Entspannter Mann mit grosser Stimme

Autor
Daniel Jung

Mit «Human» eroberte Rag ’n’ Bone Man vor zwei Jahren die europäischen Hitparaden. Gestern zeigte der Engländer, dass seine soulige Stimme auch beim Livekonzert beeindruckt.

Rory Graham alias Rag ’n’ Bone Man spielte auch seine grossen Hits «Human» und «Skin». Bild: Jeannette Vogel

Eine tolle Soulband hat Rag ’n’ Bone Man auf den Herrenacker mitgebracht. Die siebenköpfige Truppe überzeugt vom ersten Bläsereinsatz an. Schon im Eröffnungssong «Wolfes» stimmt das präzise Zusammenspiel zwischen Schlagzeug und Bass. Die Gitarrensounds sind reichhaltig, die Orgeln klingen wie aus den 70er-Jahren, und die Backgroundsängerin muss sich sogar vor der mächtigen Stimme von Rory Graham alias Rag ’n’ Bone Man nicht verstecken.

Mitreissende Basstöne

Mit dem düsteren Gospel-Soul-Song «Human» war Rag ’n’ Bone Man vor zwei Jahren schlagartig bekannt geworden. Während sieben Wochen hielt sich die Debütsingle mit der eingängigen Basslinie im Herbst 2016 auf Platz 1 der Schweizer Single-­Charts. Auch beim Konzert spielen Basstöne und Rhythmik eine herausragende Rolle: Beim Song «The Fire» etwa dröhnt es beeindruckend von der Bühne. Trotzdem gelingt es der Tontechnik, auch die Melodieinstrumente und vor allem die Stimmen stets transparent zu machen. Nur zu Beginn hatte Rag ’n’ Bone Man selbst etwas mit seinem Monitorkopfhörer zu kämpfen – nach dem zweiten Song verliess er deshalb kurzzeitig die Bühne. Das Schaffhauser Publikum jedoch war begeistert vom gut gelaunten Hünen, der mit einer grossen Lockerheit auftrat. Überhaupt schien sich der 33-jährige Brite in der Munotstadt sehr wohl zu fühlen. «Es ist wunderbar, hier in Schaffhausen zu sein, es ist ein sehr schöner Ort», sagte er. Sein Keyboarder trug bereits ein Rhybadi-T-Shirt. Auch der auffällig tätowierte Musiker selbst hatte sich nicht nur auf der Bühne und im Hotelzimmer aufgehalten: Wie ein Video zeigt, das auf den Leinwänden auf dem Herrenacker lief, genossen Rag ’n’ Bone Man und seine Band eine Schifffahrt am Rheinfall – und der Sänger wagte auch einen Sprung von einer Brücke in den Rhein. Das Video gibt es hier.

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