Affenstarke Aktion für gesunden Schulalltag

Ursula Junker | 
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Auch bei Sport und Bewegung waren die Schülerinnen und Schüler gefordert. Bild: Ursula Junker

Spiel und Sport, ausgewogene Ernährung und Nachhaltigkeit in der Schule, das alles vermittelte das Schulprogramm Gorilla gestern im Steiner Schulhaus Hopfengarten. Das verlangte den Schülern einiges an Schweiss und eine Umstellung bei der Nahrungsaufnahme ab.

Für einmal drücken die Lehrerinnen und Lehrer im Schulhaus Hopfengarten in Stein am Rhein die Schulbank und lassen sich von Lukas Eggenschwyler in das umfangreiche Schulprogramm Gorilla einführen. Gorilla ist ein Projekt der Stifti Foundation in Zürich, das in der ganzen Schweiz zum Einsatz kommt. Mit dem Kanton Schaffhausen besteht eine Leistungsvereinbarung für fünf Einsätze, an deren Kosten sich der Kanton zu zwei Dritteln beteiligt.

Erster Einsatz in Stein am Rhein

Stein am Rhein ist die erste Gemeinde des Kantons, in dem das Schulprogramm Gorilla stattfindet. Bei seinem ersten Schaffhauser Einsatz vermittelt Eggenschwyler der Steiner Lehrerschaft einen theoretischen Einblick in die zahlreichen Aktivitäten,

Die Einführung durch Eggenschwyler stösst bei den anwesenden Lehrerinnen und Lehrern auf positive Resonanz. Thomas Eggli zeigt sich positiv überrascht und in seinen Erwartungen weit übertroffen. Das Programm sei nicht nur Spiel und Spass. «Es bietet fächerübergreifende Un-terrichtseinheiten in aktuell aufbereiteter Form an», sagt er. Das entspreche auch den Forderungen des Lehrplans 21 zur Bildung mit Bezug auf nachhaltige Entwicklung. Ausserdem sind die Unterrichtseinheiten kostenlos. Angeboten werden auch Weiterbildungen für Lehrerinnen und Lehrer. Während die Lehrer noch informiert werden, üben sich Schülerinnen und Schüler im Hopfengarten schon eifrig im Breakdancen und Skateboarden oder springen von Brunnen, über Treppen und erklimmen Findlinge. Einige kommen ganz schön an die Grenzen, während andere sich den Herausforderungen unermüdlich stellen und sich immer sicherer auf dem Parcours bewegen oder ausdauernd für ein positives Lebensgefühl tanzen.

Als speziellen Unterricht bezeichnen die Anbieter ihr Programm, in dem es um Bewegung, Gesundheit, auch psychische sowie Achtsamkeit geht. Ziel ist es, die Verantwortung für sich und die Umwelt bei den Jugendlichen zu fördern.

Nachhaltigkeit ist auch beim gemeinsamen Znüni ein wichtiger Aspekt. «Nehmt nur so viel, wie ihr auch essen mögt», schärft Eggenschwyler den mittlerweile hungrigen Jugendlichen ein. Auch das ein Gebot der Nachhaltigkeit, denn weggeworfene Essensreste soll es an diesem Morgen nicht geben. Sie müssen sich allerdings noch in Geduld wappnen und sind vorbildlich bei der Sache, ehe sie zugreifen dürfen. Denn vor dem Genuss führt Eggenschwyler in die Ernährungspyramide und mithin auch in die gesunde Zusammensetzung der Mahlzeiten ein. «Esst einmal einen Regenbogen», ermuntert er und meint damit, dass man verschiedenfarbiges Gemüse und Obst essen solle. So vorbereitet machen sich alle über die geschnipselten Bananen und Äpfel her und giessen Milch und Joghurt über die Haferflocken. Der Mix stösst auf breite Zustimmung, und manch einer, der normalerweise in der Pause Chips in sich reinstopft, füllt sich sein Schüsselchen zum zweiten Mal. Solchermassen gestärkt geht es für einige der Jugendlichen auf eine Skaterfahrt, während andere sich im Breakdance in der Aula versuchen.

«Esst einmal einen Regenbogen.»

Lukas Eggenschwyler, Gorilla-Workshopleiter

Gorilla arbeitet mit einer Ernährungsberaterin und einem Koch zusammen. Für die Freestyle-Sportarten kommen engagierte Coaches zum Einsatz, die mit dem Können in ihrer Sportart und ihrem Engagement die Jugendlichen positiv motivieren. Zu ei-nem unverhofften Einsatz kommen auch die Lehrerinnen und Lehrer. Weil Abwaschmaschinen fehlen, ruft Eggenschwyler sie zum Mithelfen auf, was auch bereitwillig geschieht.

Gegen die Bewegungsarmut

Auf das Schulprogramm Gorilla stiess Schulleiter Matthias Tanner im Januar. Angesichts der Tatsache, dass das Skilager ausfiel, bot es eine gute Möglichkeit zu sportlicher Betätigung. Man habe das dann im Team besprochen, sagt Lehrerin Kathrin Eickhoff, die mit der Organisation betraut wurde: «Das Programm mit den Workshops kam bei der Lehrerschaft auch deshalb gut an, weil die Jugendlichen insge- samt zu wenig Bewegung haben.» Zudem bot sich der Anlass auch an, weil er mit dem Skitag zusammenfiel. So konnten die Jugendlichen sich für die eine oder andere Aktivität entscheiden.

Bei den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern kam der Tag gut an, wie Tanner berichtet. Registrierte Eggenschwyler am Morgen noch zurückhaltendes, aber positives Interesse, so wuchs die Begeisterung im Laufe des Tages auch bei ihnen an, auch beflügelt durch die erzielten Fortschritte und ganz einfach durch die Freude an Bewegung.

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