Grossbrand wegen Modellauto: Ehepaar freigesprochen

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Schaffhauser N…

In der Steckborner Altstadt ist Ende 2015 ein Grossbrand ausgebrochen. Verantwortlich war der brennende Akku eines Modellautos. Die Besitzer des Spielzeugs wurden heute freigesprochen.

Mehrere Häuser wurden beim Brand zerstört, 30 Personen verloren das Dach über dem Kopf.

Der 48-jährige Niederländer M.V. und seine 47-jährige Ehefrau C.V., welche sich heute und gestern vor dem Bezirksgericht Frauenfeld bezüglich des Steckborner Altstadtbrandes vom 21. Dezember 2015 zu verantworten hatten, wurden freigesprochen. Kurz vor 16 Uhr verkündete das Gericht sein Urteil. Beide Beschuldigten erhalten Entschädigungen in einer Höhe von 18'000 und 13'000 Franken.

Als «traurig und schlimm» bezeichnete Gerichtspräsident Rudolf Fuchs die Vorkommnisse vor drei Jahren. Das Gericht sei jedoch zum Entschluss gekommen, dass M.V. und C.V. kein pflichtwidriges Verhalten nachgewiesen werden könne, da sie ihr Freund R.W. nicht auf die Brandgefahr des von ihm überreichten Modellauto-Akkus aufmerksam gemacht oder ihnen eine Betriebsanleitung übergeben hatte, sich R.W. bei seinen Aussagen in Widersprüche verstrickt hatte, M.V. aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht in der Lage war, den Sicherheitshinweis auf dem Akku zu lesen und zum Zeitpunkt des Altstadtbrandes die Gefahr von Lithium-Polymer-Akkus ohnehin «allgemein nicht bekannt» war. Deshalb habe M.V. davon ausgehen müssen, dass der Akku wie jeder andere auch verwendet werden müsse.Zum Schluss der Verhandlung wandte sich Rudolf Fuchs auch an die Medien und meinte: «Ich hoffe, dass Sie das Allgemeinwissen bezüglich Lithium-Polymer-Akkus nun verfestigen.» 

Ob die Staatsanwaltschaft Berufung einlegen will, ist noch unklar. Die 20 Privatkläger haben nun die Möglichkeit, über den Zivilweg Forderungen zu stellen.

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