Nach acht Jahren wieder Zirkuswoche

Autor
Mark Gasser

Nach 2002 und 2010 macht an der Flurlinger Primarschule wieder der Mitmachzirkus Bengalo Station. Eine Woche lang verschmelzen die Kinder ihr Zirkustalent zu einem Programm.

Impressionen aus den Proben. Video: Mark Gasser

Es ist ja nicht so, dass in der Region selten ein Zirkus Station macht. Aber das gleich eine ganze Primarschule selbst mitmachen kann, hat schon eher Seltenheitswert. Aus Sicht der Schule, versteht sich, nicht des Zirkus selbst, der sich auf Zirkusprojekte mit Schulen spezialisiert hat und dies noch bis 2019 in dieser Form tun will: Denn nach 2010 macht in Flurlingen wieder der Mitmachzirkus Bengalo aus Amriswil halt. Vor 16 Jahren, im Jahr 2002, war es noch der Zirkus Balloni.

Von den Kindergärtnern bis zu den Sechstklässlern sind alle mit Herzblut dabei, an oder mit einem neuen Gerät eine Nummer einzustudieren. «Dank dem Achtjahresrhythmus kommt jedes Schulkind während seiner Primarschulkarriere mindestens zu einer Zirkusprojektwoche», sagte gestern Schulleiter Walter Berli vor den fleissig übenden Kindern. Diese feilten auf der Spielwiese in Gruppen an ihren Choreografien. Berli führt selbst eine Gruppe Fasslaufen. Eine erste Gesamtprobe lässt aber die Gruppen ihre Posten verlassen und am Mittwochvormittag im Zelt Platz nehmen. Die Lichter, Geräte und das enge Zelt lassen die Temperatur schnell ansteigen. Geschätzte gut 40 Grad sind es auf dem Turm mit der Elektronik vom Circus Bengalo. «Wir sind zäh», meint die Lichtspezialistin lakonisch.

Bild: Mark Gasser

Derweil haben sich unten in der Manege einige Knaben und Mädchen mit Hüten eingefunden, die von einem Udo-Jürgens-Song begleitet einen Seilakt vorführen. «Es sind nur kleine Dinge, die nicht stimmen», wird danach Werner Schönenberger vom Circus Bengalo sagen. «Jetzt wart ihr zwei etwas zu schnell. Ihr habt natürlich auch längere Beine, da müsst ihr etwas langsamer übers Seil. Und ihr müsst achtgeben, die ‹Romantik› der Nummer beizubehalten», rät er. Zirkusprofi und Chef Schönenberger, weiss Schulleiter Berli, könne jede Nummer selbst vorzeigen.

Die Herausforderungen der Artisten

Der Viertklässler Christian ist in der Trapezgruppe dabei. Für ihn ist das Schlussbild am schwersten: «Wegen des Gewichts auf meinen Schultern, die Trapezstange drückt dann auch stark in die Beine.» In die Beine fährt auch einer anderen Schülerin der Balanceball (die «Rugel-Kugel»): «Wenn ich zu lange auf der Kugel bin, schmerzt mir die Wade.» An dieser versucht sich dann der Schreibende gleich selbst: «Mona, jetzt bricht er sich dann grad die Beine», meint eine Schülerin halb erschrocken, halb belustigt bei einem Beinahesturz. Doch ob die Kinder sich nun als Rosenkavaliere auf dem Hochseil, als Fassläufer, als Trapezkünstler, Diabolo- und Hula-Hoop-Spezialisten, Rola-Rola-, Trampolin- oder Leiterakrobaten ausgeben: Für Spektakel wird bei jeder Nummer gesorgt sein. So eine Projektwoche für die ganze Schule verlangt viel Koordination – daher war man auch froh um die Erfahrungen von 2010, die in einem Ordner lagerten. Drei hauptverantwortliche Lehrkräfte, Marina Basler, Hanni Achermann und Sarah Zwahlen, haben diesmal die Planung und die Durchführung übernommen.

Die Manege ist klein, doch der Wille ist gross, einmal den Angehörigen im Zirkusrampenlicht zu imponieren. Diese sind am Freitag um 14.30 (Festwirtschaft der Schulpflege ab 12.30 Uhr) und um 19.30 Uhr eingeladen, eine der beiden Vorstellungen zu besuchen. Karten sind auch im Spar noch zu kaufen für drei bis acht Franken.

 

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