SVP verteidigt Regierungssitz problemlos

Autor
Zeno Geisseler

Chancenlos geblieben ist Claudia Eimer (SP) mit ihrer Kandidatur für den Regierungsrat. Cornelia Stamm Hurter (SVP) hat fast doppelt so viele Stimmen erzielt.

SVP-Kandidatin Cornelia Stamm Hurter (links) ist neue Schaffhauser Regierungsrätin. SP-Kandidatin Claudia Eimer ist chancenlos geblieben. Bild: Evelyn Kutschera

In der Schaffhauser Regierung werden die Gewichte nicht verschoben. Es bleibt bei je zwei Sitzen für die FDP und die SVP und einem Sitz für die SP. Bei den Regierungsratswahlen von Sonntag hat die SVP den Sitz von Rosmarie Widmer Gysel ohne Probleme gegen ­einen Angriff der SP verteidigen können. Cornelia Stamm Hurter aus der Stadt Schaffhausen wurde mit 63,5 Prozent der Stimmen gewählt. Die ehemalige Steiner Stadtpräsidentin Claudia Eimer kam auf 32,2 Prozent. Stamm Hurter vereinigte 12 876 Stimmen auf sich, Eimer gut die Hälfte, 6532. 868 Stimmen entfielen auf Vereinzelte.

«Heute Abend feiern wir, aber schon morgen geht der Alltag weiter.»

Cornelia Stamm Hurter, Neue Regierungsrätin

«Heute Abend feiern wir», sagte Stamm Hurter kurz nach der Bekanntgabe des Wahlresultats, «aber schon morgen geht der Alltag weiter.» Und der hat vorerst noch nichts mit dem Regierungsrat zu tun, sondern mit ihrem Amt als Oberrichterin: Bereits am Freitag stehe ihre nächste Gerichtsverhandlung an, sagte sie.

Claudia Eimer nahm die Niederlage mit Fassung zur Kenntnis. «Wenn man sich in einen Wahlkampf begibt, muss man damit rechnen zu verlieren», sagte sie. «Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis.» Sie habe einen guten Wahlkampf geführt, und die Kandidatur sei sicher kein Fehler gewesen. «Wir haben eine demokratische Auswahl ermöglicht.» Auf die Frage, ob sie trotz der Niederlage wieder ein politisches Amt anstreben würde, sagte sie: «Das ist immer ein Thema, ich bin ein politischer Mensch. Ich würde es aber offenlassen.»

Eimer und ihre SP hatten sich zum Ziel gesetzt, auch Wählerinnen und Wähler ausserhalb des linken Stammsegments anzusprechen. Gelungen ist dies nicht. Gegenüber früheren SP-Kandidaten liegt Eimer mit ihren rund 6500 Stimmen mit grossem Abstand zurück. So holte SP-Kantonsrat Kurt Zubler noch im letzten Jahr bei den Gesamterneuerungswahlen über 10 000 Stimmen. Und auch bei Ersatzwahlen (Matthias Freivogel, 2007; Werner Bächtold, 2009) holten die SP-Kandidierenden jeweils über 2000 Stimmen mehr als jetzt Eimer.

Viele Unentschlossene

Es gab bei der Wahl allerdings auch viele, die weder von Stamm Hurter noch von Eimer überzeugt waren. Dies zeigt der Vergleich mit den gleichzeitig stattfindenden Abstimmungen: Zur «7to7»-Initiative gaben rund 26 000 Stimmberechtigte ihr Votum ab, bei den Regierungsratswahlen waren es aber nur gut 20 000. Es gab also rund 6000 Leute, die zwar sehr wohl zur Urne gingen, dies aber nur für die Sachgeschäfte, nicht für die Wahlen. Zum Vergleich: Die zweitgrösste Gemeinde des Kantons, Neuhausen, zählt insgesamt 5300 Stimmberechtigte.

Bemerkenswert ist weiter, in welcher Gemeinde die beiden Frauen besonders erfolgreich waren: Stamm Hurter holte in Beggingen prozentual am meisten Stimmen – ausgerechnet in jenem Ort, der mit Walter Vogelsanger den einzigen SP-Vertreter im Regierungsrat stellt. Claudia Eimer wieder­um war in Stamm Hurters Heimatgemeinde Schaffhausen am erfolgreichsten. Stamm Hurter hatte ihre Kandidatur auch damit begründet, dass die Kantonshauptstadt wieder eine Vertretung im Regierungsrat brauche, doch genau diese Kantonshauptstadt gab der Kandidatin von ausserhalb prozentual am meisten Stimmen.

Stamm Hurter wird ihr Amt am 1. April antreten. Eine Frage, die noch im alten Jahr geklärt wird, ist jene nach dem Departement. Widmer Gysel gibt das Finanzdepartement ab, und Stamm Hurter hat wiederholt angetönt, dass sie diese Aufgabe reizen würde. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass ein bisheriges Mitglied der Regierung die Finanzen übernimmt.

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