FCS-Mediensprecher Christian Stamm sei man beim Club allerdings über die Härter beim Vorgehen der Polizisten überrascht gewesen. Er unterstrich jedoch, dass man begrüsse, dass dieser Vorfall lückenlos aufgeklärt werde.

Der Mediensprecher des FC Schaffhausen, Christian Stamm, im Gespräch mit Radio Munot.

Anklage wegen Offizialdeliktes

Alle Festgenommenen wurden unter der Verfahrensleitung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland polizeilich zur Sache befragt. Das Verfahren gegen die vier Männer soll auch nach der durch die Kantonspolizei Zürich und die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland geführten Befragung weitergeführt werden. So wird weiterhin wegen eines Offizialdeliktes nach Artikel 259 StGB ermittelt. Dieser Artikel lautet: «Wer öffentlich zu einem Verbrechen oder Gewalttätigkeit auffordert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.» ​​​​​​ (rd)

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