Muttertag vergessen? Mit diesen Ausreden können Sie sich retten

Autor
Ralph Denzel

Der Muttertag kommt doch immer wieder so überraschend - und Sie haben ihn schon wieder vergessen? Vielleicht helfen Ihnen unsere Ausreden, sich aus der Affäre zu ziehen...

Na, kam der Muttertag wieder vollkommen überraschend für Sie? Bild: Pixabay/Montage SHN

Heute ist Muttertag – wenn Sie diese Zeilen lesen, dann haben Sie das wahrscheinlich vergessen und hoffen jetzt auf Hilfe.

 

Was nun? Springen Sie in Ihr Auto und sausen zur nächsten Tankstelle, wo Sie Ihr hart verdientes Geld für überteuerte Schokolade und Blumen ausgeben, die wohl nicht mal bis zu Ihrer Haustür überleben? Oder versuchen Sie sich aus der ganzen Affäre rauszureden? Wenn Sie diesen Artikel lesen, wollen Sie wohl die zweite Variante wählen... 

Auch wenn es sich mit Ausreden wie mit Müttern verhält (jeder hat eine), so wollen wir Sie doch nicht im Regen stehen lassen und geben Ihnen hier ein paar mögliche Entschuldigungen, mit denen Sie sich (vielleicht) retten können.

Der Planer

«Es tut mir ja so leid, aber ich habe wirklich nicht mehr an den Muttertag gedacht!» Immerhin beginnen Sie Ihre Ausrede mit der Wahrheit. «Aber weisst du: Ich habe was total Schönes für dich geplant – das hat so viel Zeit gefressen, dass ich alles andere rundherum vergessen habe!» Damit haben Sie die schlimmste Enttäuschung schon einmal abgewendet. Auf Nachfragen: «Was denn?» können Sie jetzt einfach wissend grinsen und hoffen, dass Ihnen in den nächsten Tagen eine zündende Idee kommt.

Damit haben Sie sich immerhin etwas Zeit gekauft – aber wirklich aus dem Schneider sind Sie natürlich nicht. Vielleicht klappt das ja besser bei unserer nächsten Ausrede…

Der Gesundheitsapostel

Wo sind die Blumen und die Pralinen zu Muttertag? Umarmen Sie die Mutter, die Sie vergessen haben und beginnen Sie dann mit einem Vortrag: «Wusstest du, wie ungesund eigentlich Pralinen sind? Der ganze Zucker und die Transfette darin – und die Blumen? Die werden irgendwo in Amsterdam gezüchtet, dann hierher verschifft – weisst du, was das für Emissionen verursacht? Nein, ich will nicht dass du krank wirst von zu viel Zucker und sicher auch nicht, dass die Umwelt leiden muss.»

Wie soll man jemandem böse sein, dem das Wohlergehen der Menschen um ihn herum so am Herzen liegt?

 

Der Besserwisser

Wussten Sie, dass der Muttertag ursprünglich als Gedenkgottesdienst gestartet ist? Im Jahr 1907 hat die Methodistin Anna Marie Jarvis in Grafton in den USA am 12. Mai ein «Memorial Mothers Day Meeting» veranstaltet. Dabei ging es darum, den Todestag ihrer Mutter zu begehen. Glauben Sie, das ist es, was Sie heute noch feiern wollen? Sie sind doch sicher froh, dass Ihre Mutter gesund vor Ihnen sitzt! Und im Übrigen: Als Jarvis merkte, dass dieser Feiertag immer kommerzieller wurde, versuchte Sie alles um ihn wieder abgeschafft zu bekommen – wie Sie sehen, ohne Erfolg.

Also, warum sollten Sie an einem Tag, an dem ursprünglich toten Müttern gedacht werden, irgendwas machen? Todestage sind ein Grund zur Trauer und nicht für Geschenke.

 

Der Gleichstellungsbeauftragte

Gleichberechtigung ist das Stichwort!

Wird der Vatertag in der Schweiz wirklich so gefeiert wie der Muttertag? Die Antwort: Kaum! Wo ist denn da bitte die Gleichberechtigung, können Sie mit empörter Stimme und dem Brustton der Überzeugung Ihrer verwunderten Mutter entgegenhalten. So würden Sie das nicht wollen und auch wenn es Ihnen das Herz breche: Sie können nicht ruhigen Gewissens einen Feiertag zelebrieren, der die Männer so diskriminiert.

Natürlich begeben Sie sich hier auf sehr dünnes Eis. Daher müssen Sie selbst entscheiden, ob einer Gender-Diskussion an diesem Tag eher in Frage kommt als das Eingeständnis, dass Sie schlicht vergessen haben, dass Muttertag ist.

 

Der gute Samariter

Wenn Sie mit leeren Händen vor Ihrer Mutter stehen, dann erzählen Sie ihr die Geschichte, wie Sie einen verzweifelten Mann auf dem Weg zu ihr getroffen haben. Ein Mann, dessen Ehe nur noch an einem seidenen Faden hing. Und dieser, arme Mann hat ausgerechnet heute vergessen, dass Muttertag ist. Sollte das Ihnen bis hierhin noch nicht klar geworden sein: Ja, liebe Männer: Auch Ihre Frau ist eine Mutter, wenn Sie Ihnen bereits ein Kind geboren hat. Also, vergessen Sie diese bitte auch nicht.

Der Mann mag den Tag vergessen haben - Sie aber natürlich nicht. Schon vor Wochen haben Sie für diesen Anlass teuerste Schokolade und einen exquisites Blumenbouquet gekauft. Aber, als Sie dann diesen Mann und die Verzweiflung in seinem Gesicht gesehen haben, war Ihnen klar: Sie müssen jetzt ein Opfer bringen – und haben sich, schweren Herzens dafür entschieden, dass Sie ihm Ihre Geschenke abtreten.

Wie sollte man da auf Sie böse sein? Sie sind schliesslich ein Held! Bonuspunkte gibt es, wenn Sie dabei Ihrer Mutter noch erzählen können, dass diese grosszügige und selbstlose Tat ja auch nur möglich war, weil diese Sie so gut erzogen hat.

 

Der Überfallene

Gleiches Szenario wie oben – nur dieses Mal war dieser verzweifelte Mann eben nicht ein flehendes Häufchen Elend, dass seine Ehe retten will, sondern ungefähr zwei Meter gross mit einer Sturmmaske über dem Kopf und einem Klappmesser bewaffnet. Sie können behaupten, sich noch todesmutig versucht haben, Ihre Geschenke mit Ihrem Leben zu verteidigen, aber letztlich Sie dann doch überwältig wurden – und so stehen Sie nun leider mit leeren Händen da.

Aber auch hier wieder: Wie sollte man da auf Sie böse sein! Dieses Mal sind Sie das Opfer!

 

Der Allergiker

Reiben Sie sich so lange die Augen, bis Ihr Sichtfeld nur noch auf die grösse eines kleinen Punktes geschrumpft ist – Sie wollen, dass das Weiss Ihrer Augen das ungesunde Rot eines gut gekochten Hummers annimmt. Wenn das erledigt ist, dann geht es an die Nase. Erst, wenn Sie die Färbung eines jahrelangen Trinkers angenommen hat, können Sie aufhören sie zu scheuern. Dann können Sie sich vor ihre Mutter wagen und ihr erklären, dass Sie, völlig überraschend, eine Allergie gegen die Blumen entwickelt haben, die Sie schon vor langer Zeit für diesen speziellen Tag gekauft haben.

Sie können es sich auch nicht erklären und es bricht Ihnen das Herz, aber Sie mussten die Blumen entsorgen – die Alternative wäre der wohl sichere, allergiebedingte Erstickungstod Ihrerseits gewesen. Schokolade oder andere Dinge haben Sie im Vorfeld gar nicht gekauft - warum auch? Sie hatten die schönsten Blumen, die man sich vorstellen kann... 

 

Bonus: Der Ehrliche

Sagen Sie, was wirklich los ist. Seien Sie ehrlich, dass Sie diesen Tag einfach vergessen haben. Wenn Sie ohnehin nur an diesem einen Tag an Ihrer Mutter denken und Ihr was Gutes tun wollen, dass haben Sie das Prinzip «Muttertag» ohnehin nicht verstanden. Für das nächste Jahr: Sagen Sie auch einfach mal unter dem Jahr Danke, bringen Sie vielleicht auch mal eine kleine Aufmerksamkeit mit – dann ist es letztlich auch nicht schlimm, wenn Sie diesen einen Tag im Mai vergessen.

 

So oder so wünschen die «Schaffhauser Nachrichten» allen Müttern einen schönen Muttertag! Lassen Sie es sich gut gehen!

 

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