In Dachsen wächst der Nachwuchs für den Samichlaus heran

Autor
Daniel Zinser

Die Rentierherde der Familie Fürst auf dem Mühlebachhof in Dachsen hat Zuwachs bekommen. Vier Jungtiere sind in den letzten Tagen geboren.

Wer ahnungslos an der grossen Weide am Rand des Mühlebachhofs der Familie Fürst vorbeispaziert, wird im ersten Moment ganz schön verdutzt aus der Wäsche schauen. Was sind denn das für Tiere, die hier über die steile Wiese toben? Sind das wirklich Rentiere? «Am Anfang war das Interesse riesig, auch von den Medien», sagt Salome Fürst schmunzelnd.

Doch wie kommt eine junge Landwirtin aus der Ostschweiz überhaupt auf die Idee, hier Rentiere zu halten, die normalerweise im hohen Norden beheimatet sind? «Als wir vor zwei Jahren mit dem Milchvieh aufgehört haben, haben uns die Tiere auf dem Hof einfach gefehlt», erklärt Salome Fürst. Sie sei mit den Eltern zusammengesessen und habe diskutiert, welche Tiere man denn halten könne, erklärt die junge Landwirtin. Über die Rothirsche sei man schliesslich auf die Rentiere gekommen. Geholt hat die Familie die neuen Hoftiere im Kanton Bern. Eingeplant waren am Anfang nur vier Tiere. Doch der dortige Halter wollte mit der Zucht aufhören und so kamen vor rund einem halben Jahr gleich zwölf Tiere auf den Hof zwischen Dachsen und Uhwiesen.

Herziger Zuwachs für die Herde

Seit wenigen Tagen ist die Herde nun weiter gewachsen. Mit Senja, Fleur, Silas und Nordian sind vier putzmuntere Jungtiere auf die Welt gekommen. Bei unserem Besuch war der vier Tage alte Nordian noch etwas wacklig auf den Beinen, die anderen drei Kälber toben schon sehr selbstbewusst über die Wiese. «Rentiere sind sehr selbstständige Tiere», sagt Salome Fürst. Die ersten Stunden hätten die Mütter mit ihren Jungtieren etwas separiert von der Herde verbracht. «Bereits nach kurzer Zeit bilden die Weibchen einen Kindergarten und schauen gemeinsam auf die Jungtiere», so Fürst.

Während eines der Tiere gierig Flechten aus ihrer Hand verschlingt, erklärt die junge Frau, was sie mit ihren neuen Hoftieren vorhat. «Aktuell sind die Rentiere vor allem ein teures Hobby, ab Herbst will ich mit den erwachsenen Tieren aber Rentier-Trekking anbieten.» Ausserdem können interessierte Tierliebhaber auch Patenschaften für die Tiere übernehmen, erklärt Fürst weiter und streichelt dabei eines der Jungtiere. Man merkt, die Landwirtin hat ihre neuen Tiere bereits ins Herz geschlossen.

Ist dieser Artikel lesenswert?

Ja
Nein

Neuen Kommentar schreiben

Diese Funktion steht nur Abonnenten und registrierten Benutzern zur Verfügung.

Registrieren