Peinliche Panne: «Emmi» verwechselt Stein am Rhein mit Winterthur

Autor
Ralph Denzel

In der Region lachen die Leute über den Fauxpas des Unternehmens «Emmi», welches auf seinen Kaffeerahmdeckli Stein am Rhein kurzerhand zu Winterthur machte. Wir erklären, wie es dazu kam.

Die Rhigass liegt also in Winterthur - was da wohl die Leute aus Stein am Rhein zu sagen? Bild: Screenshot Google-Maps/Cornelia Guhl-Santantoniou(FB)/Montage: RD

Ach, Winterthur – diese wunderschöne Stadt. Mit den alten Gassen, den pittoresken, mittelalterlichen Gebäuden, die einem bei jedem Schritt in Staunen versetzen, die bunten Fassadenmalereien – die Burg Hohenklingen, die über die Stadt wacht, alt und erhaben und natürlich der Rhein, der leise direkt neben dem kleinen Städtchen dahinplätschert – Moment, da stimmt was nicht, oder?

Vorneweg: Wir bei den Schaffhauser Nachrichten wissen natürlich, wo Stein am Rhein liegt. Wir beziehen uns vielmehr auf ein Bild, welches in der Facebook-Gruppe «Du bist ein Schaffhauser/in, wenn…» gerade hohe Wellen schlägt. Die Firma «Emmi», deren Kaffeesahne man wohl in fast jedem Restaurant zu Kaffee gereicht bekommt, hat sich dort nämlich einen Fauxpas geleistet und kurzerhand die Rhigass in Stein am Rhein nach Winterthur verlegt.

Zum Vergleich hier die Rhigass in Stein am Rhein:

Und hier das Bild aus Facebook:

Bild: Cornelia Guhl-Santantoniou FB

Auch in den Kommentarspalten war den ortskundigen Gruppenmitgliedern schnell klar: Das ist nicht sicher nicht Winterthur. «Definitiv Stein am Rhein», schreibt eine Nutzerin, eine andere fragt: «Siet wenn isch Stei am Rhy Winterthur?»

Diese Frage haben wir uns auch gestellt und haben direkt beim Hersteller nachgefragt.

Wie die Rhigass nach Winterthur kam

Sibylle Umiker, Leiterin Media Relations Emmi Gruppe, sagt dazu: «Das Problem mit der falschen Beschriftung auf einem unserer Kafirahmdeckeli-Sujets ist uns bekannt.» Wie es genau dazu kommen konnte, kann sie so erklären: «Die Sujets zur Illustration der Kafirahmdeckeli werden von verschiedenen Leuten bearbeitet, da diese ja in der passenden Grösse aufbereitet, beschriftet und gedruckt werden müssen.» Nun wurde aber anscheinend beim «betreffenden Sujet» die zuvor bearbeitete Datei «irgendwo im Prozess falsch benannt.» Bemerkt wurde das dann erst, als die fertigen Kaffeerahmportionen schon im Umlauf waren.

An Unkenntnis des Künstlers, der dieses Bild herstellte, lag es laut der Unternehmenssprecherin nicht: Produziert werden die Bilder laut Sibylle Umiker nämlich von Leuten, die die dargestellten Fotos sehr genau kennen. Vornehmlich seien dies «Künstler und Fotografen» aus der Region.

Hundertausendfach falsch

Die Sujets auf den Kaffeerahmdeckeli werden dabei mehrmals im Jahr neu aufgelegt. Pro Jahr werden laut Sibylle Umiker vier Serien mit Bildern wie dem obigen produziert. Pro Serie gibt es dann ungefähr zehn Millionen Portionen. Auch bei dieser Produktion, bei der die Rhigass sich nach Winterthur verirrte, war das der Fall. Bei 30 unterschiedlichen Bildern bedeutet das, dass wohl ungefähr 300‘000 von den Fehldrucken im Umlauf sind.

Zurückholen oder gar korrigieren könne man das nicht mehr, so Sibylle Umiker: «Da alle Kaffeerahmportionen einer Sujetreihe auf ein Mal produziert werden, gibt es leider keine Möglichkeit, um diesen Fehler zu korrigieren.»

Dies ist nicht das erste Mal, dass der Firma so ein Fehler unterläuft: 2010 verlegte das Unternehmen auf seinen Deckeli das Schloss Chillon nach Genf - und nicht richtigerweise nach Montreux. Und auch in der Facebookgruppe «Du bist ein Schaffhauser/in, wenn...» schreibt ein Nutzer, dass er kürzlich ein Stein am Rhein auf einem Deckeli entdeckt habe - verlegt ins deutsche Konstanz.

So hat «Emmi» aus Versehen ein Sammlerstück geschaffen - denn wie bei Münzen sind auch bei Kafferahmdeckel Fehldrucke begehrt – und wird in Zukunft hoffentlich Winterthur und Stein am Rhein unterscheiden können.

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