Heisse Tipps der Redaktion für ruhige Tage

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Schaffhauser N…

Heute auf dem Programm: von einer Überdosis Romantik über den Dichterpfad und fussballspielenden Autos zum gemeinsamen Hamburgerbraten.

Wann soll geträumt werden, wenn nicht um die Weihnachtszeit? Eine Schlüsselszene aus dem 2003 erschienenen Weihnachtsfilmklassiker «Love Actually». Bild: Key

Am Abend: Romantik-Überdosis auf dem heimischen Sofa

Ja, er ist schrecklich. Und ja, er ist wunderschön. «Love Actually» (zu Deutsch «Tatsächlich … Liebe») ist Komödie, Drama und Märchen in einem. Weihnachten ohne den Episodenfilm aus dem Jahr 2003 funktioniert genauso wenig wie Heiligabend ohne Kerzen, Guetsli, Geschenke oder den Wham-Kulthit «Last Christmas». Die Handlung beginnt mehrere Wochen vor Weihnachten, und in verwobenen Episoden werden die Geschichten von erfüllter und unerfüllter Liebe der verschiedenen Protagonisten erzählt. So lernt man, was ein Hummer im Krippenspiel verloren hat, dass Kaffeekochen dem Premierminister so richtig imponiert, dass Liebe keine Sprache braucht – und dass Schmerz vorbeigeht. Hach. So kitschig. So schön. (lex)

 

Sich verwöhnen: Körpercreme ganz einfach selbst gemacht

Gönnen Sie Ihrer Haut, die im Winter ohnehin zu Trockenheit neigt, eine Extraportion Pflege: Sie brauchen dazu 30 Gramm Bienenwachs, 4 Esslöffel Walnussöl, 2 Esslöffel Jojobaöl, 20 Milliliter Kokosöl, 50 Milliliter destilliertes Wasser, ein paar Tropfen Rosenwasser. Öle und Bienenwachs in einer Schüssel im Wasserbad unter Rühren erhitzen. Die Temperatur sollte 70 Grad nicht überschreiten. Sind die Zutaten zu einer homogenen Flüssigkeit geworden, vorsichtig, löffelweise das Wasser und das Rosenwasser hinzugeben und so lange rühren, bis die Creme etwas dickflüssiger wird – schon ist die Pflege fertig. Ideal lässt sich die Hautcreme in einem sauberen Schraubglas oder einer leeren Cremedose etwa ein halbes Jahr lang aufbewahren. (mcg)

 

In der Natur: Die Region und deren Poeten kennenlernen

Frisch renoviert hat die Neuhauser Werkklasse den Schaffhauser Dichterpfad (siehe Bild). Es handelt sich um sieben Wanderrouten im ganzen Kanton. Entlang der Routen stehen insgesamt 44 Tafeln mit Gedichten, die zur Landschaft passen. Verfasst wurden sie hauptsächlich von Autoren aus der Region – von Johann Conrad Peyer über Bertha Hallauer bis Hans Ritzmann. Wie beim Geocaching bieten die Gedichte einen Anreiz, sich mal wieder in die Natur zu begeben – und warum nicht auch mal im Winter? Die Broschüre zum Dichterpfad (mit Kartenmaterial und Gedichten) ist auf dem Herrenacker bei Schaffhauserland Tourismus heute von 10 bis 14 Uhr für 5  Franken erhältlich. Danach öffnet das Tourismusbüro wieder im neuen Jahr. (sba)

 

Buch: Der Narr im Krieg als unheimlicher Archetypus

1618 brach in Böhmen der Dreissigjährige Krieg aus, wurde 1621 bis an den Rhein getragen und endete 1648 im Westfälischen Frieden. Der deutsche Erfolgsautor Daniel Kehlmann, der 2005 mit «Die Vermessung der Welt» schon einmal die Historie fiktionalisiert hatte, tut dies in seinem neusten Roman «Tyll» erneut. Darin geht es vor der Folie des grausamen Dreissigjährigen Krieges um den als Spassmacher legendär gewordenen Till Eulenspiegel. In Kehlmanns Roman gewinnt Tyll nun eine monströse Unpersönlichkeit, angesichts derer dem Leser die dämonische Abgründigkeit dieser Figur auf eine Art und Weise nahegebracht wird, dass er sie unweigerlich als irrlichternden Vorläufer der Hauptgestalt des Dritten Reiches begreifen wird. (Wü.) 

 

Ausflug: Zauberhaftes Engadin nährt Seele und Herz

Nietzsche schwärmte davon, und noch heute kommen Reisende beseelt aus dem Engadin zurück. Wer sich hier ein Wochenende gönnen will, hat einiges zu tun. Eine traumhafte Langlaufpiste führt in das verschneite Val Roseg bei Pontresina. Danach kann man sich eine heisse Schokolade in der beliebten Confiserie Hanselmann in St. Moritz gönnen. Abseits vom Rummel der Schickeria und zwei Seen weiter entfernt liegt Sils Maria. Dort warten bimmelnde Pferdekutschen, welche die Gäste ins zauberhaft Val Fex fahren. Zurück im Dorf empfiehlt sich der Besuch des berühmten Nietzsche-Hauses, in dem man auch übernachten kann. Vielleicht ergeht es Ihnen dann wie ihm. Denn man sagt: Er kam als Tourist und ging als Philosoph. (cla) 

 

Film: «Der Spiegel» von Andrej Tarkowskij: Ein Meisterwerk

Andrej Tarkowskij (1932–1986) hat in 25 Jahren nur sieben Filme gedreht. Alle sind sie Meisterwerke, am meisterlichsten aber sind die fünf Filme, die er in Russland gedreht hat. Der längste von ihnen ist dem Ikonenmaler Andrej Rubljov (1360–1430) gewidmet. «Der Spiegel» aus dem Jahre 1975 ist das autobiografischste Werk des Regisseurs: eine anspruchsvolle Bildersymphonie in Farbe und in Schwarz-Weiss mit vielen Bezügen zur russischen und zur europäischen Geschichte. Problemlos greifbar sind Tarkowskijs Filme auf DVD. Sie entführen den Zuschauer in Welten, aus denen er bereichert in die eigene Welt, Herkunft und Geschichte zurückkehrt. Im Buch «Die versiegelte Zeit» beschreibt Tarkowskij sein Werk und die Gedankenwelt dahinter. (Wü.)«Der Spiegel», ein Klassiker der Filme

 

Spiel: «Rocket League»: Fussball mit fliegenden Autos

Nach der Weihnachtszeit, die aus vielen Familientreffen besteht, ist es auch mal schön, sich zurückzuziehen, um Zeit für sich zu haben. Unterhaltung bietet hierbei das Spiel «Rocket League» der amerikanischen Firma Psyonix. Es ist sowohl für Fussball- als auch für Autofans interessant. Ziel des Spiels ist es, die meisten (überdimensional grossen) Bälle ins Tor der Gegner zu befördern – dies mit einem Auto mit Raketenantrieb. Durch geschickte Manöver kann dieses sogar zum Fliegen gebracht werden. «Rocket League» ist für den PC, aber auch für Spielkonsolen wie PS4, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich. Doch Vorsicht: Hat man den Dreh raus, kommt man vom Spiel nicht mehr los. (kfe)

 

Zu Hause: Die grauen Zellen mal wieder richtig herausfordern

In vielen Haushalten gibt es einen der sechsfarbigen Zauberwürfel mit den drehbaren Ebenen, die der ungarische Bildhauer Erno Rubik im Jahr 1974 lancierte. Aber längst nicht jeder Besitzer eines solchen Würfels kann ihn auch lösen, also wieder richtig «sortieren». Das zu lernen, ist anstrengend, aber eine spannende Beschäftigung für ruhige Stunden zwischen Festessen und Familienfeiern. Im Internet gibt es zahlreiche Videos, welche unterschiedliche Lösungswege und die dafür nötigen Bewegungskombinationen und Eselsbrücken gut illustrieren. Es braucht mehrere Lern-Sessions und Anläufe, bis man den Würfel selbständig lösen kann – dafür werden die grauen Zellen wieder einmal richtig auf die Probe gestellt. (dj.)

 

Musik: Kontrastprogramm zu «White Christmas» und Co.

Ich weiss nicht, wie’s Ihnen geht: Jeweils weit vor Heiligabend bin ich der Weihnachtsmusik, wie sie uns seit Wochen in üppiger Kitschigkeit aus den Lautsprechern entgegentrieft, dermassen überdrüssig, dass eine radikale Alternative hermuss. Und hier ist sie: «Medieval Carols», also mittelalterliche Weihnachtslieder meist auf Latein, gesungen von der Oxford Camerata. Die Aufnahme (Naxos) entstand bereits  1992, die darauf versammelte Weihnachtsmusik, gesungen von A-cappella-Frauenstimmen unterscheidet sich vom Konsumschlacht-Soundtrack à la Bing Crosby und Co. sehr angenehm durch ihre Kargheit, die Schönheit und die Frische der Melodie und sparsame Mehrstimmigkeit. Und bleibt doch weihnächtlich-festlich gestimmt. (lbb)

 

Kochen: Gemeinsam mit Freunden Hamburger braten

Weihnachten ist die Zeit des Zusammenseins. Wieso dies nicht ein wenig ausweiten und Freunde nicht nur zum Essen, sondern auch zum gemeinsamen Kochen einladen? So kann man sich länger miteinander unterhalten, und es macht auch noch richtig Spass. Zusammen werden zuerst die einzelnen Zutaten für den Hamburger vorbereitet – da kann fleissig geschnitten, gehackt und gebraten werden. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Denn neben den klassischen Zutaten wie Brot, Fleisch und Sauce sind alle weiteren individuell. So stellt sich jeder «seinen» Burger zusammen. Der oder die eine möchte Zwiebeln, Ketchup und Mayo, aber keine Gurken, der andere schwört auf Senf, Speck und viel Salat – Hauptsache, es schmeckt allen. (tva)

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