Ein WC-Hüsli im Blitzlichtgewitter

Autor
Darina Schweizer

Pünktlich zu Ostern darf sich Stein am Rhein über zwei neue E-Tankstellen und ein nigelnagelneues WC-Hüsli freuen, das fast schon von asiatischen Touristen gestürmt wurde.

Giray Aysesek von der Agrola beim Tanken an einer der neuen E-Tankstellen. Bilder: Darina Schweizer

Man hätte meinen können, auf dem Steiner Undertorparkplatz sei am Gründonnerstag ein Promi eingetroffen: Das dortige WC-Hüsli stand in regelrechtem Blitzlichtgewitter der Lokaljournalisten. Prominentenstatus besitzt es vielleicht nicht, doch das «Alte Waaghaus» ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Im frühen 19. Jahrhundert wogen die Leute hier ihre Ware, die sie ins Städtli brachten. Ein WC-Hüsli ist es seit den 50er-Jahren, in den 90er-Jahren wurde es letztmals renoviert. Hier erleichtern sich Touristen nach der Anreise und erhalten so den ersten Eindruck von Stein am Rhein.

«In letzter Zeit hat es wohl nicht die beste Visitenkarte abgegeben, da es ziemlich stank», meinte Oliver Sigg, Geschäftsleiter der Architektengruppe 4 (AG4), welche gemeinsam mit lokalen Firmen wie der Wagner oder Wenger+Wirz AG – das Hüsli saniert hat. «Damit ist jetzt, pünktlich auf die Ostern hin Schluss›», so Baureferent Christian Gemperle erfreut.

Asiatische Touristen stürmten WCs

Neu verfügt das WC-Hüsli über vier Unisex-Toiletten sowie eine Behindertentoilette, die zwei Mal täglich gereinigt werden. «Die WCs sind stabil, vandalensicher und einfach zu reinigen», sagt Sigg. Schwieriger war ihr Einbau: Starre Module mussten in denkmalgeschützte Strukturen eingefügt werden.

Oliver Sigg von der AG4 hinter einem neuen WC-Modul im «Alten Waaghaus».

Eine enge Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege war nötig - auch, um die Fassaden auf der Rückseite aufzuwerten. Durch den Schneefall von letzter Woche wurde das Malen der Aussenwände erschwert. Trotzdem ist die Sanierung nach sportlichen zehn Wochen geglückt.

«In letzter Zeit hat das WC wohl nicht die beste Visitenkarte ­abgegeben, da es ziemlich stank.»

Oliver Sigg, Geschäftsleiter AG4

Wie hoch die Bauabrechnung ausfalle, werde sich noch zeigen, so Gemperle. Der Kredit beträgt 465'000 Franken. Die Kosten übernimmt die Windler-Stiftung. ­Bereits Anfang der Woche herrschte ­Ansturm auf die WCs: Asiatische Touristen versuchten, unter das Baugerüst zu schlüpfen. «Da mussten wir sie leider wieder wegschicken», so Sigg lachend.

 

E-Tankstelle vorerst gratis

Auch für Werkreferent Thomas Schnar­wiler ist das neue WC-Hüsli eine Freude. «10 Jahre lang habe ich gestürmt», sagt er. Dann führte er zu einer weiteren Neuheit im Städtli; den zwei E-Tankstellen beim Undertor, für die sich die Stadt einen Kredit von 26 000 Franken gegeben hat. «Schon nach zwei bis drei Stunden ist das Fahrzeug vollgeladen», sagte Giray Aysesek, Projektleiter New Business der Agrola: «Und das erst noch gratis.» «Ja», so Schnarwiler: «Nur die normalen Parkgebühren fallen an. Vorerst übernimmt die Stadt die Stromkosten.» So soll das Tankverhalten erst einmal beobachtet werden. Bei grossem Interesse können die zwei E-Tankstellenplätze auf vier erweitert werden. Links und rechts der ­aktuellen befinden sich noch zwei nicht markierte Parkplätze. Von dort aus könnte man zukünftig seinen Stecker des Steckertyps 2, der selbst mitgebracht werden muss, in einer Ladesäule einstecken.

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