Neuhauser SIG will Dividende aussetzen – Börsenkurs sackt ins Bodenlose

Kay Fehr | 
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SIG Areal, Schloss Laufen, Rheinfall, fotografiert am Mittwoch 12. Aril 2023, in Neuhausen am Rheinfall. (Roberta Fele / Schaffhauser Nachrichten)
Schwere Zeiten für das Neuhauser Traditionsunternehmen: Es hat mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Bild: Roberta Fele

Nachdem man sich im August von CEO Samuel Sigrist getrennt hat, plant der SIG-Verwaltungsrat nun diverse Massnahmen zur «Transformation». Eine davon schmeckt den Anlegern überhaupt nicht: Die Dividende soll dieses Jahr wegfallen.

Beim Verpackungsanbieter SIG geht es weiterhin drunter und drüber. Nachdem man sich vor Kurzem von CEO Samuel Sigrist getrennt hat, liefert der Verwaltungsrat in einer Medienmitteilung nun ein Update, wie es weitergehen soll. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für den geschassten Sigrist findet zwar noch keine Erwähnung – weiterhin ist Finanzchefin Anne Erkens ad interim für die operative Leitung zuständig –, doch die aktualisierte Prognose des Verwaltungsrats bietet auch so genug Zündstoff.

Börsenkurs auf einem «all-time low»

Die Hiobsbotschaft für Investoren: Der Verwaltungsrat wird vorschlagen, die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 komplett auszusetzen. Er begründet das mit dem «verstärkten Fokus auf Kapitaldisziplin» sowie der Priorität, seine Schulden abzubauen. Das letzte Mal kamen Aktionäre in den Genuss von 49 Rappen pro Aktie.

Die Börse war über diese Botschaft alles andere als erfreut. Kurz nach Börsenstart verlor die SIG-Aktie über 20 Prozent und bewegte sich im Verlauf des Tages um die 10-Franken-Marke herum: Zum Ende des Handelstags sackte sie mit 9.50 Franken auf den tiefsten Wert überhaupt seit des Börsengangs von 2018. Es ist laut Bloomberg-Daten der heftigste Tagesverlust der Aktie in ihrer Geschichte. Noch im Februar dieses Jahres war sie das Doppelte wert.

Immerhin gibt es auch gute Nachrichten: Eine Überprüfung des Geschäfts habe ergeben, dass SIG «strategisch sehr gut positioniert» sei, um den Erfolg als ein weltweit führender Anbieter für Kartonverpackungen fortzusetzen. Man wolle das verfügbare Know-how und die Technologie nutzen, um «seine Aktivitäten zu beschleunigen» und auch in weiteren Bereichen zu einem führenden Anbieter von keimfreien («aseptischen») Systemlösungen zu werden, heisst es in der Mitteilung.

SIG will Geschäftsbereiche abstossen

Doch das passiert nicht von alleine: Zur Umsetzung dieser Strategie sowie zur Stärkung der mittelfristigen finanziellen Performance will SIG ein «Transformationsprogramm» lancieren. Dieses beinhaltet als Massnahme etwa den Verkauf kleinerer nicht-aseptischer Geschäftsbereiche sowie ein «Performance-Verbesserungsprogramm» zur Steigerung der Effizienz. Man wolle das Portfolio straffen und sich auf margen- und wachstumsstarke Bereiche fokussieren – und diese sieht SIG bei den keimfreien Verpackungen.

Das Neuhauser Traditionsunternehmen rechnet diesbezüglich mit einmaligen Ausgaben in der Höhe zwischen umgerechnet 290 und 335 Millionen Franken. Davon würden zwischen 70 und 95 Millionen Franken das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres belasten. Und damit nicht genug: Neben dem Transformationsprogramm bleiben die Marktbedingungen herausfordernd, was sich auf das Umsatzwachstum im zweiten Semester auswirken dürfte. Für 2025 erwartet SIG neu kein oder ein leicht negatives Umsatzwachstum, nachdem man zuvor mit einem Anstieg zwischen 3 und 4 Prozent gerechnet hatte. Ende Oktober will das Unternehmen an einem Investorenanlass mehr zu seinen Zukunftsplänen verraten.

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