Wenn der «Samichlaus» die Steuererklärung abgibt

Autor
Kay Uehlinger

Jedes Jahr zerbrechen wir uns den Kopf über die Steuererklärung. Dass diese in der Stadt Schaffhausen auch lustige Seiten mit sich bringen kann, zeigen wir Ihnen in der Bildergalerie.

Sie begleiten uns jedes Jahr: Die Steuern, die wir an Kanton und Bund zahlen müssen. Für viele Leute ist das Ausfüllen der Steuererklärung eine ärgerliche Aufgabe. Deshalb lassen sich auch in Schaffhausen Personen finden, die sich um ihre Steuererklärung nicht wirklich scheren oder dann Wege finden, sich trotzig gegenüber dem Steueramt zu verhalten. Einige Beispiele können durchaus beschmunzelt werden, wie Sie in der Bildergalerie oben lesen können.

Verschickt wird die Steuererklärung immer anfangs Jahr und man hat Zeit, diese bis zum 31. März des Jahres auszufüllen und abzugeben. Es besteht allerdings die Möglichkeit, die Abgabefrist zu verlängern. «Das wird sehr oft genutzt», sagt der Leiter der Städtischen Steuerverwaltung, Gianni Dalla Vecchia. Vor allem Treuhandbüros würden vorsorglich eine Fristverlängerung einreichen. «Ob die Fristverlängerung dann auch tatsächlich genutzt wird, können wir nicht sagen. Wir wissen nur, dass jährlich rund 25 Prozent aller Steuerpflichtigen die Frist verlängern lassen».

15 bis 20 Prozent der Schaffhauser werden gemahnt

Wie in der ganzen Schweiz versäumen auch in Schaffhausen Personen ihre Steuererklärung rechtzeitig abzugeben. Wer es nicht rechtzeitig schafft, wird gemahnt – zweimal. Bei der dritten Mahnung wird eine Busse von 300 Franken verschickt. Danach hat man noch einmal die Chance, innert 20 Tagen die Steuererklärung nachzureichen, um zu umgehen, dass man von einem Steuerbeamten eingeschätzt wird. «Wir verschicken jährlich an 15 bis 20 Prozent der steuerpflichtigen Personen eine Mahnung», sagt Dalla Vecchia. Von 26‘000 steuerpflichtigen Bürgern werden somit ungefähr 6500 Personen gemahnt. Der Mahnung wird laut Dalla Vecchia meistens Folge geleistet. Rund 90 Prozent aller gemahnten Personen reichen ihre Steuererklärung doch noch ein, während ungefähr 700 Personen jährlich von der Steuerverwaltung gebüsst werden. Dalla Vecchia selbst gibt zu, die Steuererklärung nicht immer gleich bis zum 31. März einzureichen, doch ganz versäumt habe er die Abgabe bisher noch nie. «Es ist wie bei einem Malermeister, der kommt ja auch nicht nach Hause und malt gleich weiter und deshalb kommt es vor, dass ich die Steuererklärung auch mal mit Verspätung abgebe.»

Was passiert, wenn man die Steuererklärung nicht einreicht?

Wenn das Steueramt eine Ermessenstaxation durchführt - das heisst, wenn eine Person ihre Steuererklärung trotz Mahnungen nicht einreicht und daher eingeschätzt wird – gehen die Beamten folgendermassen vor: «Wir schauen, wie es bei dieser Person in der Vorperiode ausgeschaut hat und wer ihr Arbeitgeber ist», erklärt Dalla Vecchia. Kommt die Steuerverwaltung nicht an diese Informationen, prüfe sie, ob Betreibungsakten vorliegen. «Wenn auch diese Informationen nicht gegeben sind, schätzen wir die Person nach Ermessen ein. Dafür nutzen wir Erfahrungswerte von vergleichbaren Jahrgängen.» Das Steueramt nehme dabei Rücksicht auf die einzuschätzenden Personen und versuche eine möglichst faire Einschätzung zu machen.

Eine nicht eingereichte Steuererklärung kann aber auch Vorteile mit sich bringen. Wird man im Einkommen unterschätzt, zahlt man – abgesehen von der Busse – eventuell sogar weniger Steuern. «Das ist sicher möglich, weil wenn man nicht weiss, welchen Beruf die Person ausübt. Das Problem: Wenn wir herausfinden, wo sie arbeitet und im Nachhinein die Lohnauszüge verlangen, wird es eine Strafsteuer geben», sagt Dalla Vecchia. Auch wenn jemand tiefer eingeschätzt wird, hat er theoretisch 30 Tage Zeit, Einspruch zu erheben. Das komme aber selten vor, wie Dalla Vecchia sagt: «Diese Leute sind dann schon clever genug, sich nicht zu melden.»

Eine Steuererklärung ist «relativ einfach» auszufüllen

Viele empfinden die Steuererklärung als mühsam und unverständlich. Das sieht Dalla Vecchia anders: «Wenn von Normalbürgern gesprochen wird, die nicht gross Liegenschaftsunterhaltungen haben, ist die Steuererklärung mit der CD relativ einfach.» Man werde ja darauf aufmerksam gemacht, wenn man etwas nicht richtig eingetragen oder vergessen habe und Abzüge würden vom System selbst zusammengerechnet. Vielmehr sei der damit verbundene Aufwand das Problem. Denn wer «arbeitet» schon gerne, um dann zur Kasse gebeten zu werden.

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