Einblick in den

Friedeck-Alltag

Friedeck-Alltag

Das Durchgangszentrum für Asylsuchende Friedeck in Buch lud am Samstag zum Sommerfest. Auch wenn das Wetter nicht gerade gnädig war, zog das Fest viele Besucher an; die meisten aus Buch, Ramsen und Schaffhausen. Gleich beim Eintritt im Eingangsbereich erwartete sie eine kleine Ausstellung, in der Mitarbeiter Lorenz Wipf einen differenzierten fotografischen Einblick in den Alltag der Bewohner bot. Geschickt platziert, machte sie Appetit auf die anschliessende Führung durchs Heim. Wie Heimleiter Ünal Dogan informierte, ist die Friedeck derzeit zu 80 Prozent ­belegt, vorwiegend mit jüngeren Männern aus unterschiedlichsten Herkunftsländern. Ihnen allen wird Deutschunterricht erteilt, und sie werden in die Gepflogenheiten der Schweiz eingeführt. Zwar erschwert der stete Wechsel der Bewohner den Unterricht, dennoch sei er unverzichtbar für die ­Integration, sagt Dogan.

Auf dem Rundgang führte Wipf durch einen kleinen Raum mit Fitnessgeräten, der wie das Billardzimmer rege benützt wird. Im Keller finden sich ein Musikzimmer und gleich daneben eine kleine Schreinerwerkstatt. Ihr steht Jwan Ali vor, der vor etlichen Jahren selbst im Durchgangsheim ankam und mittlerweile hier zusammen mit den Bewohnern kleine Schreinerarbeiten ausführt und für den Unterhalt am Gebäude sorgt. Er verkörpert die gelungene Integration. In perfektem Schweizerdeutsch betont er, dass es für die Bewohner hier motivierend sei, zu sehen, dass Integration gelingen könne. Ebenfalls im Keller findet sich der Velounterstand. Immer wieder gibt es im Haus auch Bilder zu entdecken. Sie stammen von einem Bewohner mit besonderer Begabung.

Der kulinarische Teil des Festes fand im Garten statt, wegen des Regens meist im Zelt oder dann unter den Bäumen, wo sich immer wieder kleine Gesprächsrunden über die Sprachbarrieren hinweg einstellten. Das Büffet präsentierte eine Auswahl von Speisen aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge und wurde auch mit deren Unterstützung zubereitet. Unter den Besuchern war auch Gemeindepräsident Ruedi Tappolet, der bestätigte, dass es im Moment keine Probleme gebe. Ein wenig Stolz war schon herauszuhören, als er sagte, dass das Zusammenleben zwischen der 300-Seelen-Gemeinde und bis zu 110 Asylsuchenden gut funktioniert. Auch Christoph Roost, Leiter des Sozialamts, äusserte sich positiv und wand dem Dorf ein Kränzchen. Nirgends in der Schweiz sei das Verhältnis zwischen Bewohnern und den Asyl­suchenden so krass. «Dennoch funktioniert es hier», sagte er und führte den Vergleich zu Seelisberg an, wo die ­Bewohner jüngst eine Flüchtlingsunterkunft verhinderten.(U. J.)

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