Der FC Beringen bastelt an seiner Zukunft

Autor
Tobias Erlemann

Gleich zwei Drittel des Vorstandes vom FC Beringen nehmen in Kürze den Hut. Die Suche nach den Nachfolgern läuft auf Hochtouren – bis dato jedoch ohne Erfolg.

Diese 6 Vorstandsmitglieder hören auf beim FC Beringen: (oben v. l.) Kirsten Schären (Projekte), Bernd Tribelhorn (Junioren-Obmann), Colette Gültabak (Co-Präsidentin; (u. v. l.) Angelika Stauffer (Marketing/Sponsoring), Carmen Sommerhalder (Projekte) und Michèle Winterflood (Präsidentin).Bild zvg

Der Aufstieg in die 2. Liga regional dürfte bei neun Punkten Rückstand auf Oberwinterthur ein fast unmögliches Unterfangen sein. «Unser Trainer ist aber voll motiviert, und die Stimmung im Team ist top. Wir freuen uns auf eine spannende Rückrunde», sagt Michèle Winterflood. Dabei sei der Aufstieg aber kein Muss, erklärt die Präsidentin des FC Beringen. Zumal aktuell nicht der Sport im Vordergrund steht, sondern rein administrativ die Weichen für die Zukunft bei den Klettgauern gestellt werden müssen. Denn gleich sechs von neun Mitgliedern des Vorstandes werden im September kommenden Jahres an der Generalversammlung (GV) nicht mehr zur Verfügung stehen, der Rücktritt wurde schon länger kommuniziert. «Bereits an der GV im Jahr 2016 haben wir gesagt, dass dies unser letztes Amtsjahr sein wird. Wir haben dann noch mal bis Herbst 2018 verlängert, dann ist aber sicher Schluss», sagt Winterflood. Mit ihr aufhören werden Colette Gültabak (Co-Präsidentin), Bernd Tribelhorn (Junioren-Obmann), Angelika Stauffer (Marketing), Carmen Sommerhalder (Projekte) und Kirsten Schären (Projekte). So verbleiben lediglich Marco Riedener (Spiko), Nicole Walter (Aktuar) und Urgestein Ralph Heydecker (Technischer Leiter/Kassier) im Vorstand. Nachfolger für die Abgänger? Noch nicht gefunden! «Zwischen Weihnachten und Neujahr werden wir alle Junioren-Eltern und Mitglieder per Mail informieren. Ich hoffe, dass sich dann engagierte Personen finden, die die Posten besetzen beziehungsweise einen Teil der Aufgaben übernehmen, wobei eine Vorstandsmitgliedschaft nicht zwingend notwendig ist», vertraut Winterflood auf die «FCB-­Gemeinde».

Gute Basis im Klettgau

Zumeist hören handelnde Personen in einem Verein dann auf, wenn es Ärger gibt. In Beringen ist dies aber nicht der Fall. Der Verein steht sportlich, finanziell und strukturell wieder auf gesunden Füssen. So hat der Verein im Dorf und auch bei der Gemeinde wieder ein gutes Standing erlangt. Und die Stimmung innerhalb der Abteilung sei wieder positiv, wie Winterflood erklärt. «Wir haben unseren Fokus vor allem auf die Junioren ausgerichtet. Es gab in Beringen vermutlich noch nie ein Fanionteam, in welchem so viele einheimische Talente mitspielen.» Dass dies momentan «nur» in der 3. Liga der Fall ist, stört die Entscheidungsträger nicht wirklich. Der «Zug» sei wieder auf stabilen Schienen, wie Winterflood es bildlich beschreibt. «Jetzt braucht es einen neuen Zugführer, der die Lok weiter in die richtige Richtung lenkt.»

Doch noch ist dieser «Zugführer» nicht gefunden, auch für die anderen offenen Posten gibt es keine Kandidaten. So ist es ein Zeichen der Zeit, dass das Besetzen von Ehrenämtern immer schwieriger wird. Wobei Winterflood aus ihrem eigenen Handeln Hoffnung schöpft. Denn auch die 45-Jährige rutschte mehr oder weniger unbeabsichtigt in die Rolle der Präsidentin. Mit ihren Mitstreitern wollte sie vor über fünf Jahren nur einige Projekte vorantreiben wie das nun traditionelle Fussballcamp des FCB. Nebenbei kam vonseiten des damaligen Vorstandes die Idee auf, dass sich diese Gruppe doch gleich als Funktionäre engagieren könne – mit Michèle Winterflood an der Spitze. «Wenn Dutzende Augen auf dich gerichtet sind, kannst du schlecht ein sagen», schmunzelt die FCB-Präsidentin. Bereut hat sie den damaligen Schritt aber nie. Viele Dinge mussten neu aufgegleist werden, der Kontakt zur Gemeinde, zu den Mitgliedern und Sponsoren wurde intensiviert, auch um die Identifikation zu stärken. Kurz gesagt: Das Fundament steht, die Strukturen sind gewachsen. Ziel sei, Personen zu finden, die diese Philosophie auch weiterleben, sagt Winterflood. «Natürlich hat jeder Vorstand seine eigenen Visionen. Aber wenn jetzt jemand käme, der nur wieder auf die Aktiven setzt, passt das nicht mehr zum FC Beringen.»

Doch erst einmal müssen Personen gefunden werden, die Interesse am Ehrenamt bekunden. Wenn dies bis September nicht der Fall sein wird, kann dies für den FC Beringen zum Problem werden, da laut Statuten ein gewählter Vorstand dem Verein vorstehen muss. Für den Übergang müsste sonst der Rest des Präsidiums die Aufgaben wahrnehmen. Denn klar ist: «Meine Mistreiter und ich knicken nicht noch mal ein, für uns ist Schluss», sagt Winterflood deutlich. Für den FCB werde sie aber immer ein offenes Ohr haben. «Ich stehe meinem Nachfolger mit Rat zur Seite. Und auch bei Projekten wie dem Fussballcamp helfe ich mit. Aber nicht in vorderster Front, sondern nur als Unterstützung.» Und: Auf dem Grafenstein wird man Michèle Winterflood bei den Spielen auch ohne offizielle Funktion weiterhin antreffen. Nach mehr als fünf Jahren als FCB-Präsidentin ist ihre Fussballleidenschaft noch ausgeprägter. «Mir macht es Spass zu sehen, wie sich beim FC Beringen alles entwickelt hat. Da spielt es keine Rolle, ob die erste Mannschaft doch noch aufsteigt oder nicht.»

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