Zum Vatertag: Auf uns, liebe Väter!

Autor
Ralph Denzel

Heute ist Vatertag! Ein Tag, an dem wir Väter vor allem eines machen sollten: Uns einfach mal daran erinnern, was wir alles geleistet haben und uns auch mal selbst auf die Schulter klopfen.

Heute ist Vatertag. Zeit für Väter, sich auch einfach mal auf die Schultern zu klopfen. Bild: Pixabay

Liebe Väter, klopfen Sie sich doch bitte alle mal kollektiv auf die Schultern und freuen Sie sich an diesem Tag! Warum? Weil wir Väter sind! Wir sind verantwortlich für das Wohl eines Menschen, manchmal kleiner, manchmal schon grösser – und das wird sich bis an unser Lebensende nicht ändern. Seit dem Tag, an dem wir erfahren haben, dass es bald eine Miniaturkopie von uns geben wird, stellen wir uns doch fast jeden Tag diese eine Frage: Wie kann ich meinem Kind gerecht werden? Wir mussten feststellen, was es bedeutet, jemanden mehr zu lieben als uns selbst - und was es bedeutet, sich wenn nötig komplett aufzugeben.

Kinder machen uns schwächer und verletzlicher, denn von dem Moment an, da man seinen eigenen Nachwuchs das erste Mal im Arm hält, beginnt man Angst um diesen zu haben. Am Anfang, dass man dieses kleine Häufchen Mensch irgendwie falsch hält oder das nächtliche Schreien falsch deutet. Später, ob und wie der Nachwuchs seinen eigenen Weg finden wird – und nach Möglichkeit auf diesem nicht allzu viele Fehler macht.

Werde bitte nicht wie ich - zumindest in der Jugendzeit

Auf einmal kommen dann auch die Erinnerungen an die eigene Jugend hoch, vor allem bei Vätern. Man denkt daran, was man selbst für Blödsinn gemacht hat, bis zu dem Tag, an dem ein positiver Schwangerschaftstest die eigene Perspektive komplett auf den Kopf gestellt hat. Was, wenn der eigene Spross irgendwann auch auf die Schnapsidee kommt, dass es sicher eine gute Idee ist, nachts im Rhein zu baden? Natel, Schlüssel und Geldbörse noch in der Tasche – irgendwann trocknet das doch schon. Auf einmal wirken die vielen Male, in denen Sie einen über den Durst getrunken haben nicht mehr so lustig, wenn Sie sich Ihr eigenes Kind am schlankeren Ende einer Flasche vorstellen.

Dinge, die man sich nicht für das eigene Kind wünscht...

Wenn Sie dann noch ein Mädchen haben, wird die Sache noch schwierige. Irgendwann werden die ersten Verehrer kommen. Was, wenn diese es nicht ernst meinen? Heimlich beginnen Sie, sich bei Filmen wie «Saw» Notizen für diesen Fall zu machen, damit Sie wissen, wie Sie mit solchen Kerlen umgehen können, sollten diese Ihrer Tochter das Herz brechen.

Aber mal ehrlich: Das eigene Kind macht einen auch stärker, als man es sich jemals vorstellen konnte. Hat es eine Grippe oder - Gott bewahre - muss sogar ins Krankenhaus - sitzen Sie neben dem Bett des kleinen Patienten, halten das Händchen, streicheln über die Wange und erzählen Geschichten. Dabei wünschen Sie sich die gesamte Zeit, Ihrem Nachwuchs die Krankheit einfach abnehmen zu können und leiden bei jedem Husten, Schniefen oder Weinen mit – aber Sie bleiben stark – und sind da, weil Sie wissen, dass Sie jetzt gebraucht werden. Kinder holen das Beste aus uns heraus. Sie fordern uns, sind Motivator und Ansporn, sich zu verbessern.

Wir sind der übergrosse Spielkamerad

Darum sind wir Väter aber nicht nur in schlechten Zeiten für unsere Kinder da. Wir sind auch da, wenn Mama eine Pause braucht. Wir sind da, wenn der eigene Nachwuchs einen übergrossen Spielkameraden möchte. Dann bauen wir aus Sofakissen eine Festung, stürzen uns todesmutig mit dem Nachwuchs die steilsten Rutschen auf dem Lieblingsspielplatz hinunter, spielen Fussball, bis der eigene Körper fast vor Übersäuerung unbeweglich geworden ist. Wir machen Teepartys, lassen uns die Haare frisieren und die Fingernägel lackieren – alles, was dem Nachwuchs gefällt - oder was Mama für zu gefährlich hält.

Vom Toben...

...bis zum Tanzen: Wir sind da, wenn unser Kind uns braucht.

Warum? Oft genug ist es so, dass die Väter arbeiten gehen und Mama sich Zuhause um den Nachwuchs kümmert. Daher ist die Zeit, die wir mit unseren Kindern haben, doch umso kostbarer. Ich weiss nicht, wie es bei Ihnen ist, aber ich für mich kann sagen: Egal wie anstrengend und schlecht mein Tag war: Fünf Minuten mit meinem Sohn toben - und ich lächle wieder.

Heute ist unser Tag. Ein Tag, an dem wir uns daran erinnern, was wir eigentlich ebenfalls leisten für unseren Nachwuchs. Die Sorgen, die wir uns darum machen, die Nerven, die er uns gekostet hat und die Freude, die wir dank ihm haben und die wir jeden Tag versuchen zurückzugeben. Es ist nicht immer schön, oft genug verdreht man die Augen - aber würden Sie jemals sagen, dass Sie es missen wollen, «Papa» genannt zu werden?

Schauen wir uns heute unseren Nachwuchs an und sagen uns: Gut gemacht, wirklich richtig gut gemacht.

Auf uns, liebe Väter!

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