Eglisau sucht Nachfolge für Nadja Galliker

Autor
Thomas Güntert

Bei der Ersatzwahl für den ­Gemeinderat sind die Eglisauer Stimmbürger in der komfortablen Lage, aus vier Bewerbungen die richtige Person auswählen zu können.

Sie wollen den freien Platz im Eglisauer Gemeinderat einnehmen: Roland Ruckstuhl (links), Elisabeth Villiger, Regula Peter und Jolanda Helfenstein. Bild: Thomas Güntert

Für die Gemeinderätin Nadja Galliker, die aufgrund ihres Wohnortwechsels in den Kanton Aargau zurückgetreten ist, müssen die Eglisauer Stimmbürger am 19. Mai für den Rest der Amtsdauer 2018 bis 2022 eine Nachfolge wählen. Am Mittwochabend gab es eine Kandidatenvorstellung, wozu rund 80 Besucher ins katholische Pfarreizentrum kamen. Nadja Galliker war für das Ressort Alter, Gesundheit und Sicherheit zuständig, das Alterszen­trum, ärztliche Grundversorgung und Feuerwehr beinhaltet.

Zu Beginn der Veranstaltung stellten sich die vier Kandidaten vor. Die kaufmännische Angestellte Jolanda Helfenstein, Jahrgang 1962, ist in Wädenswil aufgewachsen und wohnt seit 18 Jahren in Eglisau. Sie ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Seit acht Jahren ist sie Präsidentin der Alters-Stiftung und bei der FDP sehr engagiert. Regula Peter, Jahrgang 1976, ist Innendekorateurin und lebt seit 12 Jahren in Eglisau. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ihr Lebensweg wurde durch die Behinderung ihrer Tochter geprägt. Vor fünf Jahren erweckte sie die Eglisauer Kinderfasnacht wieder zum Leben, war im ­Organisationskomitee des ersten Eglisauer Oldtimertreffens und ist Mitglied bei der SVP Eglisau. Roland Ruckstuhl ist 51 Jahre alt und wurde in Chur ge­boren. Der Inhaber eines Kommunikationsunternehmens wohnt mit seiner Frau seit 14 Jahren in Eglisau. Der ehemalige Präsident von VIVA Eglisau engagiert sich als Präsident des Weinclubs und im Gewerbeverein Eglisau. Elisabeth Villiger ist 55 Jahre alt und stammt aus der Innerschweiz. Sie hat eine berufliche Karriere von der Pflegefachfrau bis zur Heim­leiterin gemacht und nebenbei ein Studium in Betriebswirtschaft absolviert. Sie kam mit ihrer Familie im Jahr 2001 nach Eglisau, wo sie 13 Jahre lang das Alters- und Pflegeheim Weierbach führte. Sie war Gründungsmitglied beim Kinderhort und 12 Jahre Mitglied der Kirchenpflege.

Hahn im Korb, Wolf im Schafspelz

In der Fragerunde ging es um die Strategie des Gemeinderats, die ärztliche Grundversorgung, die Einheitsgemeinde und den Klimaschutz. In der von Klaus Vogel sachlich und respektvoll geführten Diskussion gab es diesbezüglich allerdings wenig Diskrepanzen zwischen den Kandidaten. Erst als René Lee, Präsident der SVP Eglisau, bedauerte, dass unabhängige Kandidaten immer mehr Einzug in die Gemeinderatsgremien nehmen und an die Besucher den Appell richtete, einen Parteiangehörigen zu wählen, kam etwas mehr ­Leben ins Spiel. Lee betonte, dass es im Gemeinderat eine politische Durchmischung brauche. Auf die Frage aus dem Publikum, was er denn bei der letzten Kantonsratswahl gewählt habe, entgegnete der parteiunabhängige Roland Ruckstuhl: «Ich habe gewählt.» Offener zeigte sich die parteilose Elisabeth Villiger. Sie sagte, dass sie die Grüne Liste in die Urne geworfen hatte. Eine Besucherin meinte, wichtiger wäre es, wenn eine Frau im Gemeinderat vertreten wäre. «Die Frauen haben extrem lange dafür gekämpft, dass das Geschlecht keine Rolle spielt, und wenn man dann ­geschlechterabhängig wählt, hat die Frauenbewegung nicht viel bewirkt», entgegnete ihr Roland Ruckstuhl. «Man sollte einen Kandidaten wählen, weil man ihm das Amt zutraut und ihn sympathisch findet», bemerkte ein ­Besucher.

Werbung in eigener Sache

Zum Schluss der anderthalbstündigen Vorstellung durften die Kandidaten noch einen Werbespot machen, warum sie gewählt werden sollten. «Weil ich das Gesundheitswesen gut kenne und die Kompetenz einbringen will», sagte Elisabeth Villiger, die sich als Gestalterin und nicht als Verwalterin bezeichnete. «Ein guter Gemeinderat muss leidenschaftlich wie ein Prediger, so gründlich wie ein Finanzbeamter und so selbstlos wie Robin Hood sein. Lassen Sie mich Ihren Robin Hood sein», sagte Roland Ruckstuhl. Regula Peter bemerkte, dass sie trotz vieler Tiefschläge in ihrem Freundeskreis ein Mensch mit einer positiven Lebenseinstellung sei und dass sie keine Rednerin, sondern ­jemand sei, der ein Projekt anpacke und zu Ende führe. Nach dem Motto «Gemeinsam für die Zukunft» will sich Jolanda Helfenstein für ihre lebenswerte Wohn-, Arbeits- und Freizeitgemeinde einsetzen.

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei den vier guten Kandidaten bereits einer im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht», bemerkte Walter Bloesch, Präsident der FDP Eglisau, im Gespräch mit den «Schaffhauser Nachrichten».

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