FC Schaffhausen: Starke Aktion neben dem Platz

Autor
Tobias Erlemann

Vor dem Testspiel gegen den FC Zürich, das 1:1 endete, überreichte der FCS seinem leidgeprüften und langjährigen Fan Andreas «Böbby» Fierz eine Dauerkarte auf Lebenszeit.

FCS-Spieler Miguel Castroman überreicht Andreas «Böbby» Fierz seine Dauerkarte auf Lebenszeit. Bild: Tobias Erlemann

Seit 1978 ist Andreas «Böbby» Fierz Fan des FC Schaffhausen. Viel hat er erlebt in dieser langen Zeit. Und vor allem in den letzten Jahren gab ihm der Fussball auch immer wieder Mut und Freude. Denn beim Beringer schlug das Schicksal knallhart zu, eine Mandelentzündung im Sommer 2014 wird plötzlich lebensgefährlich, Streptokokken infizieren sein Blut, Nieren und Leber versagen. Der Schock: künstliches Koma, harte Wochen. Beide Füsse müssen amputiert werden, da die Blutvergiftung eine Nekrose in den Gliedmassen ausgelöst hat. Bis dato hat Fierz 38 Operationen (!) über sich ergehen lassen müssen. Doch aufgeben kennt Fierz nicht, er kämpft sich durch das Leben. Und ist beim Testspiel des FC Schaffhausen gegen den FC Zürich als Gast im Stadion – auf Einladung des FCS. Denn Marco Truckenbrod Fontana, Geschäftsführer der Stadion Schaffhausen AG, hat eine Überraschung für den 46-Jährigen vorbereitet: eine Dauerkarte im Lipo-Park auf Lebenszeit.

Ein Mutmacher für einen Fan, der sich nicht unterkriegen lässt. So ist die Freude bei Fierz riesig, als Captain Miguel Castroman ihm vor dem Anpfiff die Dauerkarte überreicht und auch noch ein Trikot parat hat, unterschrieben von allen FCS-Profis.

FCS hält gut mit

Fussball gespielt wird dann auch im Lipo-Park, unter Beobachtung von Fierz präsentiert sich der FCS gegen den Super-­League-Club aus Zürich in guter Form. Zwar geht der Favorit früh durch Antonio Marchesano (13. Minute) in Führung. Doch die Gelb-Schwarzen antworten prompt, Topskorer Miguel Castroman nagelt den Ball nach 18 Minuten mit seinem schwächeren rechten Fuss unter die Latte. «Mir hat gefallen, was ich gesehen habe. Ein ansprechendes Spiel von beiden Seiten mit gutem Tempo», analysiert FCS-Coach Boris Smiljanic. Aufseiten des Gastgebers kamen vier Testspieler zum Einsatz, sogar mit internationalem Flair. Linksfuss Alejandro Fretes Mendoza aus Paraguay überzeugt in der Innenverteidigung, kann aber auch links in der Abwehr und im Mittelfeld eingesetzt werden. Leichte taktische Probleme weist der Nigerianer Chiemeka Nwokeji auf, der aber auch erst am Tag zuvor in Schaffhausen angekommen war. Zusätzlich spielten Edin Imeri (U 21 GCZ) und Bijan Dalvand (U 21 FCZ) vor. «Sie zeigten gute Ansätze und werden weiter beobachtet», erklärt Smiljanic. Wobei ein Transfer im Winter ein schwieriges Unterfangen wird, im Budget sind keine Neuverpflichtungen eingeplant. «Wenn wir noch was machen wollen, müssen wir kreativ sein», weiss FCS-Sportchef Axel Thoma.

«Mein zweiter Verein nach dem FCS ist Borussia Dortmund.»

Andreas «Böbby» Fierz, FCS-Dauerkarten-Besitzer

So sahen die Zuschauer eine ausgeglichene Partie. Einzig in der Chancenauswertung wurde auf beiden Seiten geschlampt. «Das Spiel hätte auch 4:4 ausgehen können», erklärt Smiljanic.

Und während die Teams sich nach der Partie freundschaftlich abklatschten, freute sich Ehrengast Fierz noch immer über die tolle Überraschung vom FCS. Die Dauerkarte werde er so oft wie möglich nutzen, sagt der Beringer. Wohlwissend, dass im Dezember die 39. Operation ansteht. Doch unterkriegen lässt sich der Fussballfan nicht, Gelb-Schwarz treibt ihn an. Und das nicht nur national. «Mein zweiter Verein nach dem FCS ist Borussia Dortmund», sagt Fierz mit einem herzhaften Lachen.

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