Stadionverkauf: Bislang winken alle ab

Autor
Daniel Jung

Aniello Fontana möchte den FC Schaffhausen und den Stadionteil des Lipo-Parks verkaufen. Noch ist unklar, wer der finanzstarke Investor sein könnte, der die Verantwortung beim FCS übernimmt.

Wer will dieses Stadion kaufen? Bislang winken alle ab.

Seit 1991 trägt Vereinspräsident Aniello Fontana die Verantwortung beim FC Schaffhausen. Nun hat der Immobilienunternehmer angekündigt, noch im laufenden Jahr eine Nachfolgelösung finden zu wollen. Einerseits will Fontana die FC Schaffhausen AG an einen Nachfolger abgeben, andererseits einen Käufer für den Stadionteil des Lipo­-Parks im Herblingertal finden. «Im Vordergrund sehe ich eine Schweizer Lösung», sagte Fontana im SN-Interview. Dazu sei es aber nötig, einen Partner zu überzeugen, der die erforderlichen Mittel einbringe.

Gesucht ist also ein finanzstarker Investor. Das aktuelle Saisonbudget des FC Schaffhausen beträgt rund 3,9 Millionen Franken. Die Investitionssumme des Lipo-Parks mit Stadion und Gewerbeteil betrug rund 60 Millionen Franken.

«Wir haben die Hoffnung, dass hier eine Lösung auf privater Ebene gefunden wird.»

Peter Neukomm, Schaffhauser , Stadtpräsident

Neben dem Stadionteil, welcher der Firma Fontana Invest gehört, steht aktuell auch der Kopfbau mit den Gewerbe- und Fachmarkt­flächen zum Verkauf. Hier hat die Firma Me­thabau, welche die ganze Anlage erstellt hatte, schon früher ihre Verkaufsabsichten angekündigt. Umgekehrt kommt es für Methabau nicht infrage, nun zusätzlich auch noch den Stadionteil zu erwerben. «Wir sind keine Immobiliengesellschaft, und für uns ist es nicht denkbar, den Stadionteil von Fontana Invest zu erwerben», macht Marcel Abbt, ­Finanzchef von Methabau, klar.

Auch andere mögliche Käufer aus der Region winken derzeit ab: Immobilienunternehmer Roy Pagno, dessen Name gemeinsam mit Erfolgstrainer Roberto Di Matteo als Interessent genannt wurde, sagt: «Da ist absolut nichts dran.» Für Giorgio Behr, Kadettenpräsident und wichtiger Sportförderer, kommt ein Engagement beim FC Schaffhausen nicht infrage. Auch Axel Thoma, ehemaliger FCS-­Trainer, meldet kein Interesse an.

Trotz dieser ersten Absagen hofft die Stadt Schaffhausen weiterhin, dass Aniello Fontana eine gute Nachfolge findet. «Wir haben die Hoffnung und die Erwartung, dass hier eine Lösung auf privater Ebene gefunden wird», sagt Stadtpräsident Peter Neukomm. Die Stadt verfüge derzeit über keinen Plan B.

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