Rege Diskussionen um Rapper-Auftritt

Autor
Manuel von Burg

Ein Blick in die Kommentare unserer Facebook-Seite zeigt, wie sehr der Auftritt der zwei Rapper Farid Bang und Kollegah in der BBC-Arena auch die Schaffhauser polarisiert.

Farid Bang (links) und Kollegah werden in der BBC-Arena auftreten. Ihr Auftritt führt zu hitzigen Diskussionen in der Bevölkerung wie auch in der Politik. Bild: Key

Die Rapper Farid Bang und Kollegah sorgen seit einiger Zeit für Aufruhr. Grund dafür sind Zitate aus ihren Songs wie «Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen» oder «Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow». Es sind provokante Aussagen, für die sie harsch kritisiert werden, ihnen wird Antisemitismus vorgeworfen. Dass sie am letzten Donnerstag für ihr Album den wichtigsten deutschen Musikpreis «Echo» erhielten, war für viele ein Eklat: Der Toten Hosen Frontmann Campino kritisierte sie noch während der Verleihung scharf, die «Echo»-Gewinner «Notos Quartett» gaben aus Protest ihre Auszeichnung zurück, sogar der deutsche Aussenminister Heiko Maas schaltete sich in die Debatte ein.

Auch in Schaffhausen sorgen die beiden Rapper mit ihren umstrittenen Texten für Diskussionen: Das Albanian Festival Schaffhausen hat die beiden Rapper für einen Auftritt in der BBC-Arena gebucht. Dies stösst auf Unverständnis in der Politik: Vor allem der SP-Kantonsrat Patrick Portmann kritisierte den Auftritt scharf. MIt einem offenen Brief an die Veranstalter, der von fast 50 Mitunterzeichner aus der Politik unterschrieben wurde, will er den Auftritt verhindern. Damit sind nicht alle einverstanden, wie die Diskussion auf der Facebookseite der Schaffhauser Nachrichten zeigt.

«Keinen Platz für Meinungsfreiheit?»

Kritik an Portmanns Vorgehen kommt von mehreren Seiten: «Eine Absage wäre hochgradig kontraproduktiv und schlicht nicht angemessen!» meint ein Leser. «Das ist ja reine Symptombekämpfung, liebe SPler... Der Fisch stinkt vom Kopf!», so ein anderer. Ein weiterer Leser wundert sich, ob es denn in Schaffhausen «keinen Platz für Meinungsfreiheit» gäbe. Doch es gibt auch kritische Stimmen: Die Texte seien «ein tiefer Griff ins Klo», meint einer Leserin, man soll solchen Personen «keinen Nährboden liefern» ein anderer. Manche können wiederum nicht verstehen, weshalb es so viel Aufregung um einen solchen Auftritt gibt: «Wie kann man sich nur so aufregen?» fragt eine Leserin, mehrere finden das Getöse «einfach lächerlich» und ein weiterer Leser meint schlicht: «Wer will, söll goh luege, wer nid, sölls bliibe loh.» 

Ob der Auftritt nun befürwortet wird oder nicht - die Diskussion auf Facebook zeigt, wie sehr das Thema auch die Schaffhauser bewegt. Man darf gespannt sein, wie der Auftritt der beiden Rapper in Schaffhausen letztlich in der Bevölkerung ankommt. Die Meinungen scheinen jedenfalls gemacht. 

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