FCS-Express rollt weiter: 4:0-Sieg

Autor
Daniel Koch

Einen souveränen Auftrittzeigte der FC Schaffhausen im Heimspiel gegen den FC Aarau. 4:0 lautete das Verdikt, das auch in der Höhe verdient war.

Doppeltorschütze: FCS-Topskorer Shkelqim Demhasaj (9) bringt den FCS vom Penaltypunkt aus in Führung. Bild: Michael Kessler

Nach Spielschluss wackelten die Wände in der Kabine des Gastes aus Aarau. Langjährige Beobachter der Schweizer Fussballszene konnten sich an keine Kabinenpredigt in dieser Lautstärke erinnern, wie sie FCA-Cheftrainer Marco Schällibaum seinen Spielern nach dem 0:4-Debakel auf dem Plastikrasen im neuen Schaffhauser ­Lipo-Park hielt. «Einen solchen blutleeren Auftritt akzeptiere ich nicht», erregte sich Schällibaum. Nach der 3:1-Gala vom Donnerstag gegen Leader FC Zürich war das ein unerwarteter und heftiger Rückschlag für die Aargauer. «Wer mich kennt, weiss, dass eine solche Leistung ein Nachspiel hat», drohte Schällibaum mit Sanktionen für seine Spieler. Der Aarau-Trainer konnte sich nicht erklären, warum seine Spieler sich derart schwach präsentierten und eine Schlappe einstecken mussten, die auch in der Höhe das Spielgeschehen widerspiegelte.

Die Fehlentscheidung am Anfang

Anzufügen bleibt allerdings, dass für die Gäste – sie waren als punkt­gleicher Tabellenvierter zum FCS angereist – die Partie mit einer groben Benachteiligung begann. Beim ersten Angriff von Yakins Team zeigte der ­Linienrichter ein Offside an. Referee Nikolaj Hänni ignorierte das. Bei der Hereingabe wurde FCS-Spieler Yassin Mikari von FCA-Keeper Bucchi gelegt und Hänni entschied auf Penalty. Eine Fehlentscheidung, die hinterher zu heftigen Reaktionen und Diskussionen führte. Shkelqim Demhasaj, dem jungen FCS-Topskorer, war das egal. Er verwandelte den Penalty souverän und brachte seinen Club in der 3. Minute in Führung. Es war sein 14. Saisontreffer. In der Nachspielzeit traf der 21-Jährige nochmals und hat nun 15 Saisontreffer in seiner Bilanz stehen, was wiederum das Interesse von diversen Grossclubs vergrössern dürfte.

«Nach dem Rückstand wurden wir nervös und spielten von A bis Z nur noch schwach», kommentierte Igor Nganga, der Aarauer Abwehrspieler und frühere Captain des FC Schaffhausen, das, was sich im Lipo-Park zugetragen hatte. Um die Chancen der Gäste im neuen Schaffhauser Fussballstadion aufzuzählen, hätte man nicht einmal eine Hand gebraucht. Für ein Team aus der vorderen Tabellenhälfte war das einfach zu wenig.

Murat Yakin denkt schon weiter

FCS-Trainer Murat Yakin hatte sein Team etwas umgestellt. So blieb Topskorer Steven Lang zunächst auf der Bank und konnten sich Spieler präsentieren, die bisher eher weniger Einsatzzeiten hatten. «Weil die Abstiegsfrage so gut wie entschieden ist, laufen die Zukunftsplanung und die aktuelle Meisterschaft ja parallel. Da kann man einiges ausprobieren.» Das machte Yakin, und alles ging auf. Nach einem 4:0-Erfolg ist es ausserdem müssig, das zu kritisieren, was nicht so funktioniert hat. «Es freut mich, dass die Korrekturen allesamt funktioniert haben», fasste Yakin den Sieg zusammen.

Kein primäres Ziel sieht der FCS-Trainer nun darin, den Angriff auf Servette Genf mit seinen zehn Punkten Vorsprung zu lancieren. Wichtiger ist es für den FCS-Cheftrainer, die richtigen personellen Weichen für die neue Saison zu stellen. Der FCS ist in der Challenge League das beste Team der Rückrunde. Die Bilanz von Murat Yakin ist hervorragend: das 4:0 gegen ­Aarau ist der neunte Sieg im 13. Spiel seit der Winterpause. 29 Punkte (vier mehr als Leader und Aufstiegskandidat FC Zürich geholt hat) hat der damalige Tabellenletzte seit dieser Zeit eingefahren und sich damit eine beruhigende Reserve von 14 Punkten auf den Abstiegsplatz geschaffen.

Die FCS-Spieler genossen nach dem 4:0 den Moment. So freute sich Publikumsliebling Faruk Gül über seinen vierten Saisontreffer und dass er seinem Team zu einem weiteren Erfolgserlebnis verhalf. Auch Torschütze Luca Tranquilli, der seinen zweiten Saisontreffer erzielte, freute sich über den Heimsieg. «Ich habe das Tor gebraucht. So etwas bringt Selbstvertrauen», so das FCS-Eigengewächs. Davon kann man im Sport ja nie genug haben.

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