So feiern die Kadetten-Spieler den Schweizermeistertitel

Autor
Schaffhauser N…

Nach zwei Siegen in der Verlängerung liessen die Kadetten beim dritten Sieg mit 35:26 nie Zweifel aufkommen. Bei Spielende gab es grenzenlosen Jubel.

Wenn die Kadetten Schweizer Meister werden, bedeutet dies vor allem eines: Freibier! Dementsprechend war die Stimmung nach Spielschluss nicht nur auf dem Spielfeld unten, sondern auch auf den Rängen ziemlich ausgelassen. Das war sie allerdings schon das gesamte Spiel über, die über 2200 Fans in der BBC Arena machten von Minute eins an richtig Dampf. Mit der Schlusssirene brachen dann alle Dämme. «Was für eine Atmosphäre! Riesiges Dankeschön an die Fans», freute sich Kreisläufer Bojan Beljanski nach der Partie, der genau wie alle anderen Spieler mit Perücke auf dem Kopf anzutreffen war. «Wir hatten zwei richtig schwierige Spiele gegen Pfadi, umso grösser ist nun die Freude», so der sonst sehr zurückhaltende Serbe, der betonte, heute Abend werde noch viel Alkohol fliessen.

Unbeschreiblicher Jubel bei den Kadettenspielern. Bild: Key

Sein Landsmann Zarko Sesum, welcher in seiner ersten Saison bei den Kadetten gleich den Titel holte, blickte routiniert auf die Saison zurück: «Nach dem verlorenen Cupfinal in Bern und dem bitteren Aus im EHF-Cup mit einem Gegentor in letzter Sekunde tut dieser Titelgewinn umso besser», freute sich der Rückraumspieler, der den Gästen aus Winterthur viel Tribut zollte: «Riesenrespekt an Pfadi. Die Serie war unglaublich spannend, auch wenn wir nun am Ende scheinbar deutlich gewonnen haben», so Sesum weiter.

Auch Regierungsrat Ernst Landolt war als Gratulant gekommen, hier mit Captain Dimitrij Küttel (l.) und Giorgio Behr. Bild: pha

An vorderster Front feierten nebst den ganz Jungen und den drei verrückten Österreichern vor allem Luka Maros und Nik Tominec. Letzterer organisierte nach dem Auftritt mit den verrückten Perücken bei der Pokalübergabe spontan eine Trommel und machte mit Mitspielern und Fans das von der isländischen Fussballtem bekannte «Huh». Maros war derweil ununterbrochen mit einer Champagnerflasche in der Hand anzutreffen. Ungewohnt aus dem Häuschen durfte man auch Trainer Petr Hrachovec sehen. Der Erfolgstrainer gab sich beim Siegerinterview aber sofort wieder professionell. «Wir waren heute von der ersten Minute an dominant. Bedanken möchte ich mich bei den Fans, vor allem auch bei denen, die zu den scheinbar leichteren Spielen in die Halle kommen. Ich schätze das sehr», beteuerte der Tscheche. (Philipp Hagen)

Die Kadetten zeigen Pfadi im dritten Finalspiel ganz klar den Meister

Wer würde die beiden ersten so knapp und auch glücklich zugunsten der Schaffhauser ausgegangenen Spiele besser verarbeiten können: Waren das die Kadetten, die sich mit dem elften Titel vor Augen zu Hause einfach keine Blösse mehr zu geben hatten? Oder würden die Winterthurer sich nochmals aufbäumen können? Die Frage war für einmal schnell beantwortet, denn die topmotivierten Schaffhauser starteten fulminant in diese vielleicht entscheidende Partie. Nur sie konnten am gestrigen Abend vor über 2200 Zuschauern den Titel erobern, und das war irgendwie auch auf den Rängen zu spüren.

Torhüter Stevanovic hext wieder

Zwar traf Peter Schramm noch zum 0:1, aber danach legten die Kadetten dank Toren von Luka Maros (in zwei Gegenstössen), Kreisläufer Meister und Abwehrchef Beljanski zum 4:1 vor. Einen ganz wichtigen Beitrag leistete hinter der grundsoliden 6-0-Deckung, die bis zum 17:8 Gerbls wie eine Wand stand, Torhüter Ivan Stevanovic: Ball um Ball hielt er – zehn Paraden bis zur Pause (14 total) und zwischenzeitlich über 50 Prozent Abwehrquote liessen die orangen Fans ob «Stevi» aus dem Häuschen geraten. Der in seine Heimat zurückkehrende Kroate zeigte im letzten Spiel mit den Kadetten nochmals eine überragende Leistung.

Jonas Schopper, Kristian Pilipovic, Jonas Schelker und Max Gerbl mit dem Kübel. Bild: pha

Aber die Schaffhauser Mannschaft überzeugte in der ersten Hälfte auch als Kollektiv, obschon die beiden Pfadi-Treffer vom 17:9 bis zum 17:11 zur Pause fast in der Rubrik Gastgeschenke einzuordnen waren. Dass die Konzentration da etwas nachgelassen hatte, war indes verständlich. Auch mit sechs Toren Differenz hatte das von Trainer Petr Hrachovec taktisch und motivatorisch hervorragend eingestellte Team einen beachtlichen Vorsprung geschaffen. Am letzten Sonntag genügten Pfadi im Laufe der zweiten Halbzeit sieben Tore Reserve nicht zum Heimsieg, also mussten die Kadetten auch nach der Pause noch einmal alles geben, um den Gegner nicht aufzubauen.

Die grosse Wende passierte indes nicht mehr, dazu blieben die Kadetten zu konsequent in Abwehr wie Verteidigung, und die Körpersprache der Pfader liess ebenso wenig erahnen, dass sie noch an ihre Titelchance glaubten. Auf der anderen Seite blieben die Schaffhauser weiterhin solid und konnten auf einen starken Stevanovic zählen (der in der 49. Minute bei 30:22 Pilipovic Platz machte) und hatten im Abschluss mit Sesum (6), Luka Maros und Captain Küttel (je 5) die besten Skorer in ihren Reihen. Die Feierlichkeiten konnten so frühzeitig beginnen, und das junge Duo Meister/Schelker begann in der Schlussminute mit dem verdienten Meistertanz.

Das ganze Spiel zum Nachlesen gibt's hier im Ticker.

Neuen Kommentar schreiben

Diese Funktion steht nur Abonnenten und registrierten Benutzern zur Verfügung.

Registrieren