«Ich werde weiterhin einen Tresor haben»

Autor
Stefan Salzmann

Vor zwei Wochen wurde ein Tresor im Rhein entdeckt. Nun ist klar, wem er gehört: dem Bäckerei- und Cafébesitzer Nils Gnädinger aus Andelfingen.

Zurück bei seinem ursprünglichen Besitzer. Der aus dem Rhein gefischte Tresor. Bild: Kapo-TG

Von Thurgauer Polizeitauchern wurde der Tresor in Wagenhausen (TG) vor rund zwei Wochen aus dem Rhein gefischt. Nachdem der «Blick» mit dem Bild von Polizeitauchern mitsamt Tresor in der Zeitung fragte, wem dieser gehöre, meldete sich der Andelfinger Bäckerei- und Cafébesitzer Nils Gnädinger und konnte ihn abholen. Bis auf ein bisschen Münz in der Höhe von vierzig Franken und zwei Behältern war dieser aber leer geräumt. «Die Tageseinnahmen von Freitag und Samstag im höheren vierstelligen Bereich waren weg», sagt Gnädinger.

Weggekommen war der Tresor in seinem Büro vor zweieinhalb Wochen an einem Samstagabend. Eingestiegen waren die Täter durch ein Fenster. «Es war halt schon nicht mehr das neuste», gibt Gnädinger zu.

Aufgefallen ist ihm der Diebstahl, am darauffolgenden Tag. Obwohl die Einbrecher äusserst sorgfältig vorgegangen waren. Es lagen zwar ein paar Batterien verstreut am Boden, die Täter verstellten und durchwühlten ansonsten nichts. Der Tresor aber war weg. Und etwas Geld aus einem anderen Kassenschrank fehlte. Kleine Münzrollen wurden aber ebenso liegen gelassen wie elektronische Geräte.

Keine schlaflosen Nächte

Gnädinger mutmasst, dass es schnell gehen musste für die Täterschaft. «Denn schon kurz nach Samstagmitternacht beginnt in der Backstube die Arbeit wieder», sagt er. Trotz Geld- und Sachschaden bereitet ihm die Angelegenheit keine schlaflosen Nächte: «Ich mache mir nur wenige Gedanken dazu», sagt er und betont: «Ich bin froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind.» Wie es bezüglich der Versicherung aussieht, weiss Gnädinger noch nicht. «Ich habe es auf alle Fälle gemeldet. Zumindest das aufgebrochene Fenster sollte übernommen werden.»

Gnädinger hält an Tresor fest

Trotz Einbruch will er in Zukunft nicht auf einen Tresor verzichten. Schliesslich diene dieser dazu die Tageseinnamen und einen Grundstock an Geld für eine kurze Zeit aufzubewahren. «Ich werde weiterhin einen Tresor haben», sagt Gnädinger. Denn er wolle ja auch nicht, dass die Tageseinnahmen sonst frei herumliegen würden. Dazu werde es ein neues Fenster geben, das dann weniger einfach aufzubrechen sein sollte.

Entgegen der Meldung der Kantonspolizei Thurgau, die schreibt, dass der Tresor beschädigt aber verschlossen gewesen sei und nur «mit brachialer Gewalt» geöffnet werden konnte, gelang dies den Tätern anscheinend auf eine andere Art. «Es gibt ein Notschloss», sagt Gnädinger. «Anscheinend konnten sie dieses Schloss knacken.» Von den Tätern fehlt weiterhin jede Spur.

Entwendete Tresore im Weinland

Nicht zum ersten Mal wurde in einem Café ein Tresor entwendet. Schon im April des vergangenen Jahres wurde im Café Dachs in Dachsen eingebrochen und der Tresor gestohlen. Bereits zum dritten Mal in eineinhalb Jahren. Esther Germann, Pächterin und Betreiberin des Cafés, ging im Gespräch mit den SN nicht von einem Zufall aus. Sie vermutete eine Diebesbande, die professionell vorging. Noch aktueller ist der Fall eines entwendeten Tresors der Firma Nägeli Holzbau in Benken . Damals wurde zuerst vermutet, dass es nicht gelungen war, den Safe zu öffnen. Dies erwies sich als falsch. Trotzdem hatte Firmenbesitzer Hans Nägeli Glück. Denn die Diebe waren nur am geringen Geldbetrag interessiert und nicht an den Aktenstücken aus der Zeit der Firmengründung. (ssa)

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