Solide Kadetten stehen im Halbfinal

Autor
Philipp Hagen

Dank Samuel Zehnder gewinnen die Kadetten Spiel 4 in Basel mit 31:23 (13:11) und entscheiden damit die Viertelfinalserie gegen den RTV mit 3:1 zu ihren Gunsten.

Chance genützt: Schaffhausens Lucas Meister, links, und Basels Kevin Langhein, rechts im Kampf um den Ball. Die Kadetten siegten und stehen jetzt im Playoff-Halbfinal. Bild: Key

Wie zu erwarten bestritt der RTV Basel gestern Abend sein letztes Spiel der Saison, verlangte dabei dem Favoriten aus der Munotstadt allerdings nochmals alles ab. In Spiel 4 der Serie zwischen den beiden Rheinstädten war von Beginn weg Feuer in der Partie. Bereits nach 36 Sekunden handelte sich Basels Basil Berger eine direkte Rote Karte ein, nachdem er Dimitrij Küttel bei einer Abwehraktion im Gesicht traf und dieser aus dem Mund blutend vom Platz musste. Umso brisanter ist die Szene einzuschätzen, als dass das Schiedsrichterduo Capoccia/Jucker erst nur eine Zwei­minutenstrafe aussprach, diese nach langer Aussprache mit den Offiziellen an der Seitenlinie aber widerrief, die Rote Karte zückten und gar noch die Blaue Karte in Richtung Berger zeigten. Die fragliche Aktion wirklich gesehen zu haben schienen die beiden Unparteiischen wohl nicht.

Es wurde dann aber auch Handball gespielt, und die Schaffhauser hatten zu Beginn Mühe, dem Spiel ihren Stempel auf­zudrücken, ohne Starspieler Gabor Csaszar bleiben die Orangen schlicht zu wenig ­variabel in der Offensive. «Wir waren ohne Bewegung im Angriff, zu passiv. Zur Pause hätten wir eigentlich mit mehr als zwei Treffern vorne sein sollen», weiss auch Trainer Hrachovec. In seinem Team war vor allem Verlass auf Torhüter Pilipovic und auf den elffachen Torschützen Samuel Zehnder. Der RTV seinerseits hielt sich mit viel Kampfgeist, einer soliden Deckungsarbeit und dem Torgaranten Rares Jurca im Spiel. 10:10 stand es nach 28 Minuten. Nach einer knappen 13:11-Pausenführung kehrte die Partie dann aber deutlich zugunsten der Kadetten. «In der Halbzeitpause hatten wir uns ausgesprochen, in der zweiten Halbzeit waren wir stark verbessert und kontrollierten das Spiel», analysierte auch Trainer Hrachovec, der seine Mannschaft vor allem offensiv stark verbessert sah. In der 43. Spielminute vermochte Samuel Zehnder das Skore bereits auf 23:16 zu stellen. Eine Vorentscheidung. Die Gastgeber erlagen erneut der Tatsache, dass praktisch ihr gesamtes Offensivpotenzial auf den Schultern der drei Shooter Jurca, Krause und Jurjevic lastet. Der über die gesamte Serie sehr starke Jurjevic traf gestern aber kein einziges Mal, seine beiden Kameraden im Rückraum konnten dieses Defizit nicht ausgleichen. Da auch von den Torhütern keine Beihilfe kam, war die Sache bald einmal gegessen. Kadettentrainer Hrachovec nutzte dies unter anderem zum Comeback von Nik Tominec. Er und die erneut zahlreich eingewechselten jungen Spieler brachten das 31:23 und den Sieg in der Viertelfinalserie abgeklärt nach Hause. Ob der Gegner im Halbfinal St. Otmar oder Bern-Muri heisst, ist noch nicht bekannt.

Doch nun noch ein Wort zu Flügelspieler Samuel Zehnder. Unbestritten war er bereits vor der gestrigen Partie der stärkste Schaffhauser in den laufenden Play-offs. Mit einem absolut überragenden Auftritt und insgesamt elf Treffern krönte der 19-Jährige seine zuletzt gezeigten Leistungen. «Ich freue mich für ihn, er war heute wirklich sehr stark. Ich hoffe, dass er das Niveau halten kann», zollte auch Hrachovec den Leistungen Respekt.

 

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