Kroatien, aber auch Russland: So sehen Sieger aus

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Schaffhauser N…

Egal, wer am Sonntag als Sieger vom Platz gehen wird - für Produzent Thomas Martens gibt es noch weitere Gewinner. Auch, weil seit Jahren kroatische Fussballer die europäischen Topclubs bereichern.

Thomas Martens von den Schaffhauser Nachrichten
Thomas Martens Produzent 1. Bund. Bild: Selwyn Hoffmann

Egal, wie das WM-Finale am Sonntag ausgehen wird, ein Sieger steht bereits fest – Kroatien. Dieses kleine Land an der Adriaküste mit gerade einmal knapp über vier Millionen Einwohnern, das in dieser Form erst seit 1991 existiert. Der bisher grösste sportliche Erfolg war Platz drei bei der WM 1998 in Frankreich mit dem damaligen Superstar und heutigen Verbandspräsidenten Davor Šuker. Jetzt haben die Spieler um Kapitän Luka Modrić einen draufgesetzt und können sogar noch den Pokal holen.

Seit Jahren bereichern kroatische Fussballer die europäischen Topclubs mit ihrer technischen Versiertheit und körperlichen Härte. Namen wie Ivan Rakitić, Mario Mandžukić, Ivan Perišić, Vedran Ćorluka, Dejan Lovren, Domagoj Vida und neuerdings auch Ante Rebić, der wohl nicht mehr lange bei Eintracht Frankfurt stürmen dürfte, haben in der Welt des runden Leders besten Klang. Altersmässig ist dies für die «alte Garde» vielleicht die letzte Chance, auf den ersten Titel für Kroatien.

Sieger ist aber auch Russland, das von den Kroaten im Viertelfinale nach hartem Kampf erst im Elfmeterschiessen bezwungen wurde. Der Ausrichter präsentierte sich gastfreundlich, bescheiden sowie weltoffen und lud dazu ein, auch abseits der Fussballstadien erkundet zu werden. ­Damit zeigte der Fussball einmal mehr seine weltumspannende Wirkung als Beitrag zur Völkerverständigung, mehr, als es Politiker leisten können.

Insofern wünsche ich mir, dass die USA, die Türkei und Nordkorea auch mal wieder eine WM-Endrunde erreichen. Vielleicht gelingt es ja beim nächsten Mal 2022 in Katar. Denn auch dort wird der Fussball wieder viele Türen öffnen, so wie er es bereits in Saudi-Arabien getan hat, wo Frauen in diesem Jahr erstmals allein in ein Fussballstadion durften.

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