Super-Bowl LIII: Das müssen Sie wissen

Autor
Kay Uehlinger

Sind Sie Football-Laie, schauen aber trotzdem den Super Bowl LIII? Wir erklären Ihnen alles Wichtige rund um den 53. Super Bowl.

Um diese Trophäe geht es im Super Bowl: Die Vince Lombardi Trophy. Bild: flickr / T.M.Peto

Wer spielt eigentlich um den Super-Bowl?

Los Angeles Rams: Die Kalifornier spielten vor drei Jahren noch unter dem Namen St. Louis Rams, wechselten dann aber wieder nach Los Angeles wo die Franchise ursprünglich 1934 gegründet wurde. Bisher konnten Sie einen Super-Bowl gewinnen – und zwar 1999.

New England Patriots: Ganz anders sieht es bei den Patriots aus. Sie sind mittlerweile schon fast Stammgast im Super-Bowl. Vor allem dank ihrem mittlerweile 40-jährigen Quarterback Tom Brady und ihren Erfolgstrainer Bill Belichick, feierte die Franchise aus Boston bereits fünf Super-Bowl-Gewinne.

Der Weg der beiden Teams in den Super Bowl LIII. Bild: Facebook / NFL

Wo wird gespielt?

Ausgetragen wird der 53. Super-Bowl in der Mercedes-Benz-Arena in Atlanta, der Heimstätte der Atlanta Falcons und dem Fussballclub Atlanta United. Das Stadion bietet über 75‘000 Zuschauern Platz. Das im Jahr 2017 neu gebaute Stadion ist nicht nur riesig, es besitzt auch ein sternförmiges Dach, welches sich problemlos öffnen und schliessen lässt. Zudem fällt der riesige Videoring mit einer Länge von 335 Metern im Innern auf.

Wer sind die wichtigsten Spieler?

New England Patriots

Tom Brady (Quarterback): Er alleine stand schon in neun Super-Bowls, mehr als jede andere Franchise (Mannschaft) seit es den Super Bowl gibt. Nicht zu Unrecht wird er deshalb auch «Der Grösste aller Zeiten» (G.O.A.T.) genannt. Auch wenn er bereits 40 Jahre alt ist, kann der Quarterback noch immer wichtige Spiele mit seiner Erfahrung und seinem aussergewöhnlichen Spielverständnis entscheiden.

Rob Gronkowski (Tight End): Ein Riese, der durch seine enorme Grösse und seiner Wasserverdrängung Bälle aus der Luft fangen kann, an welche ein Verteidiger gar nicht erst rankommt. Muss von der Defense der Rams unbedingt aus dem Spiel genommen werden.

Julian Edelmann (Wide Receiver): Nach Gronkowski ist der Wide Receiver – ein sogenannter Passempfänger – Bradys erste Adresse, wenn dieser einen Ball wirft. Edelmann hat den letztjährigen Super Bowl aufgrund einer Verletzung verpasst. Unvergessen bleibt jedoch sein mirakulöser «Catch» im Super Bowl LI gegen die Atlanta Falcons. Ein Receiver mit starken und flinken Händen.

Los Angeles Rams

Aaron Donald (Defensive Tackle): Er ist das Herzstück der unglaublich starken Defense der Rams. In der regulären Saison erreichte er 19,5 Sacks, das heisst, dass er 19,5-mal den Quarterback des gegnerischen Teams zu Fall brachte, bevor dieser einen Pass spielen konnte. Für den 129-Kilogramm-Mann braucht es teilweise zwei Verteidiger um ihn am Weg zu seinem Ziel zu hindern.

Todd Gurley (Running Back): Er gehört zu den besten Running Backs der Liga. Der Running Back ist der Spieler, der vor allem bei Laufspielzügen zum Zuge kommt, aber auch durchaus als Passempfänger agiert. Gurley hat trotz immer wiederkehrenden Verletzungen gezeigt, dass er ein Ausnahmeathlet ist. Mit 1251 gelaufenen Yards und 17 Touchdowns hat er in dieser Saison seine Gefährlichkeit einmal mehr unter Beweis gestellt. Im Durchschnitt erreichte er 4.9 Yards pro Run, das ist immerhin ein halbes First Down. Seine «Runs» können im diesjährigen Super Bowl ausschlaggebend sein.

Brandin Cooks: Der ehemalige Patriots-Spieler ist bei den Rams die gefährlichste Waffe bei Passspielzügen. Der schnelle Wide Receiver hat in der regulären Saison ebenfalls über 1200 Yards erreicht. Wenn der Ball bei ihm ihn den Händen liegt, macht er durchschnittlich 15 Yards Raumgewinn. Die Chemie zwischen ihm und Quarterback Jared Goff ist hervorragend und stellt jede Verteidigung vor Probleme.

Das kleine Einmaleins des American Footballs

Downs: Die ballbesitzende Mannschaft hat vier Angriffsversuche den Ball über zehn Yards zu tragen oder zu passen. Schaffen sie das, haben sie vier weitere Versuche zehn Yards an Raumgewinn einzufahren - bis zur Endzone. Wundern Sie sich jedoch nicht, wenn eine Mannschaft beim vierten Versuch den Ball per Punt – einem Kick in die gegnerische Hälfte – den Ball dem Gegner überlässt. Einen vierten Versuch geht man nur dann, wenn das Spiel beinahe zu Ende ist oder nur noch wenige «Inches» zu neuen vier Downs fehlen.

Interception: Wenn die verteidigende Mannschaft einen Pass des Quarterbacks abfängt, nennt man das Interception. Nach einem abgefangenen Ball, ist es dem Verteidiger erlaubt loszurennen um ein paar Extra-Yards für seine Offensive herauszuholen bis er von der gegnerischen Offense zu Fall gebracht wird. Kommt der Verteidiger bis in die gegnerische Endzone nennt man das einen «Pick Six». Pick für «abgefangen» und «Six» für die sechs geholten Punkte für sein Team.

Fumble: Verhaltet sich ähnlich wie die Interception. Dabei handelt es sich aber nicht um einen abgefangen Ball, sondern einen von der Offense fallen gelassenen Ball oder der Verteidigung herausgeschlagenen Ball. Entweder ändert sich der Ballbesitz oder der Ball wird von der Mannschaft, welche den Ball fallen liess, wieder aufgenommen. Das nennt man «Fumble Recovery» und das Spiel läuft normal weiter mit dem nächsten Down.

Safety: Bezeichnet erstens eine Position in der Verteidigung - und zweitens ein angreifender Spieler in Ballbesitz, der in seiner eigenen Endzone zu Boden gebracht wird. Dadurch bekommt die verteidigende Mannschaft automatisch zwei Punkte gutgeschrieben.

Field Goal: Hat die angreifende Mannschaft nach drei Downs nicht die vorgegeben 10 Yards erreicht, kommt der Kicker auf das Feld - sofern die Distanz zu den Torstangen nicht zu weit ist. Wenn der Kicker den Ball zwischen die Stangen schiesst, werden drei Punkte gutgeschrieben. Field Goals mit bis zu 40 Yards Abstand sind realistisch, sonst wird der Ball gepunted und bringt den Gegner wieder in Ballbesitz.

Two-Point-Conversion: Nach einem erzielten Touchdown, darf sich die angreifende Mannschaft nochmals vor der Endzone an der 5-Yard-Linie positionieren. Sie müssen in einem Down den Ball entweder in die Endzone passen oder dann durch einen Laufspielzug in die Endzone tragen. Das Team erhält dann sechs plus zwei Punkte, anstatt sechs plus ein Punkt aus dem Field Goal. Die Two-Point-Conversion kommt meist nur dann zum Einsatz, wenn eine Mannschaft knapp hinten liegt oder einen verpassten Field-Goal-Punkt aufholen muss.

Flag: Findet während eines Spielzuges ein Foul statt, wird von einem Schiedsrichter eine gelbe Flagge auf das Spielfeld geworfen. Das Spiel wird nicht unterbrochen, sondern es wird abgewartet und erst danach das Foul ausgesprochen.

Das sind nur einige der vielen Begriffe die im American Football vorkommen. Die übrigen Begriffe lernt man am besten, wenn man sich das Spiel anschaut. Kommt Ihnen American Fooball immer noch spanisch vor, wird Ihnen hier Schritt für Schritt die Sportart erklärt.

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