Von der grauen Öde zur grünen Oase

Autor
Maria Gerhard

Eine grosse Terrasse mit herrlicher Aussicht, was liegt da näher, als urbanen Gartenbau zu betreiben? In der Serie «Gartengeschichten» gehen wir für unsere Leser ein Jahr lang unter die Gärtner.

Schuften auf der SN-Terrasse: Praktikantin Melanie Schmid und Lehrling Joël Bohle bestücken das Hochbeet mit Blähtonkügelchen.Bild Selwyn Hoffmann

Auf eine graue Öde fällt der Blick, wenn man auf der Dachterrasse der SN seinen Zmittag geniessen will. Da reihen sich Steinplatten aneinander, ein Eisengeländer umrahmt sie. Und ansonsten: gähnende Leere. Mit unserer neuen Serie «Gartengeschichten», in der es rund um urbanen Gartenbau gehen wird, ­haben wir vor, das schnell zu ändern.

Die Idee dazu kam uns in etwa so: Gedanklich lässt so eine hellgraue Öde natürlich sehr viel Spielraum. So mancher unserer Redaktoren hat bei einer Zigarettenpause schon spasseshalber über einen Whirlpool oder eine Aussenbar für den Sommer sinniert. Letzteres erschien uns nicht einmal so unrealistisch. Und weil man für einen ordentlichen Feierabend-Mojito wirklich gute Minze braucht, kamen wir auf die Idee mit den Beeten. Der gedankliche Weg zur Selbstversorgung mit Erdbeeren und Radieschen war da nicht mehr weit.

Unsere Leser haben also künftig die Möglichkeit, uns über Zeitungsartikel, aber auch Videos im Internet über das Gartenjahr zu begleiten und dabei zu sein, wenn wir nicht nur Minze hegen und pflegen, sondern auch Tomaten, Gurken und Paprika anpflanzen. Oder wir richten ein Bienenhaus ein. Oder wir philosophieren mit einem Küchenchef übers Kochen mit frischen Kräutern.

Die Hochbeete stehen schon

Das Video zum ersten Teil unserer Serie haben wir bereits gedreht und auf unserer Homepage veröffentlicht: Gemeinsam mit dem Landschaftsgärtner Martin Duss vom Schaffhauser Gartenbaugeschäft Gartenleben haben wir, Redakteure und Auszubildende, einen halben Tag lang aus alten Paletten zwei Hochbeete gezimmert. Während unsere Praktikantin Melanie Schmid die Bretter zurechtsägte, befestigte Joël Bohle bereits die ersten Schrauben an den Paletten. Er macht gerade seine Lehre zum Landschaftsgärtner und gab bei diesem Bauprojekt den Ton an. Nach Fertigstellung der Holzkästen wurden daran Räder befestigt, damit man die Hochbeete notfalls verschieben kann. Gefüllt wurden sie zunächst mit Blähtonkügelchen, damit das Wasser abläuft, darüber kam ein Vlies, damit sich die Erde nicht mit den Kügelchen vermengt. Dann endlich war es so weit: Wir konnten die Erde einfüllen. Und auch wenn das Sägen, Schrauben und Schneiden ganz schön anstrengend war, war sich das Team am Ende der Arbeiten einig: «Es hat richtig Spass gemacht.» Vor allem, wenn man sich vorstellt, das man auf den Beeten vielleicht schon in ein paar Wochen – quasi beim Vorbeigehen – eigene Erdbeeren oder Radieschen kosten kann.

Bedenken hatten wir nur kurz, was die Hitze angeht. Auf so einer Dachterrasse wird es im Sommer ja ordentlich heiss. Schon beim Bau der Hochbeete mussten wir die Pullover ausziehen und Sonnencreme auftragen. Doch Experte Martin Duss zerstreute unsere Bedenken: «Zu viel Sonne ist kein so grosses Problem wie zu wenig davon», erklärte er. Wichtig sei einfach, bei Höchsttemperaturen regelmässig am Morgen und am Abend zu giessen. Vor oder nach der Arbeit heisst es also künftig für uns, die Giesskanne zu zücken.

Als Nächstes geht es ums Pflanzen

Im nächsten Teil unserer Serie wird es darum gehen, die Hochbeete mit Pflanzen zu bestücken. Wir wollen eine gute Mischung aus Kräutern und Gemüse haben, aber auch blühende Blumen, damit Bienen angelockt werden. Nächste Woche werden wir also unter anderem über essbare Blüten berichten und darüber, welche Pflanzen man nebeneinandersetzen kann und welche nicht. Und wer weiss, vielleicht können wir bald schon unser Zmittags-brot mit eigener Gartenkresse verschönern.

Gartenserie: Wir testen unseren grünen Daumen

Eine grosse Dachterrassemit tollem Ausblick auf den Munot hat das SN-Gebäude mitten in Schaffhausen bereits, was noch fehlt, ist – Grünzeug. Und weil wir uns nicht mit einem Plastikbäumchen zufriedengeben, haben wir uns kurzerhand entschlossen, urbanen Gartenbau zu betreiben.In der Serie«Gartengeschichten» werden wir Sie regelmässig über www.shn.ch und in den «Schaffhauser Nachrichten» auf dem Laufenden halten, was in unseren Beeten gerade so wächst und welche ausgewählten Gäste unsere kleine Oase beehren.

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