Schaffhauser Stellungspflichtige: Tauglicher als die Thurgauer, Zürcher und Zuger

Autor
Miriam Barner

Im letzten Jahr wurden rund 75 Prozent der stellungspflichtigen Schaffhauser in die Armee eingeteilt. Das bedeutet, dass Schaffhausen die höchste Tauglichkeitsquote am Rekrutierungszentrum in Rüti ausweist.

Letztes Jahr waren 232 von 306 Stellungspflichtigen des Kantons Schaffhausen militärdiensttauglich. Bild: zvg 2016 / KSK

Ein Grossteil der männlichen Schaffhauser Bevölkerung besuchte schon einmal die Zürcher Gemeinde Rüti. Und zwar alle aus demselben obligatorischen Grund: die Rekrutierung. Anhand verschiedener medizinischer Untersuchungen und Leistungstests werden die Fähigkeiten und Talente der zwischen 17- und 24-Jährigen herausgefunden, um die passende Zuteilung und Funktion in der Armee zu finden.

Es eignen sich aber nicht alle jungen Männer für die Rekrutenschule: Einige werden als militärdienstuntauglich eingestuft. Werden sie als doppeluntauglich beurteilt, müssen sie Wehrpflichtersatzabgaben bezahlen, wenn sie nur militärdienstuntauglich sind, können sie Zivilschutz leisten.

Je ländlicher, desto tauglicher

In Schaffhausen sind aber nur wenige untauglich: 2017 konnten rund 75 Prozent der Stellungspflichtigen des Kantons Schaffhausen in die Armee eingeteilt werden (Stand November 2017).

Von 306 Beurteilten waren 232 tauglich. Damit wiesen die Schaffhauser letztes Jahr die höchste Tauglichkeitsquote am Rekrutierungszentrum in Rüti aus. Woran liegt das?

Kreiskommandant Michael Trachsel betont, dass verschiedene Faktoren die Tauglichkeit beeinflussen. «Je ländlicher der Kanton ist, desto höher ist die Tauglichkeit», so Trachsel. Dies sei schweizweit zu beobachten.

Die neusten Zahlen des Bundes bestätigen: Die Tauglichkeitsquote des Kantons Thurgau liegt mit 74 Prozent nur 1 Prozent tiefer als im Kanton Schaffhausen. Doch die Tauglichkeitsquote des Kantons Zürich fiel um 15 Prozent tiefer aus, nur 60 Prozent sind dort tauglich. Der Kanton Zug weist 67 Prozent taugliche Stellungspflichtige auf.

Schweizweit kann auch die Auswirkung der Bildungswege auf die Tauglichkeit beobachtet werden. «Insbesondere Kantone mit einem prozentual hohen Anteil an stellungspflichtigen Studenten weisen eine geringere Tauglichkeit auf», sagt der Kreiskommandant.

Jeweils eine hohe Tauglichkeit hätten auch Kantone mit mehrheitlich traditionell und bürgerlich geprägtem Gedankengut. Anhand der Jahresstatistik 2016 ist zu erkennen, dass die Kantone mit einer mehrheitlich bürgerlichen politischen Besetzung eine durchschnittlich höhere Tauglichkeitsquote aufweisen.

Wichtig sind auch gute Orientierungstage, denn diese erhöhen durchaus die Motivation der Interessenten. «Sie sind eine erste wichtige Basis auf dem Weg hin zur erfolgreichen Tauglichkeitsbeurteilung im Rahmen der Rekrutierung», sagt Trachsel.

Nicht erfüllte Schiesspflicht sinkt

2017 gab es auch weitere erfreuliche Zahlen in der Statistik: Die Anzahl Schiesspflichtiger im Kanton Schaffhausen, welche die ausserdienstliche Schiesspflicht 2017 nicht erfüllt haben, hat sich gegenüber 2016 um rund zwei Drittel reduziert. 2016 hatten 91 Armeeangehörige die Schiesspflicht versäumt, im letzten Jahr waren es noch 32. «Dies ist mitunter das Resultat einer aktiveren und präziseren Kommunikation der kantonalen Behörden und der Schiessvereine in den sozialen Medien und den Printmedien», so Trachsel.

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