Die «Lima Golf» ist auf Klettgauer Boden gelandet

Autor
Theo Kübler

Die Segelfluggruppe Schaffhausen hat vergangene Woche ihr neues Schleppflugzeug mit einem kleinen Fest empfangen. Die Maschine ersetzt jene, die im August 2016 abgestürzt ist.

Soeben gelandet: das neue Schleppflugzeug auf dem Flugplatz Schmerlat. Bild: Theo Kübler

«Das neue Flugzeug ist eine Robin. Es wurde in Dijon gefertigt und ist jener Robin, die bei uns bereits im Einsatz steht, sehr ähnlich», erklärte der Präsident der Segelfluggruppe Schaffhausen, Albert Studerus, den rund 70 geladenen Gästen auf dem Schmerlat. Unterdessen ist sein Sohn Roman im Anflug von Bern, wo der Zoll und das Bundesamt für Zivilluftfahrt während Tagen dieses Fluggerät inspiziert und schliesslich freigegeben ­haben.

«Aus Sicht des Werks haben wir bei diesem Flugzeug das Maximum realisiert, was möglich ist. Es gehöre zu den leisesten sechs Flugzeugen, die sie je ­gebaut hätten, versicherten die Leute in Dijon, als wir das Flugzeug vor einer ­guten Woche von dort nach Bern überführten», so Studerus weiter. Er konnte am vergangenen Donnerstag seine Vorfreude während der Ansprache nicht verbergen. Das Fluggerät ist ganz klassisch aus Holz gebaut, wie ein Modellflugzeug. So ist es ganz leicht und für die kurze Piste auf dem Schmerlat absolut ideal. Es ist ausgerüstet mit modern­-sten Instrumenten, verfügt über einen 4-Blatt-Propeller mit hydraulisch verstellbaren Rotorblättern, einen Schalldämpfer und ein attraktives Design.

300 000 Franken teuer

Die Neuanschaffung sei technisch auf dem neusten Stand, auch für die Passagiere, und somit der beste und sicherste Ersatz für das Flugzeug, das der Verein im August 2016 durch einen Absturz verloren habe. «Dieses tragische Unglück beschäftigt uns noch heute sehr», sagt Studerus sichtlich bewegt. Infolge des Absturzes starb eine Frau später an ihren Verletzungen.

Der SGS-Präsident dankt allen, die zum Empfang des Flugzeuges auf den Schmerlat gekommen sind, und vor ­allem denen, die einen Zustupf an die 300 000 Franken leisteten, die das Flugzeug kostet, darunter den anwesenden Kommissionsmitgliedern der kantonalen Dienststelle Sport, Familie und Jugend, welche Gelder aus dem Sport-Toto sprach.

Der Referent schweift kurz zurück ins Jahr 1933, in die Gründerzeit der Segelfluggruppe. Damals betrieb die Schweizer Armee noch zahlreiche Notflugplätze, verteilt in der ganzen Schweiz. Einer befand sich, samt Hangar, auf dem Griesbach. Dort durfte die frisch gegründete Segelfluggruppe Schaffhausen ihren Sport ausüben. Bereits 1937 zog die Gruppe auf den Schmerlat. Dieser Flugplatz ist also älter als der Flughafen Kloten und geniesst somit diesem gegenüber gewisse Rechte, die später gegründeten Flugplätzen vorbehalten bleiben.

Begrüssung durch Feuerwehr

Dann der grosse Moment: Albert Studerus bittet ins Freie. Ein Funkspruch ertönt: «Wir sind im Anflug über Guntmadingen», und schon tauchen sie auf. Die silberweisse «Lima Golf», Immatrikulation HB-KLG (Hotel Bravo Kilo Lima Golf), und das Schwesterflugzeug, das deren Piloten nach Bern brachte und den neuen Flieger symbolisch nach Hause begleitet. Ein Überflug über den Platz, dann die Landung ins wunderbare Abendlicht und der elegante Schwenker durch den Wasservorhang der Feuerwehr Mittelklettgau hindurch vor das applaudierende Publikum. Ein wahrhaft schöner Anblick, vor allem für die Mitglieder der SGS.

Pilot schwärmt für neue Maschine

Die Haube öffnet sich, und dem Flugzeug entsteigen der Pilot Roman Stu­derus und der Co-Pilot Daniel Müller. Sie sind voller Begeisterung. Der Pilot schwärmt geradezu von den tollen Flug­eigenschaften: «Sehr einfach zu fliegen, sehr gut lärmisoliert, rundum ein ganz tolles Flugzeug», so sein Kommentar.

Noch lange wird gestaunt, betastet und fotografiert, zuerst rund um das Flugzeug, dann wird im offenen Hangar bis lange nach Sonnenuntergang beim Apéro eifrig gefachsimpelt. Schliesslich wird der Neuling zum «Veteranen» in die Halle geschoben. Letzterer wurde schon vor 72 Jahren in Betrieb genommen.

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