«Man muss Kinder wirklich gernhaben – schauspielern geht nicht»

Autor
Jeannette Vogel

Die Suche nach einem Nachfolger für den go tec!-Chef Christoph Leu läuft. Der künftige Teilpensionär bleibt aber dem Wissenslabor erhalten. Er plant einen Club für Stammkunden.

«8- bis 17-Uhr»-Arbeitstage sind selten bei go tec!-Geschäftsführer Christoph Leu. Bild: zvg

Die Stellenanzeige «Geschäftsführer go tec! gesucht» tauchte diese Woche in den lokalen Zeitungen auf. Go tec!-Chef Christoph Leu hat das Neuhauser Wissenslabor mit aufgebaut und prägt es seit über vier Jahren. Hat er nun eine neue Herausforderung angenommen? «Nein, ich arbeite weiter hier, lasse mich aber teilpensionieren», sagt Leu. Im neuen Jahr soll ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin seinen Vollzeitjob übernehmen, er wird ein 30-Prozent-Pensum innehaben. «Die damit verbundene Aufstockung der Stellenprozente ist für go tec! und für mich ideal», sagt der 58-Jährige.

Die Stiftung go tec! hat sich zum Ziel gesetzt, dem Fachkräftemangel in technischen Bereichen nachhaltig entgegenzuwirken. Mit verschiedenen Massnahmen wie etwa der Durchführung von Freizeitkursen und der Kontaktpflege zu Schulen will go tec! einerseits die «Faszination Technik» bei Kindern und Jugendlichen wecken und ihnen andererseits die Vielfalt an Berufsmöglichkeiten aufzeigen. Im Spätsommer 2014 wurde das go tec!-Labor auf dem SIG-Areal in Neuhausen eröffnet. Angestossen hatte das Projekt die Industrie- und Wirtschafts-Vereinigung Schaffhausen (IVS). Bis Ende 2014 besuchten 500 Kinder go tec!. Die Zahl der Teilnehmer wächst stetig: Ende 2015 waren es 2500, ein Jahr später 2750. Und im vergangenen Jahr waren es über 3400 Kinder und Jugendliche. Leu sagt: «Fast täglich ist eine Schulklasse hier. Wir sind seit den Sportferien voll ausgelastet.» Die Weiterentwicklung von go tec! sei dadurch in den letzten Monaten etwas zu kurz gekommen, so Leu. Das soll sich bald ändern: «Ich werde inskünftig den neuen Geschäftsleiter stellvertreten und mich um die Weiterentwicklung des go tec! kümmern.»

16 ehrenamtliche Coaches

Was muss sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin alles können? «Das Geschlecht steht nicht im Vordergrund. Allerdings sind Frauen im technischen Berufsfeld rar», so Leu. Der zukünftige Geschäftsführer sollte, nebst einem breiten technischen Verständnis, pädagogisches Geschick und vor allem Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben, sagt Leu. «Kinder muss man wirklich gernhaben und sie begeistern können. Schauspielern geht nicht, das merken sie.» Kontrollfunktionen im administrativen und finanziellen Bereich gehören ebenfalls zum Tätigkeitsbereich des Geschäftsführers. «Einen klassischen «8 bis 17 Uhr»-Arbeitstag gibt es bei uns selten», sagt Leu. «In einem Wissenslabor braucht es Herzblut. Ich schaue nicht jede Minute auf die Uhr.»

16 Coaches unterstützen aktuell den Leiter, sie arbeiten alle ehrenamtlich. Lernende von Firmen aus der Region helfen zusätzlich bei Ferienkursen aus.

Go tec!-Club in Planung

Der Wechsel ist auf den ersten Januar geplant, doch Leu ist flexibel: «Auf einen oder zwei Monate kommt es mir nicht an.» Er habe keine Mühe, den Chefposten abzugeben: «Im Gegenteil, ich freue mich schon darauf, kürzerzutreten und auch Zeit für private Projekte zu haben.»

Was packt er als Nächstes an? «Wir werden einen go-tec!-Club für unseren wachsenden Stammkundenkreis gründen», sagt Leu. Kinder und Jugendliche, die mehrere go tec!-Kurse besucht haben, sollen die Möglichkeit erhalten, spezielle Kurse zu besuchen und bei mehrwöchigen Projekten mitzumachen. Die Einladungen sollen im vierten Quartal versandt werden.

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