Eine Holzbaupremiere am Festival

Autor
Daniel Jung

Simon Vogel, der «Stars in Town» mitbegründet hat, stellt am diesjährigen Festival eine Weltneuheit vor: ein modulares Eventbausystem aus Buchenholz.

Etwa so wird der Hospitality-Bereich am diesjährigen «Stars in Town» aussehen: Die provisorische Baute wird mit dem Holzelementbausystem der neu gegründeten Schaffhauser Firma Agoora erstellt. Visualisierung: Dost Architektur

Jetzt muss es schnell gehen. «In drei verschiedenen Werken wird derzeit rund um die Uhr für uns produziert», sagt Simon Vogel, Geschäftsführer der Firma Flow Productions und Holzbauingenieur. Der Zeitdruck ist gross, weil das von Vogel entwickelte modulare Eventbausystem bereits in zweieinhalb Wochen seine Bewährungsprobe hat: Der grosse Hospitality-Bereich am «Stars in Town» wird in diesem Jahr erstmals als Holzbau erstellt – und nicht mehr als Metallgerüstbau wie in den vergangenen Jahren. Auch der neue Holzbau wird vor dem Stadttheater aufgestellt und bietet Aussicht über den Herren­acker und auf die Bühne.J

Plastikverkleidung unnötig

«Wir haben ein nachhaltiges, neues, innovatives Konzept für den Hospitality-Bereich», sagt Urs Peter Naef, Mediensprecher von «Stars in Town». Bisher hatte die Temporärbaufirma Nüssli stets eine Stahlbautribüne installiert, die mit Plastikfolie verkleidet werden musste. «Hier ist jeweils recht viel Abfall entstanden», sagt Naef. «Das neue System wird dem Herrenacker ein ganz anderes Erscheinungsbild geben.» Der Holzbau muss im Gegensatz zum bisher eingesetzten Stahlbau nicht verkleidet werden. Gemeinsam mit Partnern hat Simon Vogel die neue Firma Agoora AG gegründet. «Wir haben nun unter Hochdruck ein System entwickelt, produziert und patentieren lassen», sagt Vogel.

«Wir wissen, dass wir mit diesem System den Durchbruch schaffen können.»

Simon Vogel, Holzbauingenieur , und Gründer Agoora

Das Eventbausystem von Agoora ist modular. Das heisst, dass die Elemente fast wie ­Legosteine zu unterschiedlich grossen Konstruktionen kombiniert werden können. Im Zentrum des Agoora-Bausystems steht ein leistungsfähiger Holzstab, der zusammengesteckt werden kann. Damit wird das tragende Gerüst konstruiert. Hergestellt wird das System aus Buchenholz, dessen Tragkraft im Vergleich zur häufig verwendeten Fichte deutlich höher ist. «Das Grundraster unseres Systems hat eine Grösse von 2,5 auf 2,5 Metern», sagt Simon Vogel. Damit können bis zu dreigeschossige Bauten erstellt werden. Möglich sind Tribünen, Pavillons oder Messebauten. «Es ist ein Allround­system», sagt Simon Vogel.

140 Tonnen Material

Die für den Bau verwendeten Holzelemente können wiederverwendet werden. Insgesamt werden für den Hospitality-Bereich am «Stars in Town» rund 140 Tonnen Material ein­gesetzt. Die Ausmasse der Hospitality-Plattform werden ähnlich sein wie bisher.

Simon Vogel ist gelernter Zimmermann. Als Holzbauingenieur hat er unter anderem an der Monte-Rosa-Hütte des Schweizer Alpen-Clubs in den Walliser Alpen mitgearbeitet. Schon seit dem ersten Festival auf dem Herrenacker plante Vogel an einer Holzbaulösung für den VIP-Bereich. «Bisher haben wir das aber nie geschafft», sagt er.

WEF hat Interesse angemeldet

«Wir freuen uns, dass die Premiere dieses Systems am ‹Stars in Town› stattfindet», sagt Naef. Er erwartet, dass das neue Holzbausystem die Eventbranche in den nächsten Jahren kräftig aufmischen dürfte.

«Wir wissen, dass wir mit diesem System den Durchbruch schaffen können – schweizweit und europaweit», sagt Vogel. Bereits liegt etwa eine Anfrage des World Economic Forum aus Davos vor – noch bevor mit Marketingaktivitäten gestartet wurde. Insgesamt wurden zudem rund 80 Fachleute und Veranstalter aus der Eventszene eingeladen, um das neue System auf dem Herrenacker kennenzulernen.

Der Aufbau beginnt am Montag. «Ich bin sehr nervös, aber auch sehr optimistisch», sagt Vogel zum straffen Zeitplan. «Wir schaffen das, weil wir Profis im Improvisieren sind.»

 

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