Was wäre, wenn Donald Trump nach Schaffhausen käme?

Autor
Ralph Denzel

Donald Trump kommt auf Staatsbesuch nach Davos zum WEF. Nach Schaffhausen wird er wohl nie kommen. Wir sagen: Zum Glück.

Montage: SHN, Bilder: Keystone, Radio Munot

Wenn Donald Trump Ende Januar in Davos landet, werden alle Augen auf den Skiort in den Bergen gerichtet sein. Der Tourismus freut sich jetzt schon und erwartet einen unheimlichen Schub wegen des umstrittenen Staatsbesuches. Schaffhausen wird der Präsident der USA wohl nie besuchen – und das ist auch gut so. Wir sagen Ihnen, warum.

Trumps Verhältnis zu Stufen

Es ist ein Bild, das um die Welt ging: Donald Trump schreitet mit der britischen Premierministerin Theresa May händchenhaltend den Säulengang des Weissen Hauses entlang – so weit, so ungewöhnlich.

Die Aufnahmen gaben später Anlass zu Spekulationen: Leidet Donald Trump eventuell an Bathmophobie? Hinter diesem Ausdruck versteckt sich die Angst vor Stufen und steilen Abhängen. Wenn dem so wäre, würde der US-Präsident das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt Schaffhausen kaum geniessen können: den Munot. Natürlich könnte er am Fuss stehenbleiben und die Damhirsche beobachten, aber was ist ein Besuch auf der Schaffhauser Hausburg ohne ganz nach oben zu gehen? Richtig, wie Trump ohne einbetonierte Frisur.

Es gibt nur einen McDonald's in der Stadt

Laut dem Skandalbuch «Fire and Fury» ernährt sich der 70-jährige Trump hauptsächlich von Cheeseburgern von McDonald's. Gesund geht anders. Denn gäbe es in Schaffhausen für Trump auch hier ein Problem: Es gibt nur eine McDonald's-Filiale. Und unter der Woche macht der Laden um 23 Uhr zu. Was also, wenn POTUS plötzlich um halb eins Hunger verspürt? Müssen die Burger dann vorab auf Halde gekauft werden? Oder muss der mächtigste Mann der Welt hungern? Nicht auszudenken, wenn er aufgrund eines knurrenden Magens wild anfangen würde zu twittern und dabei andere Staaten, Personen oder ganze Ethnien beleidigen würde – Moment mal…

Wer soll das bezahlen?

Abgesehen von den enormen Kosten für die Sicherheit, ein Besuch des US-Präsidenten würde wohl viele Schaffhauser ziemlich teuer zu stehen kommen. Freuen könnten sich hingegen die Hoteliers. Denn in Davos klettern die Übernachtungspreise während der Zeit des WEF in teils absurde Höhen. Einige Zimmer in Airbnbs, nicht in Luxus-Hotels, werden derzeit für 1500 Franken gehandelt – pro Nacht! Dem Commander-in-Chief der USA ist das natürlich reichlich egal. Er ist, nach eigener mehrfacher Aussage, «very rich» und für seine Aufenthalte im Ausland zahlen sowieso die amerikanischen Steuerzahler.

Aber nicht nur Übernachtungen würden sprunghaft teurer: Auch das alltägliche Leben. Am Mittag eine Wurst essen? Das macht dann bitte mal 50 Franken. So verlangte beim vergangenen Wirtschaftsgipfel ein Restaurant stolze 59 Franken für einen Hamburger. Rechnen Sie das mal auf ein Mittagsmenu in Ihrem Lieblingsrestaurant hier in Schaffhausen hoch, plus US-Präsidenten-Zuschlag. 

Trumps «bescheidene» Geographie-Kenntnisse

Auch ein «sehr stabiles Genie» wie Trump kann nicht alles wissen. So offenbarte der 45. Präsident der Vereinigten Staaten schon bei mehreren Gelegenheiten, dass es bei ihm mit Geographie nicht weit her ist. Unvergessen seine Aussage: «Belgien ist eine wunderschöne Stadt!»

Wenn der US-Präsident nach Schaffhausen kommt, was wird er dann sagen? Wird er bei einer Rede auf dem Fronwagplatz schwärmen, wie wunderschön es doch hier in «Zürich» ist? Gut: Immerhin hätte er dann wenigstens das Land richtig, aber sicher nicht die Herzen der Schaffhauser erobert. 

Was, wenn es ihm hier nicht gefällt?

Eine Altstadt mit unzähligen Erkern, historische Fassaden – in Schaffhausen trifft die Moderne das Mittelalter. Doch trifft das Trumps Geschmack? Was, wenn er gelangweilt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten gebracht wird und nur daran denkt, mit welcher Twitter-Tirade er seinen Unmut später mit insgesamt 46 Millionen Followern teilen kann? Diese Gefahr kann durchaus bestehen, gilt der US-Präsident doch nicht als ein Mensch, der sich gerne lange mit einem Thema befasst. Oder wenn ein anderes Wahrzeichen der Region auf wenig Gegenliebe bei ihm stösst? Nicht auszudenken, was das für den Tourismus für Folgen haben könnte…

Wo soll er nur Golf spielen?

Ganz schlecht für den US-Präsidenten: Golf in Schaffhausen gibt es nur in der Miniaturausgabe. Klar, dort ist alles privater und kleiner und auch mit kleinen Händen, die der Präsident natürlich nicht hat, besser zu handhaben. Aber reicht ihm das? Donald Trump war in seiner einjährigen Amtszeit bisher ungefähr 84 Mal golfen. Eine stolze Zahl, bedeutet das doch, dass er öfter als einmal die Woche auf dem Green stand. Diese Angewohnheit würde er auch sicher nicht während eines Besuchs in Schaffhausen sausen lassen. Um Bösartigkeiten zu vermeiden, braucht es also einen Golfplatz oder viel Überredungskunst, sich mit Minigolf zu begnügen.

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