Starke Stimme unterstützt durch starke Band

Autor
Saskia Baumgartner

Ein grosser Teil des Festivalpublikums war gestern wegen Anastacia ans «Stars in Town» gekommen. Es bekam ein ­munteres Mitmach-Konzert geboten. Den Humor der Sängerin muss man mögen.

Überzeugte mit ihrer kraftvollen Stimme: Anastacia. Bild: Selwyn Hoffmann

Um Anastacia ist man um die Jahrtausendwende nicht herumgekommen. Im Radio liefen «I’m Outta Love» oder «Not That Kind» rauf und runter, MTV zeigte die dazugehörigen Vidoclips der dekolletébetont gekleideten Sängerin.

Bei ihrem gestrigen Auftritt auf dem Herrenacker fühlte man sich in diese Zeit zurückversetzt: Rein optisch hat sich die bald 50-Jährige kaum verändert: enge Hose, hohe Hacken, freizügiges Oberteil. Und auch die Stimme klingt so eindrücklich wie zum Karriere­beginn: klar, kraftvoll, etwas nasal, die Vokale kaugummiartig in die Länge gezogen. Einzigartig.

Viel brauchte die amerikanische Sängerin nicht, um das Publikum, das sich nach dem Auftakt durch KT Tunstall inzwischen deutlich vermehrt hatte, zu überzeugen. Schon als die ersten Töne von «Left Outside Alone» erklangen, war die Menge da: Es wurde mitgesungen, geklatscht und getanzt.

Medley und Guns-n’-Roses-Cover

Nach ein paar Liedern erklärte Ana­stacia, wie sehr sie über den heutigen Abend erfreut sei: Gleich drei starke Frauenacts auf der Bühne, das sei nicht üblich im Business. Die Sängerin stellte dann auch gleich die anderen drei Frauen auf der Bühne vor, darunter zwei Background-Tänzerinnen/-Sängerinnen sowie die restlichen Bandmitglieder. Die Musiker bewiesen nach etwa einer halben Stunde, dass sie das Publikum auch allein im Griff haben. Anastacia nutzte das funkige Medley der Band, um in ein neues hautenges Outfit zu schlüpfen – nun in Schwarz statt wie zuvor in Weiss.

Die Sängerin spielte ihre Hits, die mal countryartig, mal rockig oder mit Soul daherkamen. Alle mit eingängiger Melodie, was viele zum Mitsingen animierte. Das Gleiche galt auch für «Sweet Child of Mine» von Anastacias Coveralbum, bei dem auch Guns-n’-Roses-Fans sicher anerkennend genickt hätten.

Nicht unbedingt nötig gewesen wäre das etwas seltsame Schlagzeugsolo mit schrägen Quietsche-Soundeffekten und einem Einspieler von Beethovens Fünfter. Und auch den eher anzüglichen Witz Anastacias über einen Zwanzigjährigen aus ihrem Team hätte sie sich am Abend der starken Frauen verkneifen können.

Das Konzert endete mit Anastacias wohl grösstem Erfolg «I’m Outta Love» und einem sichtlich zufriedenen Publikum.

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