Jahresbericht der Neuhauser SIG: Konzern rutscht wegen Sonderkosten in die roten Zahlen

Lucas Blumer | 
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SIG Sitz mit Logo in Neuhausen, am Donnerstag, 24. Februar, 2022. (Melanie Duchene / Schaffhauser Nachrichten)
Die Neuhauser SIG schreibt 2025 rote Zahlen. Bild: Melanie Duchene

Der Neuhauser Verpackungskonzern SIG rutscht 2025 wegen einmaliger Aufwendungen in die roten Zahlen. Um diese bereinigt bleibt das operative Ergebnis jedoch relativ stabil, wenn auch sinkend. Die SIG-Aktionäre müssen dieses Jahr jedoch voraussichtlich auf ihre Dividende verzichten.

Die in Neuhausen am Rheinfall ansässige SIG erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Gesamtumsatz von 3,25 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 3,33 Milliarden Euro). Währungsbereinigt resultierte ein leichtes Wachstum von 0,4 Prozent.

Das ausgewiesene EBITDA – der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen – brach deutlich von 843,6 Millionen auf 420,1 Millionen Euro ein. Hauptgrund sind einmalige Aufwendungen von rund 351 Millionen Euro, die vor allem wegen Wertminderungen und Restrukturierungskosten im Zuge einer strategischen Überprüfung entstanden. 

Ohne die oben erwähnten einmaligen Aufwendungen beträgt das bereinigte EBITDA 718,3 Millionen Euro, nach 819,5 Millionen Euro im Jahr 2024. Die bereinigte EBITDA-Marge beläuft sich auf 22,1 Prozent und liegt damit unter dem Vorjahreswert von 24,6 Prozent.

SIG rutscht in die roten Zahlen

Unter dem Strich schreibt die SIG 2025 einen Verlust von 87 Millionen Euro, der ebenfalls hauptsächlich den einmaligen Aufwendungen zuzuschreiben ist. Im Vorjahr konnte noch ein Gewinn von 194,5 Millionen Euro ausgewiesen werden. Um die einmaligen Aufwendungen bereinigt, erzielte SIG 2025 einen Nettogewinn von 231,1 Millionen Euro, nach bereinigten 308,1 Millionen Euro im Jahr 2024. 

Auch beim freien Cashflow musste das Unternehmen einen Rückgang hinnehmen: Er sank von 290,3 Millionen auf 191 Millionen Euro.

Für 2026 rechnet SIG bei einem ähnlichen Marktumfeld mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 0 bis 2 Prozent sowie mit einer bereinigten EBIT-Marge zwischen 15,7 und 16,2 Prozent. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 soll ausgesetzt werden, wie SIG bereits im September 2025 vorgeschlagen hat. Abschliessend darüber entscheiden wird die Generalversammlung vom 16. April 2026.

Was sind die «einmaligen Aufwendungen»?

Die Neuhauser SIG schreibt ihr enttäuschendes Jahresergebnis insbesondere «einmaligen Aufwendungen» zu. Mit dem Begriff sind Kosten gemeint, die nicht zum normalen, wiederkehrenden Geschäft gehören. Deshalb werden auch «bereinigte» Zahlen ausgewiesen. Die einmaligen Aufwendungen sollen das operative Ergebnis nicht verzerren, weil sie ausserordentlicher Natur sind.

Konkret beschreibt die SIG in ihrem Jahresbericht folgende «einmalige Aufwendungen»:

  • Wertminderungen, oder auch Abschreibungen, auf Vermögenswerte, etwa im Bag-in-Box- und Standbeutel-Geschäft sowie bei gekühlten Kartonverpackungen, insbesondere wegen schwacher Nachfrage
  • Anpassungen bei Produktionskapazitäten, also Abschreibungen auf Anlagen, wenn diese künftig weniger ausgelastet sind
  • Abschreibungen auf Innovationsprojekte, etwa auf Abfüllanlagen oder aktivierte Entwicklungskosten
  • Restrukturierungskosten, zum Beispiel für Effizienzprogramme, Beratung im Rahmen der Strategieüberprüfung oder Kosten im Zusammenhang mit dem CEO-Wechsel

Ein grosser Teil dieser Aufwendungen ist laut der SIG nicht liquiditätswirksam. Es fliesst also nicht direkt Geld ab, sondern es handelt sich um buchhalterische Wertkorrekturen. 

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