Der Alltag geht weiter für den FCS

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Schaffhauser N…

Das erste Liga-Heimspiel des Jahres gegen Chiasso wird ungewöhnlich für die FCS-Spieler. Den Tod und die Beerdigung von FCS-Besitzer Aniello Fontana gilt es für alle auszublenden.

Eins werden mit den Fans: Die FCS-Spieler hoffen auf viel Unterstützung durch ihre Fans im ersten Spiel nach dem Tod von FCS-Besitzer Aniello Fontana. BIld: Roger Albrecht

von Daniel F. Koch

Der Rückrundenstart für die Spieler des FC Schaffhausen wird zu einer ganz besonderen Herausforderung. Nach dem überraschenden Tod von Clubbesitzer Aniello Fontana und der bewegenden Trauerfeier am Mittwoch, bei der Cheftrainer Boris Smiljanic eine beeindruckende Abschiedsrede für Fontana hielt, gilt es nun, den Fokus wieder auf den sportlichen Alltag zu legen. «Es ist unsere Aufgabe, Ani­ellos Hinterlassenschaft Sorge zu tragen», hatte Smiljanic gefordert.

Dazu zählt, sich auf jeden Gegner in der ausgeglichenen Challenge League so vorzubereiten, als würde der Meisterschaftsfavorit kommen. Ein erstes Beispiel gibt es gleich heute zum Rückrundenstart (Anpfiff ist um 17.30 Uhr im Lipo-Park), wenn der Tabellenletzte FC Chiasso antritt. Auf dem Papier eine klare Sache: hier der nach vorne orientierte Gastgeber und als Gast ein ums Überleben kämpfender Gegner. «Die DNA von Chiasso ist immer gleich: Wir werden auf eine aggressive Mannschaft treffen, die viel mit Provokationen arbeitet und sehr emotional auftreten wird», sagt der FCS-Trainer. Darauf würde er seine Spieler vorbereiten. Fehlen werden Smiljanic die verletzten Delli Carri, Rether und Sessolo, fraglich ist Del Toro. Neue Spieler wird der FCS gemäss Sportchef Axel Thoma keine holen. Eher wird der Kader verkleinert. So wird der talentierte Mamadou Tounkara den Club verlassen. Auf der Liga-Homepage ist er beim FCS bereits als Abgang verzeichnet.

Beim Gast aus Chiasso hat es wie alljährlich in der Winterpause viele Wechsel gegeben. «Die haben viele junge Spieler eingebaut», weiss Smiljanic. Sieben Akteure, der prominenteste davon ist der Ex-Internationale Antoine Rey, der zu Mendrisio in die 1. Liga wechselte, sind gegangen. Gleich neun Neue darf Trainer Andrea Manzo in sein Team integrieren. Weil es einige Zeit dauert, bis Neuzugänge in die Mannschaft eingegliedert sind, könnte dies für den FCS zum Vorteil gereichen. «Es müssen immer einhundert Rädchen ineinandergreifen, bis eine Gruppe voll funktionsfähig ist. Das ist bei uns bereits der Fall», sagt der Trainer. Allerdings weiss auch Boris Smiljanic durch seine langjährige Erfahrung als Spieler, dass sämtliche theoretischen Überlegungen und vermeintlichen Vorteile sich rasch ändern. Man kann Altmeister Otto Rehagel nicht oft genug zitieren. «Die Wahrheit liegt auf dem Platz!», hat der Europameistertrainer von Griechenland einmal eine der Fussballweisheiten von sich gegeben, die allzeit gültig sind.

Das wird auch Trainer Smiljanic seinen Schützlingen mit auf den Weg geben. Zudem hofft er auf die Unterstützung der FCS-Fans. «Nach den letzten schweren Tagen hoffe und wünsche ich mir, dass sich die Fans wieder etwas Spezielles einfallen lassen, um Aniello Fontana nochmals zu würdigen und uns anfeuern.» Beim letzten Auftritt der Chiassesi im Lipo-Park kamen immerhin 1028 Fans ins Stadion, als der FCS in einem verrückten Spiel noch 3:2 siegen konnten. Im FCS-Lager hofft man auf viele Fans. Zumal das Team hohe Ziele hat: Man möchte versuchen, den Barrageplatz zu erreichen.

Das sagt Luca Tranquilli

«Wir müssen uns voll auf den Match fokussieren. Wir hatten mittlerweile etwas Zeit, uns von ­Ani­ello zu verabschieden. Wir müssen positiv gestimmt in die Partie gegen Chiasso gehen. Gegen die weiss man nie, was einen erwartet. Doch wir sind parat und wollen uns würdig präsentieren.»

Was Trainer Boris Boris Smiljanic und Tunahan Cicek zum Rückrundenstart sagen, hören Sie hier:

 

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