Die Schaffhauser Kantonalbank verrät ihre Pläne zum Umbau des Hauptsitzes – er wird vier Jahre lang dauern

Kay Fehr | 
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5 Millionen Franken weniger Gewinn als im Vorjahr konnte die Schaffhauser Kantonalbank 2025 erzielen, dennoch ist man an der Vorstadt zufrieden. Als Nächstes steht mit der Kernsanierung des Hauptsitzes ein Grossprojekt an.

Wenn Banken von einem «soliden Jahresergebnis» sprechen, kann recht zuverlässig davon ausgegangen werden, dass das Resultat vom Vorjahr ein wenig besser war. Auch bei der Schaffhauser Kantonalbank (SHKB), die am Dienstag im fünften Stock ihres Hauptsitzes in der Vorstadt das Ergebnis ihres Geschäftsjahres präsentiert hat, war dies der Fall – der Gewinn betrug 51,6 Millionen Franken und somit 5 Millionen Franken weniger als 2024.

Dennoch umschreibt das Wörtchen «solide» den Geschäftsgang der SHKB gut. Rein vom Volumen her konnte die Bank wachsen: Sowohl die Ausleihungen (8,6 Milliarden Franken, +2,7 Prozent) als auch die Kundengelder (6,2 Milliarden Franken, +2,2 Prozent) wurden gesteigert. Die Kantonalbank zählt kumuliert rund 63’200 Kundinnen und Kunden, davon wurden 3800 im vergangenen Jahr gewonnen.

«Früher war der Anteil des Zinsgeschäfts von Kantonal- und Regionalbanken viel höher. Davon wollen wir uns ganz bewusst wegdiversifizieren.»

Manuel Bächi, Finanzchef SHKB

Dass das Ergebnis nicht besser ausfällt, habe in erster Linie mit dem starken Rückgang im Zinsgeschäft zu tun, wie CEO Alain Schmid ausführte. Denn der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sank von bereits tiefen 0,5 Prozent Anfang 2025 bis im Sommer auf 0 Prozent. «Als Kantonalbank mit grossem Geldmarktportfolio sind wir davon überproportional betroffen.» Zudem habe die Bank knapp 1,5 Milliarden Franken bei der SNB parkiert. «Wenn dieses Geld statt mit 1,75 Prozent mit 0 Prozent verzinst wird, dann fehlen uns zweistellige Millionenbeträge im Vergleich zu den Vorjahren», betonte Schmid. Finanzchef Manuel Bächi nannte das Zinsumfeld «garstig», und laut aktueller Einschätzung dürfte das auch 2026 so bleiben. Der Nettoerfolg im Zinsgeschäft sank um 21,5 Prozent auf knapp 80 Millionen Franken.

Gebührenreduktion kurbelt das Geschäft an

Es sei ein Geschäftsjahr mit weniger Rückenwind als zuvor gewesen: Zum moderaten Wirtschaftswachstum in der Schweiz gesellte sich eine sehr tiefe Inflationsrate, gleichzeitig nahmen (und nehmen) die geopolitischen Konflikte zu. «Die Welt ist sehr unsicher geworden, und das hat auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte», so der Vorsitzende der Bankleitung.

Medienkonferenz der Schaffhauser Kantonalbank mit Alain Schmid, Manuel Bᅢᄐchi und Florian Hotz, fotografiert am Dienstag, 17. Mᅢᄂrz 2026 in Schaffhausen (ENYA DALLE FESTE / SCHAFFHAUSER NACHR
Von einem «garstigen» Zinsumfeld sprach Finanzchef Manuel Bächi. «Wir hätten es gerne anders», sagte er.

Dennoch konnte die SHKB in gewissen Geschäftsbereichen punkten, etwa im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit einem Plus von 5 Prozent oder im Handelsgeschäft, das um 3,1 Prozent zunahm. «Früher war der Anteil des Zinsgeschäfts von Kantonal- und Regionalbanken viel höher. Davon wollen wir uns ganz bewusst wegdiversifizieren», so der CFO.

Dass die Bankgebühren vor rund anderthalb Jahren reduziert wurden, zahle sich zudem aus: «Wir konnten die wegfallenden Gebühren durch unser Anlagegeschäft überkompensieren», sagte Schmid.

Auf der Aufwandseite stieg vor allem der Sachaufwand, der 8,7 Prozent höher ausfällt als im Vorjahr. Bächi begründete dies primär mit Investitionen in die Digitalisierung. Der Personalaufwand stieg bloss um 0,8 Prozent, obwohl 394 Mitarbeitende bei der Bank arbeiten, 20 mehr als im Vorjahr. Das habe unter anderem mit neuen Arbeitsmodellen zu tun, die tiefere Pensen ermöglichen. Zudem sagte der CEO: «Wenn der Rückenwind abnimmt, sollte man auch auf der Personalseite zurückhaltend sein.» Das zeigt sich übrigens auch an seinem eigenen Salär, das heuer 775’520 Franken brutto beträgt, rund 20’000 Franken weniger als 2024.

Trotz suboptimalem Zinsumfeld schaufelte die Kantonalbank 15 Millionen Franken zu den Reserven (Vorjahr: 30 Millionen Franken). Das Eigenkapital beträgt neu über 1,2 Milliarden Franken, ein Wert, auf den Finanzchef Bächi stolz ist, wie er sagte. Bankpräsident Florian Hotz zeigte sich ebenfalls froh darüber, dass es das Finanzinstitut in einem herausfordernden Umfeld geschafft hat, eine Basis für die Zukunft zu legen.

Medienkonferenz der Schaffhauser Kantonalbank mit Alain Schmid, Manuel Bᅢᄐchi und Florian Hotz, fotografiert am Dienstag, 17. Mᅢᄂrz 2026 in Schaffhausen (ENYA DALLE FESTE / SCHAFFHAUSER NACHR
Bankchef Florian Hotz ist zufrieden mit dem Ergebnis der SHKB.

Vom Ergebnis profitiert auch der Kanton als Eigner: Er erhält mit 41,4 Millionen Franken das Maximum von 80 Prozent des KB-Gewinns. Das entspricht 461 Franken pro Einwohnerin und Einwohner.

Umbau am Hauptsitz: 2027 geht es los

Im laufenden Jahr beginnt für die SHKB ein Grossprojekt: Der Hauptsitz an der Vorstadt muss komplett erneuert, also kernsaniert werden. «Ehrlich gesagt, der erste Gedanke an das Projekt war alles andere als euphorisch», gab Schmid zu, «aber mittlerweile gehört es zu meinen Lieblingsprojekten, auch um uns als Kantonalbank in Schaffhausen zu positionieren.» Die jetzigen Räumlichkeiten aus den 60er-Jahren genügen den Ansprüchen nicht mehr. «Bevor man eine Tür öffnet, weiss man oft nicht, ob dahinter ein Büro oder eine Besenkammer steckt», sagte der CEO. Und auch im Kundenkontakt, etwa beim Bezug von Bargeld, brauche es einen moderneren Ansatz anstatt dickes Panzerglas zwischen Kunde und Berater.

«Bevor man eine Tür öffnet, weiss man oft nicht, ob dahinter ein Büro oder eine Besenkammer steckt.»

Alain Schmid, CEO SHKB

Die unmittelbare Herausforderung für die Bank lautet: Wohin gehen die Mitarbeitenden – knapp 300 sind in der Bauphase davon betroffen – während des Umbaus? Provisorien müssen her, die aber zwingend zentral in Schaffhausen liegen sollen. Unter einem Vertrag ist die Tinte bereits getrocknet, das Backoffice wird temporär in ein Gebäude an der Mühlentalstrasse ziehen. Verhandlungen für weitere Standorte laufen zurzeit. «Es ist enorm wichtig, dass wir eine starke Positionierung und Präsenz in der Stadt Schaffhausen haben», sagte Alain Schmid – eine kleine Eckfiliale komme nicht infrage.

Später im Jahr werden Themen wie die Baueingabe, Bewilligungen und Detailplanung wichtig. Die Bagger sollen dann im Herbst 2027 auffahren. «Wir rechnen damit, dass der Umbau sicher bis 2030 dauern wird.» Der komplette Bezug ist dann für 2031 geplant – lieber etwas Zeit «spatzig» einrechnen, so wie es die Bank ihren Kunden bei vergleichbaren Projekten ebenfalls empfiehlt. «Das ist eine lange Zeit, aber wir sind überzeugt, die Entwicklung der Kantonalbank prägen zu können.»

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