Heute soll der erste Sieg 2019 geholt werden

Autor
Daniel Koch

Ein Duell der Verlierer: Wenn der FC Schaffhausen heute im Stadion Grünfeld in Jona gegen den Letzten Rapperswil-Jona antritt, treffen zwei Teams ­aufeinander, die dringend Punkte brauchen.

So soll es heute werden: Die FCS-Spieler um Goalgetter Tunahan Cicek können einen Erfolg bejubeln. Bild: Roger Albrecht

Wenn Schiedsrichter Pascal ­Erlachner die Challenge-League-Partie FC Rapperswil-Jona gegen den FC Schaffhausen anpfeift, treffen zwei Teams aufeinander, die man getrost in die Kategorie Not gegen Elend einteilen könnte. Der Gastgeber hat die letzten 13 Partien in der Liga nicht mehr gewonnen. Den letzten Sieg durften die FCRJ-Spieler am 25. September 2018 in Chiasso beim 1:0 bejubeln. Zuletzt am Mittwoch auf der Schützenwiese gegen den FC Winterthur verlor die Mannschaft von Trainer Urs Meier mit 0:2. Doch auch der Gast aus Schaffhausen ist schwach ins Jahr 2019 gestartet. Heimniederlagen gegen FC Chiasso (1:2) und SC Kriens (1:2) sowie ein Remis in Wil sind zu wenig für ein Team, das mit dem Anspruch aus der Winterpause kam, Tabellenplatz 2 anzupeilen, also den Barrageplatz.

Zehn Punkte Abstand

Derzeit fehlen zehn Punkte auf diesen Platz. Er dürfte wohl bis auf Weiteres kein Thema mehr sein. Gleichwohl sollte die Mannschaft von Boris Smiljanic wieder einmal punkten, um den Abstand gegenüber den hinteren Tabellenplätzen aufrechtzuerhalten. Vor allem heute, wenn der FCS auf einen Gegner trifft, der bereits im Überlebenskampf steckt. Rapperswil-Jona hat nach dem Aufwärtstrend von Chiasso bereits drei Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, weshalb Trainer Meier ebenfalls dringend auf Punkte angewiesen ist.

Die Hälfte des FCS-Kaders absolvierte in dieser Woche medizinische Tests, die andere Hälfte wird diese in der nächsten ­Woche durchlaufen. Ob die Testdaten dem Trainer helfen werden im so wichtigen ­Duell gegen den Tabellenletzten?

Denn noch immer fehlt Miguel Castroman, der kreativste Kopf im Team von Trainer Boris Smiljanic. Dann müssen halt andere seinen Part übernehmen, der Trainer geht diese Aufgabe pragmatisch an. «Die Spieler haben gut trainiert, die Stimmung ist trotz der schlechten Resultate gut», sagt sowohl der Trainer als auch der junge Danilo Del Toro. «Ich erwarte einen harten Fight», sagt Smiljanic. Auch Del Toro geht davon aus, dass auf dem Grünfeld Fussball gearbeitet und nicht gespielt wird. Eine weitere Aufgabe für die FCS-Profis ist die Umstellung auf Naturrasen. Es ist schon lange her, seit man auf natürlichem Grün antreten konnte. Letztmals trat der FCS im Dezember beim 1:1 in Vaduz auf einer natürlichen Unterlage zu einem Ligaspiel an.

Doch das alles interessiert die Spieler nicht. Sie wollen endlich wieder einmal ein Erfolgserlebnis. «Wir haben viel Respekt vor Rapperswil-Jona, das eine gute Mannschaft hat und sich im Winter auch noch gut verstärkt hat», sagt Danilo Del Toro. Das wurde auch in Schaffhausen registriert. Doch der Fokus liegt bei Del Toro auf der kleinen Krise, die es zu überwinden gilt. «Wir müssen die drei Punkte holen», so sein Ziel. Damit spricht er seinem Kollegen Tunahan Cicek aus dem Herzen. «Auch wenn es in Rapperswil nie ganz einfach ist zu spielen. Für uns zählt nur ein Sieg.» Dass er bisher erst zwei Treffer und die Penaltypunkte seit der Rückkehr aus Neuenburg erzielt hat, ärgert den Goalgetter natürlich. «Ich muss mehr gefüttert werden», so Cicek, der bessere Zuspiele fordert. Zu oft weicht er ins Mittelfeld aus, um die Bälle zu holen. Dadurch fehlt er in der Spitze, dort, wo ein Goalgetter sein sollte, um zu treffen. Vielleicht kommt Cicek wieder vermehrt zum Abschluss, wenn Zuspieler Helios ­Sessolo nach langer Verletzungspause ins Team zurückgekehrt ist.

Und so würde ein Rädchen ins andere greifen, und am Ende könnten die Spieler endlich wieder einmal über einen Sieg jubeln. Genau das wünscht sich auch Luca Tranquilli. Der Mittelfeldspieler hat wohl die passendste Taktik für den heutigen Match parat. «Wir müssen als Einheit auftreten, und jeder muss für jeden kämpfen. Die richtige Einstellung zeigen, jeden Zweikampf annehmen und einen grossen Siegeswillen entwickeln.» Dann, so das FCS-Eigengewächs, müsste es klappen, nicht mit leeren Händen nach dem Match die Heimreise antreten zu müssen.

Das Spiel gibt's auf shn.ch ab 16.30 Uhr im Liveticker

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