Wie Christian Amsler in Bern ankommt

Autor
Clarissa Rohrbach

Für FDP-Parlamentarier in Bern ist klar: Cristian Amsler hat das Zeug für den Posten als Bundesrat, muss aber noch Überzeugungsarbeit leisten.

Im Vergleich zu Karin Keller-Sutter fehlen Christian Amsler in Bern unter anderem persönliche Kontakte. Bild: Selwyn Hoffmann

In Schaffhausen kennt ihn jeder. Doch wie stehen Christian Amslers Chancen in Bern? Der Regierungsrat hat im Gegensatz zu seinen Mitstreitern, Ständerats-präsidentin Karin Keller-Sutter (SG) und Ständerat Hans Wicki (NW), keine Erfahrungen im Bundeshaus. Laut FDP-Parlamentarier ist das zwar ein Nachteil, aber nichts, was man nicht nachholen kann. «Er muss jetzt sein Netzwerk im Bundeshaus ausbauen», sagt Nationalrätin Christa Markwalder. Sie hält ihn für einen valablen Kandidaten und kann sich auch ein Dreierticket vorstellen. Auch Nationalrat Thierry Burkart (AG) ist der Meinung, dass sich Amsler jetzt bei der Fraktion gut verkaufen muss. Dass Schaffhausen noch nie im Bundesrat vertreten war, könnte ihm in die Hände spielen, doch das wichtigste Kriterium sei die Qualität, nicht die Herkunft der Kandidaten. Und diese sei laut Burkart bei allen dreien hoch.

«Amsler muss jetzt sein ­Netzwerk im Bundeshaus ausbauen.»

Christa Markwalder, Nationalrätin (FDP/BE)

Man habe Amslers Namen in Bern schon gehört, doch es fehlten die persönlichen Kontakte, wie sie ein Parlamentarier habe, meint FDP-Fraktionspräsident Beat Walti. «Jetzt steht ihm ein persönlicher Überzeugungsprozess bevor.» Schliesslich gehe es um die Stimmen der Fraktionsmitglieder. «Ich nehme an, dass Amsler sich nun bemüht, diese zu kontaktieren.» Auch Walti meint, ein Dreierticket sei noch möglich. Während sich Amsler im politischen Spek­trum eher in der Mitte bewegt, politisieren Keller-Sutter und Wicki deutlich bürgerlicher. Erstere gilt weiterhin als Favoritin für die Nachfolge von Johann Schneider-Ammann, auch weil der Frauenanspruch von vielen als wichtiges Kriterium genannt wird.

Während sich bei der FDP schon einige Präferenzen herauskristallisiert haben, ist das Rennen bei den vier CVP-Kandidaten für den Sitz von Doris Leuthard noch offen. Die besten Aussichten dürfte die Walliser Nationalrätin Viola Amherd haben. Nun beginnt für die Kandidaten die Zeit, in der sie die Werbetrommel rühren. Amsler wird sich zusammen mit Keller-Sutter und Wicki auf einer sogenannten «Roadshow» den Fragen der Bevölkerung stellen. Zuerst in Muttenz, dann am 12. November in Winterthur und danach in Yverdon.

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