1947 war der Wasserstand noch tiefer

Autor
Alfred Wüger

Der trockene Sommer hat auch Auswirkungen auf die Wasserstände am Obersee und am Untersee. Aber der Wasserstand wird wohl noch weiter fallen, aber nicht im November.

In Steckborn sieht man ganz deutlich, wie tief der Stand des Untersees zurzeit ist. Normalerweise ist der Uferstreifen im Winter nur halb so breit. Bild: Katja Brütsch

Der Wasserstand des Bodensees liegt derzeit insbesondere im Untersee auf einem für die Jahreszeit aussergewöhnlich niedrigen Niveau. Am 8. November war der Wasserstand des Obersees rund 25 Zentimeter unter dem Mittelwert der Jahresreihe 1981 bis 2010 und rund 30 Zentimeter über dem bisher niedrigsten beobachteten Tagesmittel für den 8. November, das im Jahre 1947 gemessen worden war. Dies ist den Bodensee-Wasserstandsinformationen der Thurgauer Kantonspolizei zu entnehmen.

Ursache für den niedrigen Wasserstand, wie es weiter heisst, sind die in den Monaten Februar bis Juli im Einzugsgebiet des Bodensees unterdurchschnittlichen Niederschläge, welche weniger als zwei Drittel des langjährigen Mittels für diesen Zeitraum erreichten. Zudem war es im Frühling ausgesprochen warm, ­sodass der Schnee im Einzugsgebiet des ­Bodensees sehr rasch schmolz.

Es gibt keine neuen Novemberrekorde

Abgemildert werden die Niedrigwasserstände durch die aufstauende Wirkung von Wasserpflanzen in den Ausstrombereichen des Bodensees. Dieser Rückstau hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, insbesondere zwischen Obersee und Untersee. Die Wasserpflanzen tragen momentan massgeblich dazu bei, dass im Obersee die Pegelstände deutlich über den langjährigen saisonalen Minimalwerten liegen. Aufgrund der derzeitigen Wetterlage werden in den nächsten Tagen nur geringfügige Änderungen der Seewasserstände erwartet. Im November wird am Bodensee/Obersee der bisher niedrigste für den jeweiligen Kalendertag gemessene Wasserstand voraussichtlich nicht unterschritten. Auch beim Untersee werden in der zweiten Dekade im November die Wasserstände über den bisher niedrigsten gemessenen Tagesmitteln für den jeweiligen Kalendertag liegen.

Niedrigstes Wasser ab Dezember

Die bisherigen niedrigsten beobachteten Wasserstände werden im November am Obersee und vermutlich auch am Untersee nicht unterschritten, weil die niedrigsten Wasserstände am Bodensee aufgrund des überwiegend alpinen Einzugsgebiet in den Monaten Dezember bis Februar auftreten.

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