Nach «Allahu Akbar»-Ruf: Strafanzeige gegen Polizistin

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Schaffhauser N…

Ein Schaffhauser ruft «Allahu Akbar», eine Polizistin bekommt das mit und der Mann eine Busse - gegen die Beamtin will nun die Linke PoC Zürich Strafanzeige wegen Diskriminierung einreichen.

Eine zufällig anwesende Polizistin hörte den Ausruf «Allahu Akbar» des jungen Mannes. Symbolbild: RD

Die Linke PoC Zürich (People of Color) will eine Strafanzeige wegen Rassendiskriminierung gegen die Polizistin einreichen, die einen Schweizer türkischer Herkunft verzeigt haben soll, als dieser «Allahu Akbar» rief, als er auf der Fulachstrasse in Richtung Altstadt ging. Bei der Staatsanwaltschaft Schaffhausen ist bisher aber keine Anzeige eingegangen, wie Erster Staatsanwalt Peter Sticher auf Anfrage bestätigt. «Wenn so eine eingeht, wird sie geprüft und dann schauen wir weiter.»

Die Gruppe «Linke PoC Zürich» argumentiert, dass «der Takbir, also die Redewendung ‹Allahu akbar›, eine Redeformel ist, die im Alltagssprachgebrauch islamisch geprägter Länder verwendet wird – auch von der christlichen Bevölkerung».

Laut der Polizei sei der Ausdruck «Allahu Akbar» in jüngerer Vergangenheit auf der ganzen Welt oftmals vor Terrorakten gerufen worden. Daher müsse ein solcher Sachverhalt genauer überprüft werden. In einem Rapport wurde dann ein Verstoss gegen Artikel 18 der städtischen Polizeiverordnung festgestellt. Die Folge: Der 22-jährige Mann bekam von der Stadtpolizei im August des letzten Jahres eine Busse von 150 Franken aufgebrummt. Hinzu kamen 60 Franken Bearbeitungsgebühr.

Laut Meinung der Gruppe stütze sich die Anzeige «alleine auf islamophobe, rassistische Vorurteile». «Der kulturelle Hintergrund des Begriffs - wie er im arabischen Sprachraum und in islamisch geprägten Ländern gebräuchlich ist - wurde vollständig übergangen, einzig die rassistischen Vorurteile der Polizistin bestimmten ihr Handeln», so die Gruppe in einer Medienmitteilung.

Die Polizistin habe mit ihrer Verzeigung Personen aus Ländern, in welchen der Takbir Teil der Alltagssprache bildet, «nicht nur religiös, sondern auch ethnisch und kulturell diskriminiert». (rd)

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