Diese acht Personen haben 2017 von sich reden gemacht

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Schaffhauser N…

Sie haben dem ablaufenden Jahr auf ihre eigene Weise ihren Stempel aufgedrückt: acht Personen, die der SN-Redaktion aufgefallen sind.

Philipp Albrecht, Mundartist. Bild: Evelyn Kutschera

von Kay Fehr und Mark Liebenberg

Sie machten Schlagzeilen, sie waren die Personen hinter den Schlagzeilen, sie standen im Schatten anderer oder drückten dem Jahr ihren Stempel auch ohne grosse Schlagzeilen auf: Das Geschehen in der Region wird immer ganz entscheidend mitgeprägt von den Menschen, die in irgendeiner Weise zu ausserordentlichen Ereignissen beitragen, welche die Region voranbringen, oder die ihr Engagement und ihre berufliche Leistung in Projekte und Ziele investieren, die für die ganze Region von Belang sind.

Überraschungen gab es auch im Jahr 2017 einige, manche negativ, viele positiv. Wer hat von sich reden gemacht? Wen hatte niemand auf der Liste (oder auf der falschen Liste)? Und wer hat das Potenzial dazu, dass man auch noch im Jahr 2018 über ihn oder sie reden wird?

Die originellsten Köpfe 2017

Die Wahl der SN-Redaktion fiel auf Personen aus allen Zeitungsressorts. Und wenn es schon ums Hinterlassen von Spuren geht: Sogar die Tierwelt ist vertreten. Eine Sportlerin, zwei Künstler, zwei Politiker, ein Geschäftsmann – sie alle sind in ihrem Bereich aufgefallen. Uns aufgefallen. Und sie werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch im kommenden Jahr wieder auffallen.

Die Liste – auch jene der grossen Skandale und Negativschlagzeilen aus Schaffhausen, siehe Text unten – ist natürlich alles andere als abschliessend. Auf ihr fehlen viele Namen, Gesichter und Persönlichkeiten, die das vergangene Jahr geprägt haben. über sie haben die «Schaffhauser Nachrichten» im Jahr 2017 bereits tagesaktuell ausgiebig berichtet. Zu erwähnen wäre in der Politik etwa Cornelia Stamm Hurter, die einen Senkrechtstart in die Kantonspolitik hingelegt hat und ab März der Kantonsregierung angehört. Oder die Schaffhauser Geigerin und Komponistin Helena Winkelman, die den Schweizer Musikpreis erhalten hat. Oder FC-Schaffhausen-Trainer Boris Smiljani´c, in den wir grosse Hoffnungen fürs Jahr 2018 setzen. Ebenso wie in die Kultur-Zwischennutzer in der Kammgarn oder die Entwickler des selbstfahrenden Busses in Neuhausen, um nur wenige zu nennen.

Chantale Riddle

Was für eine Erfolgsgeschichte. Diagonalspielerin Chantale Riddle wechselte erst im Mai dieses Jahres zum VC Kanti: Sie folgte Trainer Nicki Neubauer vom TSV Düdingen in die Munotstadt. Die Amerikanerin mit der Rückennummer 3 ist mitverantwortlich für den guten Saisonstart unserer Volleyballerinnen. Als Schlüsselspielerin sorgt sie immer wieder für wichtige Punkte, und sie ist die stärkste Angreiferin des VC Kanti. Jüngste Erfolge sind die Siege gegen Volero Zürich und Aesch-Pfeffingen sowie der starke vierte Rang in der Tabelle. Auch wenn sich die 1,80 Meter grosse Riddle kurz vor Weihnachten einer Fussoperation unterziehen musste, darf man für das nächste Jahr seine Erwartungen hochschrauben. Die Spielerinnen, und hoffentlich bald auch wieder Riddle, sind bereit für weitere Siege. (kfe)

Daniel Borer

Wir befinden uns im Jahre 2017 nach Christus. Die ganze Schweizer Sozialdemokratie wird von Kapitalismusüberwindern besetzt … die ganze SP? Nein! Ein von unbeugsamen Genossen bevölkertes Dorf hat gerade erst begonnen, gegen den Kurs der nationalen Partei Widerstand zu leisten. Neuhausen am Rheinfall heisst das gallische Dorf, das künftig gegen den immer linkeren Kurs der SP Schweiz halten will – und zwar lautstark. «Die SP Neuhausen will weder den Kapitalismus überwinden noch die Armee beseitigen noch die Marktwirtschaft abschaffen», fasste Sektionschef Daniel Borer den Frust seiner Ortspartei zusammen. Die Suche nach liberalen Gleichgesinnten im Kanton, aber auch in der nationalen Partei ist jetzt angelaufen – ob die Neuhauser hierzu über einen Zaubertrank verfügen, ist nicht bekannt. (lbb)

Wesley Petermann

In ein fetteres Fettnäpfchen kann man fast nicht treten respektive sich legen: Der aus dem Klettgau stammende Modedesigner Wesley Petermann sorgte für landesweite Empörung, als er kürzlich seine Liebe zum Fell getöteter Tiere kundtat. «Pelz ist meine Leidenschaft», sagte er medienwirksam in die «Blick»-Kamera und posierte auf sei- ner Sammlung von Pelzmänteln. Kalkül oder Leichtsinn? Sogar Morddrohungen habe er darauf erhalten, so der junge Schaffhauser. Immerhin: Für seine Wisly-Kollektion verwende er ausschliesslich Tierfelle, die nicht aus Zuchten stammten, versicherte Petermann. Wir fragen uns schon jetzt bange, welche Tabus der Modedesigner im nächsten Jahr bricht: Stiefel aus Krokodilleder? Handschuhe aus Koalabärenfell? Eine Stola aus Katzenbabys? (lbb)

Michael Kahler

Wenn junge Schaffhauser abstimmen gehen, steht er mit einem offerierten Bier parat. Jungpolitiker Michael Kahler beglückte fleissige Wähler 2017 mit der Aktion «Beer and Vote». Der politisch aktive Kahler möchte den Jungen auf diese Weise nicht nur Alkohol, sondern auch eine Stimme geben. Dass der unkonventionelle Jung-SVPler ein Fan von trendigen Bärten ist, ist auf dem Bild unschwer zu erkennen. Dabei will er nicht als Bartträger, sondern als Präsident des Schaffhauser Jugendparlaments auffallen. Zum Haareraufen findet er, dass das Jupa noch kein Motionsrecht hat. Immerhin ist Politik eine haarige Angelegenheit, und wenn man nicht genügend Haare hat, werden viele Stellen schnell kahl(er). Von ihm erwarten wir weitere peppige Ideen, mit denen er viele junge Erwachsene für Politik begeistern kann. (kfe)

Mirjam Sina Schlatter

Es gibt die einen, die wollen aus Schaffhausen aus dem Stand einen internationalen Musicalstandort machen. Dann gibt es die anderen, deren Leidenschaft zwar ebenso für das Theater entbrannt ist, die aber wissen, dass klein anfangen muss, was gross werden will. Auch Mirjam Sina Schlatter, Trägerin des Contempo-Kulturpreises 2017, liebt die Bühne mit Herz und Seele – aber erst am Abend. Tagsüber ist die 25-Jährige als Heilpädagogin tätig. Mit der neuen Schaffhauser Kellertheatergruppe Szenario, die sie mit kreativen Gleichgesinnten ins Leben gerufen hat, entstehen kleine, aber feine Theaterproduktionen für Erwachsene, wo Schlatter zum Beispiel auch mal dreierlei Piraten spielt. Theater als Herzensangelegenheit. Das macht sichtlich Spass; und das werden wir im Auge behalten. (lbb)

Philipp Albrecht

Gut Ding will Weile haben – fünf Jahre ist es her, dass Phi­lipp Albrecht alias Min King mit «Bluemeweg» die Schweizer Hitparade stürmte. Nach dreijähriger Pause hat er mit fünf Mitmusikern kürzlich eine neue Scheibe («Immer wieder») auf den Markt gebracht. Noch souliger, funkiger und grooviger ist das musikalische Grundgerüst, und noch mehr entzückt der Barde mit seiner rauchig-warmen Stimme und den eigenen Texten im Schaffhauser Dialekt. Ja, die Mundart: Es gab die Liedermacher Mani Matter und sein Schaffhauser Pendant Dieter Wiesmann. Mit Polo Hofer hat 2017 der wohl national bekannteste Mundartsänger die Bühne für immer verlassen. Aber sie lebt, die gesungene Mundart – auch die Schaffhauser Mundart. Das stellen Min King auf ihre ganz eigene Weise unter Beweis. (lbb)

René Rüedi

Eine grosse Idee kann vom Format her auch einmal en miniature sein – in jedem Fall braucht sie einen kompetenten Kopf, der weiss, wie man sie umsetzen kann. Gross war jedenfalls das öffentliche Interesse, als der Schaffhauser René Rüedi zusammen mit dem Impulsgeber und «Kreativleiter» Raphael Meyer und dem Ausstellungsmacher und früheren Direktor des Museums zu Allerheiligen Peter Jezler vor die Medien trat und verkündete, dass die dereinst grösste Modelleisenbahnanlage der Schweiz bereits im Herbst 2018 am Rheinfall eröffnet wird. Das soll einen Nerv bei Schweizer Ausflugstouristen treffen und den Rheinfall um eine Attraktion reicher machen. Geschäftsführer Rüedi war mit der Lancierung von Smilestones jedenfalls für eine grosse Überraschung gut. (lbb)

M75

Er ist wieder da! Oder doch nicht? Der Wolf hat die Region vergangenes Jahr in Atem gehalten. Ende Februar und Anfang März genehmigte er sich mehrere Schafe im Thurgau und im Zürcher Weinland. Das männliche, laut Experten aus Italien zugewanderte Raubtier erhielt nicht etwa klingende Namen wie Luigi oder Giovanni, sondern schlicht M75. Der Leiter der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung sagte damals, dass mit einem sporadischen Auftreten von Wölfen in der Region jederzeit wieder zu rechnen sei. Vielleicht treibt der Hunger nach leckeren Schafen M75 wieder zu uns in den hohen Norden. Oder ein anderer Jungwolf streift durch die Gegend auf der Suche nach Nahrung und einem eigenen Revier. Umweltschützer wird es freuen, Schafzüchter und deren Herden wohl eher weniger. (kfe)

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