Auswanderer-Familie Volk: Vom Sommer direkt in den Winter

Autor
Ralph Denzel

Während sich bei uns erst langsam die Blätter verfärben, müssen die Volks wieder die Winterschuhe aus dem Regal holen: In ihrer neuen Heimat gibt es bereits Schnee – und das nicht zu knapp.

Der Winter hat die Volks voll erwischt. Bild: zVg

«Es schneielet, es beielet, es goht en chüehle Wind» – in unseren Breitengraden singt man dieses Kinderlied wohl noch länger nicht. Die Auswanderer-Familie Volk hingegen kann das Lied bereits jetzt anstimmen, denn: In British Columbia, der Wahlheimat der Benkener Familie Volk, ist bereits wieder der Winter angekommen. Hatte die Familie in den vergangenen Wochen noch Temperaturen um die 25 Grad, begrüsste sie der Oktober mit frostigen Temperaturen um den Gefrierpunkt. Sohn Gion kann sogar bereits die ersten Schneebälle werfen.Die Familie, die im Jahr 2015 nach Kanada auswanderte und vom SRF dabei begleitet wurde, hat sich mittlerweile an solche Wetterkapriolen gewöhnt. Immerhin war der Wetterumschwung dieses Jahr nicht ganz so drastisch wie vor einem Jahr. Dort sprang die Temperatur binnen einer Woche von 30 Grad Celsius auf unter Null – zusammen mit Schnellfall und Frost.

Die Familie wohnt in der Nähe der Rocky Mountains. Kommt nun eine Kaltfront vom Pazifik her, bleibt diese bei den Bergen hängen und bringt dort Niederschläge und – eben auch Schnee im Oktober.

Ein paar Monate extremer Sommer – dann Schnee bis Mai

Die Volks, die auch in der alten Heimat immer gerne in die Berge zum Snowboarden und Skifahren gegangen sind, stören sich nicht an dem Wetter. «Erst im April wird es langsam nervig, dann würde man doch gerne mal wieder das grüne Gras sehen und nicht immer nur Schnee», so Simone Volk. Auch die Temperaturen, die weit unter dem Gefrierpunkt liegen, sind für die Auswanderer kein Problem mehr. «Es gibt eigentlich nur eines: Ganz warm anziehen!» Dazu gehören mehre Lagen Kleider und dicke Winterjacken. «Irgendwann gewöhnt man sich dann auch an diese Temperaturen.»

Schwieriger hat es Christian Volk. Der Holzunternehmer, der meistens abseits in den Bergen arbeitet, muss sich jetzt schon wieder mit jeder Menge Schnee arrangieren. «Das ist soweit aber kein Problem», so der Unternehmer, der ursprünglich aus dem Zürcher Weinland kommt. Seine Maschinen haben starke Motoren und grosse Reifen: «Die schaffen bis zu zwei Meter Schnee.» Hat er das auch schon erlebt? «Ja, das kann schon vorkommen», lacht er. Wenn, dann habe eher der Mensch als die Maschine Probleme mit dem Schnee.

Für Sohn Gion kann der Winter nicht schnell genug kommen. Im vergangenen Jahr hat er seine Leidenschaft für Skilanglauf entdeckt und ist darin sehr erfolgreich: Im Februar gewann er einer Goldmedaille in dieser Disziplin.

Der erste Schnee für die kleine Leeza

Die Abkühlung kommt aber auch dem Rest der Familie ganz gelegen: So haben die Volks gerade eine lange und heftige Waldbrandsaison hinter sich. «Die Sonne sah man teilweise nicht mehr, so dicht war der Rauch», erinnert sich Simone Volk. Aber nicht nur das: Auch die Hitze machte den, damals noch drei, Auswanderern zu schaffen: Als Simone dem Ende ihrer Schwangerschaft entgegenblickte, konnte sich ihre neue Heimat Clearwater damit brüsten, dass er der heisseste Ort in ganz Kanada war.

Da ist der Schnee für die Wintersprotfreunde aus dem Weinland doch angenehmer. Wie sich der Nachwuchs Leeza an die Temperaturen gewöhnt, wird sich wohl zeigen müssen. Auch für sie gilt: Gut eingepackt macht auch ihr der erste, recht frühe Schnee nichts aus. Und vielleicht hat sie die Kälte-Toleranz auch in den Genen: Immerhin ist die Jüngste die einzige Kanadierin in der Familie. 

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