Ein Ostermontag im Sägemehl

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Schaffhauser N…

Das Schaffhauser Frühjahrsschwingen in Osterfingen konnte dieses Jahr unter besten Bedingungen durchgeführt werden. Im Sägemehl tonangebend waren aber andere als die Schaffhauser.

von Philipp Hagen 

Die meisten Sportler erhalten am Ostermontag einen freien Tag, wie alle anderen eben auch. Im Schaffhauser Schwingsport hingegen müssen – oder dürfen – die Athleten auch am Tag nach der Auferstehung von Jesus die Ärmel hochkrempeln und in die Schwingerhosen steigen. Und dies aus gutem Grunde, denn am Ostermontag findet traditionell das Schaffhauser Frühjahrsschwingen statt. Bei der diesjährigen Austragung in Osterfingen pilgerten rund 800 Schwingbegeisterte in das kleine Dörfchen im Klettgau, welches für einen Tag aus dem Tiefschlaf erwachte. «Am Ostermontag zusammenzukommen und diesen gemeinsam beim Schwingen zu geniessen, das ist sicher eine wichtige Tradition für jeden Schwingbegeisterten im Klettgau und im restlichen Kanton«, ist sich Markus Hallauer, Präsident des Kantonalen Schwingerverbands Schaffhausen, sicher. Er durfte insgesamt 69 Schwinger begrüssen, nebst Schaffhausern auch solche aus den Kantonen Zürich, Thurgau, aus dem Appenzell und aus Liestal im Baselbiet. Auch wenn einige Kranzschwinger, unter anderem mit Domenic Schneider vom Schwingklub Ottenberg ein eidgenössischer Kranzschwinger, mit von der Partie waren, so suchte man die ganz grossen Namen auf der Teilnehmerliste vergebens.

Vollenweider mit vier Gestellten Siebter

Aus Schaffhauser Sicht durfte man vom jungen Jeremy Vollenweider gewisse Ambitionen erwarten. Wie so viele andere Schwinger auch, nutzte der 21-Jährige das Frühjahrsschwingen zur Vorbereitung aufs Nordostschweizer Schwingfest (NOS) in Hallau von Ende Juni: «Dort einen Kranz zu holen, sozusagen vor der eigenen Haustür, das ist mein grosses Ziel. Dann bin ich auch fürs Eidgenössische in Zug so gut wie qualifiziert», erklärte Vollenweider. Es wäre bereits die zweite Teilnahme am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest für den nunmehr achtfachen Kranzsieger, welcher sich die Auszeichnung auch gestern wieder abholte. Doch wird wohl eine Steigerung vonnöten sein. Vollenweider verzeichnete in sechs Gängen nebst zwei Siegen auch vier Gestellte.

Den Sieg machten sodann andere als die Schaffhauser unter sich aus. Im Schlussgang legte Dominik Schmid (Schwingklub Herisau) nach bereits 37 Sekunden seinen Kontrahenten Philipp Lehmann mittels Wyberhaken auf den Rücken. Schmid verbuchte in sechs Gängen fünf Siege und nur einen Gestellten. Adrian Schwyn war als Siebtplatzierter bester Schaffhauser. Vor den Augen von Ständerat Hannes Germann verzeichnete Schwyn vier Siege und zwei Gestellte. Auch Adrians Bruder Patrick sowie Simon Schudel, Patrick Bürgler und der angetönte Vollenweider, holten Kränze für den Schaffhauser Schwingverband.

Eindrücke vom Schwingen hören Sie hier:

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