«Elektromobilität kommt – Schaffhausen macht vorwärts»

Ramona Melis-Pfund | 
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Das Thema Elektromobilität ist in aller Munde: Das zeigte auch eine Umfrage bei den Gästen des SNplus Forums zum Thema Elektromobilität. Schauen Sie sich das spannende Video an!

Elektromobilität bietet eine zukunftsträchtige Lösung: Sie wirkt dem Klimawandel entgegen und reduziert den CO2-Ausstoss. Grund genug, mit ausgewiesenen Energieexperten ausführlich darüber zu diskutieren. Das SNplus Forum vom vergangenen Donnerstagabend zeigte dem Publikum im Zunftsaal zun Kaufleuten eine ganzheitliche Perspektive, neue Entwicklungen und klärte viele offene Fragen.

Jegliche Art von Mobilität hat Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Die Verantwortung über deren Intensität liegt allerdings bei jedem einzelnen. Am SNplus Froum zum Thema «Elektromobilität kommt – Schaffhausen macht vorwärts» in Zusammenarbeit mit SH Power diskutierten die Podiumsteilnehmer untereinander und mit den Gästen über Vor- und Nachteil sowie über die Zukunft der Elektromobilität.

Mit Vorurteilen aufräumen

Moderatorin Sarah Keller servierte viele Vorurteile auf dem Silbertablett. Fein säuberlich räumten die Podiumsteilnehmer – Silvan Rosser, Projektleiter bei EBP Schweiz, Sven Fitz, Teamleiter Umwelt/Energie bei der Stadtplanung Schaffhausen, und Patrick Bartholome, Assistent Energie- und Umwelttechnik bei SH Power, – mit diesen Ressentiments auf. So erklärte Silvan Rosser, dass die Batterie eines Elektroautos moderat altert und die Ladedauer sich nicht über die Jahre verlängert. Bezüglich Reichweite wies Patrick Bartholome darauf hin, dass nicht nur SH Power das Netz der Ladestationen laufend stark erweitert, sondern dass dieser Trend europaweit anhält. Schliesslich sind heute in allen Navigationsgeräten die Schnellladestationen verzeichnet, an denen ein Elektrofahrzeug innert 15 Minuten wieder genügend für die Weiterfahrt geladen ist.
 

Diskussionsrunde

Am SNplus Forum zum Thema Elektromobilität stellte Moderatorin Sarah Keller den Podiumsgästen (v. l.) Silvan Rosser, Projektleiter bei EBP Schweiz, Sven Fitz, Teamleiter Umwelt/Energie bei der Stadtplanung Schaffhausen, und Patrick Bartholome, Assistent Energie- und Umwelttechnik bei SH Power, spannende Fragen. Bild Roberta Fele


Zur Nachhaltigkeit eines Elektroautos erzählte Silvan Rosser bereits in seinem Einführungsreferat einiges. So zeigte sich: Wenn der Strom, mit dem das Auto «getankt» wird, ausschliesslich aus erneuerbaren Quellen stammt, können 90 Prozent der Emissionen verhindert werden. «Je CO2-ärmer der Strom, desto grösser die Einsparung im Vergleich zu einem Auto mit Verbrennungsmotor», resümierte der Experte für Elektromobilität.

Oft liest und hört man, dass die in E-Autos verbauten Materialien endlich sind und auf umweltschädliche Weise abgebaut werden. Sven Fitz konterte allerdings, die Rohstoffe seien in Massen vorhanden und würden ab Mitte dieses Jahrhunderts aufgrund des Recyclings der Batterien nicht mehr weiter abgebaut. Dass die Standards für einen umwelt- und sozialverträglichen Abbau für Lithium in Südamerika und Australien oder Kobalt im Kongo noch fehlen, mussten die Podiumsteilnehmer allerdings eingestehen. Die EU arbeite intensiv an einer Lösung, fügte Silvan Rosser an, und zudem hätten auch Verbrennungsmotoren in der Herstellung einen ökologischen und sozialen Fussabdruck.

Angeregte Fragerunde mit Weitblick

Nachdem auch die Kostenfrage mit einem Blick über die gesamte Lebensdauer eines E-Fahrzeugs und der Information über eine 2000 Franken hohe Umstiegsprämie im Kanton Schaffhausen geklärt war, ging der Ball ans Publikum. Dieses nahm die Gelegenheit, vor dem Apéro im Plenum Fragen zu stellen, gerne wahr. So kam die Überlegung zu einheitlichen Steckern für die Ladung auf, die gemäss Sven Fitz in den letzten Jahren genormt wurden. Ein Gast fragte, ob es zu Engpässen an den Schnellladestationen unterwegs kommen könnte. Silvan Rosser verneinte, denn die Betreiber hätten ein Interesse an der wirtschaftlichen Nutzung ihres Angebots. Ob denn eine Schnellladung nicht dem Akku schade, konnte der Experte nicht gänzlich mit Nein beantworten: «Ideal ist bei jeder Batterie eine Ladung zwischen 20 und 80 Prozent, damit die Alterung verzögert werden kann.» Zudem gebe jeder Hersteller eine Garantie auf die Batterie.

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Das meinen die Gäste des SNplus Forums:

zwei junge Mechatroniker

Gian Niedrist und Pascal Jaquerod, Schaffhausen

«Wir sind beide grosse Autofans und in der Automobilbranche tätig. Vieles wussten wir schon im Vorfeld, aber es gab Überraschungen beim Thema Batteriemanagement. Wir sehen in der Elektromobilität ein sehr grosses Potenzial – wir wissen doch alle, dass jetzt etwas passieren muss. Die Leute sind wissensdurstig und wollen sich darüber informieren.» Bild Lara Galliker

Ralph Kern

Ralph Kern, Hemmental

«Bevor ich pensioniert wurde, habe ich in der Energiebranche gearbeitet und kenne mich mit dem Thema gut aus. Für mich war spannend, dass es nun so rasant vorwärtsgeht, vor allem mit dem Ausbau der Ladestationen. Ich bin gegenüber der Elektromobilität sehr positiv eingestellt, denn mit unserem eigenen Elektroauto sind wir noch nie stehen geblieben.» Bild Lara Galliker

Daniel und Mirjam Ritzmann

Mirjam und Daniel Ritzmann, Schaffhausen

«Für uns war neu, dass das Laden an Points of Interest bereits so weit verbreitet und das Schnellladen inzwischen so einfach ist. Das Potenzial der Elektrifizierung ist sicher enorm, aber man muss auch sehen, dass es nicht die Lösung für alle Klimaprobleme ist. Aber dank dem Einsparpotenzial kann es sicher ein Teil der Lösung sein.» Bild Lara Galliker

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