Auf der Suche nach Gold: Warum man hier fündig wird

Ralph Denzel | 
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Solche Nuggets findet man in Schaffhausen wohl eher nicht. Bild: Pixabay

Die Schweiz ist arm an Bodenschätzen. Trotzdem bietet sich die Region Schaffhausen an, um hier im Rhein nach Gold zu schürfen. Allerdings hat die Sache einen entscheidenden Haken...

Das Niedrigwasser im Rhein hatte einen Nebeneffekt: Viele Stellen waren auf einmal zugänglich, die sonst unter tosenden Wassermassen begraben sind. So kam es, dass man in den heissen Jahreszeiten immer wieder folgendes Bild, vor allem am Rheinfall, entdecken konnte:

 

 

 

Goldrausch am Rheinfall👀🤔

Gepostet von Mehmet Güzel am Sonntag, 19. August 2018

Goldschürfer am Rheinfall. Das brachte uns zur Frage: Gibt es Gold bei uns in der Region zu finden? Und wenn ja: Wie viel?

Goldige Zeiten am Rhein

Gold am Rhein ist schon lange ein Thema. Bereits vor Christus haben die Kelten und German in dem Fluss nach Gold gefischt. Das berichten römische Geschichtsschreiber in verschiedenen Quellen. Aber auch im Mittelalter wurde im Rhein nach Gold gesucht. Im Jahr 1359 wurde in Heidelberg sogar die ersten Gulden aus Rheingold geprägt. In Hochzeiten wurden sogar ungefähr acht Kilo Gold pro Jahr in dem Fluss gefunden.

Nach heutigem Standard wäre das Gold im Wert von knapp 300'000 Franken. Bis man aber soweit ist, dauert es eine Weile, denn: Beim Goldwaschen findet man so gut wie nie einen Nugget, also ein grosses Stück Gold. Vielmehr findet man im Rhein beim Schürfen sogenannte Flitter, also winzige Goldplättchen. Bis man dort aber einen veritablen Wert zusammen hat, muss man sehr lange im Rhein stehen.

Aber immerhin: Neuhauser Geologen fanden bei einer Untersuchung des Rheins bei Schaffhausen in drei von sechs Waschversuchen jeweils mehr als 500 Goldflitter pro Kubikmeter Schotter. Das Entspricht ungefähr 20 Milligramm Gold. Das wären etwas mehr als siebzig Rappen an Wert. Sie merken, wirklich reich kann man als Goldschürfer am Rhein nicht werden. Aber darum geht es den meisten auch gar nicht, vertraut man den einschlägigen Foren, die sich mit dem Thema Goldschürfen befassen. Für die meisten Goldjäger geht es nur um die Suche nach dem glitzernden Edelmetall. Glaubt man den Erfahrungsberichten, so sind viele auch schon in der Region Schaffhausen fündig geworden - aber bisher noch keiner reich.

Trotzdem ist es bemerkenswert, dass in Schaffhausen überhaupt Gold gefunden werden kann, denn die Schweiz ist arm an Bodenschätzen: Das Bundesamt für Landestopografie KOGIS (Koordination, Geoinformation und Services) sagt dazu: «Die Gewinnung von Metallen lässt sich in der Schweiz zurzeit nicht mehr wirtschaftlich betreiben.» Zwar wurde früher ziemlich stark nach dem funkelnden Edelmetall gesucht, allerdings weniger in unserer Region: Mienen gab es vor allem in der Region Bern oder Luzern, wie die Karte des Bundesamtes zeigt.

Wie kommt das Gold in den Rhein?

Um die Frage zu beantworten, wie Gold in den Rhein kommt, muss man ganz weit zurückgehen, nämlich zu der Zeit, als die Erde noch in der Entstehung begriffen war. Wissenschaftler haben die Hypothese aufgestellt, dass Gold durch Kernfusionen und die Kollision von Sternen entstehen kann. Den Beweis dafür lieferte unter anderem eine Untersuchung einer Sternenkollision im Jahr 2014: Dabei konnten Wissenschaftler beobachten, dass dabei eine grosse Menge Gold entstand.

Das Gold, dass heute auf der Erde gefunden wird, ist ebenfalls diesen Ursprungs. Das meiste Gold dürfte allerdings in Richtung Erdkern gewandert sein, weil es eine sehr hohe Dichte aufweist. Jenes, welches heute gefunden wird, ist meistens durch vulkanische Prozesse in Richtung Oberfläche transportiert worden oder kam erst auf die Erde, als diese bereits ihre feste Kruste entwickelt hatte.

Wie kam das Gold jetzt in die Region? In den Rhein kommt dieses Metall durch Erosion von Gesteinen. Woher diese Steine allerdings kommen, also ob sie aus einem «Goldgebiet» in der Innerschweiz ihren Weg hierher gefunden haben lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Sicher ist hingegen: Diese Goldrückstände haben sich in tieferen Schichten angesammelt und wurden über die Jahrtausende abgetragen, was nun zu den kleinen Flittern führt, die Goldschürfer im Rhein finden können. 

Wer diese Flitter finden will, braucht dabei vor allem zwei Dinge: Ein gutes Auge, denn sie sind meistens sehr klein und vor allem viel Geduld. Reich wird man nicht, wenn man Gold aus dem Rhein schürfen will, aber mit etwas Glück kann man immerhin ein kleine Menge echten Rheingold in seiner Schürfschüssel funkeln sehen. 

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