Das Glück wird wieder in Styroporbechern verkauft

Autor
Alexa Scherrer

Wenn die Nasenspitzen kälter werden, ist es Zeit für warme Hände: Da schafft der Schaffhauser Glühwein auf dem Fronwagplatz Abhilfe. Der Stand hat sich vom Geheimtipp zum Hotspot gemausert.

Video: Marc Bührer

«Endlich», haben sich viele Schaffhauserinnen und Schaffhauser gedacht, als am vergangenen Mittwoch das Glühwein-Hüttli auf dem Fronwagplatz wieder seine Pforte öffnete. Seither wird Glück wieder in kleinen Styroporbechern verkauft. Glühwein ist ein Mysterium - wird Rotwein im Restaurant etwas zu warm oder zu kalt temperiert verkauft, beschwert sich auch jeder Laie noch so gerne. Am Glühweinstand trinkt man ihn hingegen gerne dampfend heiss, versetzt mit Zucker und Gewürzen. Kaum einer übersteht fünf Minuten, in denen er das klebrige Gebräu weder sich selber über die Finger oder einem Fremden über die Jacke schüttet. Trotzdem: Glühwein hat etwas Magisches und der Schaffhauser-Glühwein-Stand hat sich seit 2014 zu dem Hotspot in der Schaffhauser Weihnachtszeit entwickelt. 

Sechs Leute auf vier Quadratmetern

Ein Geheimtipp ist der Stand beim Landsknechtbrunnen schon lange nicht mehr - an der Eröffnung, die zusammen mit Glühmost, Suppe und HotDogs von FineSeasons durchgeführt wurde, tummelten sich Hunderte Besucher auf dem Froni. «Es läuft brutal gut», freut sich Jörg Göldi über den Start des diesjährigen Glühwein-Geschäfts. «Es ist mehr los als im letzten Jahr», sagt er. Wie viele Liter Glühwein bereits verkauft wurden, sagt er nicht. Nur: «Drei Viertel der verkauften Glühweine sind rot, der Rest weiss.» Auch die Varianten mit Schuss - etwa die Feuerzangenbowle mit selbstgemachtem Caramelrum - würden gut verkauft. Seit diesem Jahr bietet das 12-köpfige Team auch selbstgemachten Röteli an - «solange der Vorrat reicht».

Im vier Quadratmeter kleinen Glühwein-Hüsli arbeiten teilweise bis zu sechs Leute gleichzeitig. Das ist zwar eng, sagt Göldi, dafür aber auch warm. Ein grösseres Hüttchen sei vorerst nicht in Planung. «Erst im vergangenen Jahr haben wir ein neues gebaut.» Seitdem werde auch mit einem Durchlauferhitzer gearbeitet, so lasse sich der Ansturm gut bewältigen. «Wir sind ziemlich gut organisiert», sagt Göldi. Das liege am motivierten Team und auch an den unkomplizierten Nachbarn. «Das ist alles sehr entspannt.»

Der Glühweinsirup, der täglich frisch mit dem Schaffhauser Wein gemischt wird, wird ebenfalls selber produziert. Einmal pro Woche wird in der Adventszeit jetzt für Nachschub gesorgt - und zwar mit dem Brauereiequpiment aus einer kleinen Haus-Brauerei in Beringen. Der Vorteil vom Glühwein 2018: «Letztes Jahr war ein guter Jahrgang, der Wein ist fruchtiger und kommt sehr gut an», sagt Göldi. Als non-alkoholische Alternative empfiehlt er übrigens den Zitronen-Orangen-Punsch. «Den trinke ich auch selber sehr gerne.»

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