Das grosse Sieger-Interview mit The Gardener & The Tree

Autor
Schaffhauser N…

Die Schaffhauser Band The Gardener & The Tree hat einen Swiss Music Award abgeräumt. Lead-Sänger Manuel Felder über den begehrten Preis, die Bühne und die Zukunft.

Leadsänger Manuel Felder von der Schaffhauser Band The Gardener & The Tree hält den begehrten Pflasterstein der Swiss Music Awards in den Händen. Die Band hat in der Kategorie «Best Live Act» per Publikumsvoting gewonnen. Bild: Tamara Schori

Das erste Mal für einen Swiss Music Award nominiert und gleich in der Kategorie «Best Live Act» gewonnen: Besser kann es ja gar nicht laufen. Waren Sie überrascht?

Manuel Felder: Ja, wir haben ehrlich gesagt überhaupt nicht damit gerechnet. Deshalb war meine anschliessende Rede an den Swiss Music Awards wohl etwas komisch. Ich habe mehr gelacht als geredet, so nervös war ich (siehe Video).

Das Publikum hat für Sie abgestimmt. So konnten Sie sich gegen namhafte Konkurrenten wie Sophie Hunger durchsetzen.

Sophie Hunger ist ja auch international bekannt. Dadurch hatte sie es sicher etwas schwerer, genügend Stimmen beim Schweizer Publikum zu sammeln. Im Moment erhalten The Gardener & The Tree hier in der Schweiz eine grosse Unterstützung – die Fans stehen hinter uns. Das bedeutet uns sehr viel.

Was macht für Sie eine gute Liveshow aus?

Am besten ist es, wenn die Show ehrlich ist und von Herzen kommt. Es bedeutet für mich aber auch, dass man mit dem Publikum interagiert oder das zumindest versucht. Wenn die Leute am Ende eines Konzertes Spass hatten, ist das doch das Wichtigste. Dann ist es auch egal, wenn nicht alles perfekt gelaufen ist.

An Konzerten mit dem Publikum kommunizieren: Wie sieht das bei The Gardener & The Tree aus?

Wir erzählen vor allem Geschichten zu Songs und deren Entstehung. Wenn wir Zeit überbrücken müssen, wenn eine Gitarre gestimmt werden muss oder so, ist es manchmal etwas komisch. Dann überlegt man sich, was man dem Publikum jetzt sagen soll. Wir sind halt Jungs vom Land und sind eigentlich noch blutige Anfänger auf der Bühne.

Welche Band bewundern Sie auf der Bühne?

Eine Band die ich momentan rauf und runter höre und auch live absolut toll finde, ist die amerikanische Indie-Rockband Big Thief. Ihre Musik ist einfach ehrlich und die Themen sind spannend, das gefällt mir.

Sie sind in den nächsten Monaten auf Tour mit dem Debütalbum «69591 Laxå» auf den grossen Bühnen unterwegs, vor allem in Deutschland. Wie ist der Erfolg zu erklären?

Ich versuche es ganz einfach zu erklären: Es sind in erster Linie unsere Fans, sie sind die Basis und unterstützen uns. Wir dürfen dieses Jahr auch an verschiedenen gros­sen Festivals wie dem Southside oder dem ­Paleo spielen. Das ist echt verrückt! Das ist für uns alle neu und aufregend.

Alle Bandmitglieder von The Gardener & The Tree haben einen normalen Job. Ist es nicht an der Zeit, diesen an den Nagel zu hängen?

Den Job und die Musik miteinander zu verbinden, ist schon schwierig. Das braucht nicht nur von uns Geduld, sondern auch von unseren Arbeitgebern. Schwierig ist zum Teil dann auch die Umstellung, wenn wir am Wochenende auf der Bühne stehen und am Montag wieder arbeiten. Da werden plötzlich wieder ganz andere Dinge wichtig.

Wie geht es weiter mit der Band?

Uns ist wichtig, dass wir nicht langweilig werden – wir wollen echt bleiben. Dazu bräuchte es vielleicht mal wieder eine Pause, was im Musikbusiness aber sehr schwierig ist. Trotzdem sollte man sich als Künstler genug Zeit nehmen. Cool wäre es, mal einen Monat nach Dänemark zu reisen und Songs zu schreiben. Nach dem Festivalsommer schauen wir dann, wo es uns hinzieht und wer welche Pläne hat. Es nimmt jetzt aber schon langsam eine Form an, wo man sich zu 100 Prozent der Band verpflichten muss.

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